Fallen-Dienstag (Nº 045)

Import-Kokolores

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Heute ist ja wieder einer jener “Feiertage”, die ich so liebe, weil sie von irgendwelchen Besatzern eingeführt wurden in Nachkriegsdeutschland.

Fallen-Dienstag. Dabei ist heute Donnerstag. Schon das zeigt doch, daß das völlig bescheuert ist. Der Dienstag der Fallen … Und Fallensteller ist beileibe nicht der ehrbarste Beruf (gewesen).

Und dann das medial erzeugte “Muß”: Wenn Du heute Deiner/Deinem Liebsten nichts schenkst, dann liebst Du nicht wirklich. Das ist genauso bescheuert wie: Wenn Du mich lieben würdest, wüßtest Du, was ich mir wünsche.

Hääh? (Auf Hochdeutsch: Wie bitte? Merkst Du’s noch?)

Ehrlich, glaubt irgendjemand, daß das auch nur ansatzweise funktionieren könnte? Oder richtig sein könnte? Das sind doch zwei ganz klar erkennbare Denkfallen!

Weil: Wenn Du mich lieben würdest, dann wüßtest Du, daß ich – selbst wenn ich Dich liebte –, ohne daß Du Deinen Wunsch geäußert hättest, einfach nicht wissen könnte, was Du wünschtest,.

Das wüßtest Du übrigens auch, wenn Du denken könntest.

Und nun: Denkt mal drüber nach.

Der Emil

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

P.S.: Positiv am 13. Februar 2013 war mein erster “bestellter” und gelöster “Hackerauftrag”.

© 2013 – Der Emil. Text & Bilder stehen unter der Creative Commons 3.0 Unported Lizenz
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Über Der Emil

Not normal. Interested in nearly everything. Wearing black. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
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0 Kommentare zu Fallen-Dienstag (Nº 045)

  1. nextkabinett sagt:

    Na, da musste ich aber zweimal um die Ecke denken … Herzchentag … Dieses Jahr habe ich auf all das keine Lust … bin ein wenig Virtualparty müde ….

  2. Okay, dann versinke ich jetzt erstmal in dumpfes Brüten und gehe in mich! ;o)

  3. Ulf Runge sagt:

    und ich dachte, heute sei merci-schokolode-tag oder mon-cheri-tag…
    klasse geschrieben…

  4. Ellen sagt:

    Chapeau, lieber Emil, Chapeau!
    Du hast mir aus dem Herzen geschrieben. Mir gehen diese „Zwangs-Konsum-weil-sonst-Tränen“ – Tage allesamt auf den Keks, der 14.02. hat aber ein besonders negatives Alleinstellungsmerkmal: Er suggeriert, dass anhand von Preis und/oder Anzahl der Geschenke der Grad der Liebe gemessen werden kann.
    Ich finde das so dreist, erbärmlich und töricht, dass es mich schüttelt.
    Danke für Deinen Beitrag daher…

  5. S(tef)unny sagt:

    Ich hab im Geiste Deine Stimme zu diesem Text gehört …. Nebenwirkungen vom Buchfink 😉

  6. Frau Momo sagt:

    Wir haben diesen Tag bisher noch immer ignoriert und das wird auch so bleiben.Und Mon Cherie mag ich eh nicht 🙂

  7. Pingback: 4 x 4 Kochlöffelfragen – Hamburg Heartbreak antwortet ( ❦ 045) | Germanys next Kabinettsküche

  8. Sofasophia sagt:

    wer selbst denkt, fällt in diese falle nicht rein. ich habe grad gestern die gleiche frage überlegt: was sind es für leute, die diesen brauch mitmachen? und wenn ja, warum?
    der heilige valentin (oder wer immer hier den namen gegeben hat) würde sich wohl im grab (hat er eins?) umdrehen.

    einen schönen donnerstag wünsch ich dir!

  9. mayarosa sagt:

    Lieber Emil, warum so empört und verärgert? Mögen sich doch die beschenken, die daran Freude haben. Und die, denen das nichts bedeutet oder zu doof ist, sollen es lassen. So darf jeder Jeck anders sein. Und keiner braucht sich deswegen zu empören über die eine oder andere Sichtweise. Kann doch der Valentin nix dafür, dass du ihn fallen lässt und nicht leiden magst. LG

  10. Frau Blau sagt:

    lieber Emil, du nennst die Fallen der Liebespaare, wieviele schon darin hängen geblieben sind!
    und dieser Tag heute … absoluter Blödsinn! entweder ich liebe oder ich liebe nicht und wenn ichs tue, dann zeig ich es, egal an welchem Tag …
    lebgrüßt dich ulli

  11. irgendlink sagt:

    Ja, alles ist nachvollziehbar. Sowohl den Tag zu ignorieren, als auch mit zu machen. Das Perfide ist, dass alleine die Existenz dieses Tages und die Neudeutung, mit der man die Hülse geladen hat, eine Kraftwirkung ausübt. Sei es, dass man brav konsumiert, wie es erwünscht ist, oder dass man genau das Gegenteil tut, trotzt. Ignorieren geht leider nicht mehr.
    Ein ähnlicher Mechanismus wirkt, wenn man einem Menschen etwas verbietet. Entweder hält er sich daran oder er überschreitet die Grenze. Eine neutrale Herangehensweise wird fast unmöglich, weil schon das Verbot, oder in diesem Fall die Werbemaschinerie, eine Kraft in die Welt bringt, auf die man so oder so reagieren muss. Im Fall ist die Reaktion (die Kraft) in diesem Artikel und im Kommentarstrang zu fühlen. Ohne Fallen Dienstag (Gutwort) kein Artikel und auch keine Kommentare. Gerne schreibe ich das nun.

  12. Anne-Marie Peters-Tipton sagt:

    Mein Grossvater muetterlicherseits hiess Valentin (Fallen-diensta…?) na da kann ich aus dem Fenster gucken & an ihn denken. Sehr guter Artikel.

  13. Gabi sagt:

    Als ich am Donnerstag Deinen Beitrag las, hatte ich das Wortspiel mit dem Fallen-Dienstag nicht geschnallt. Ich dachte angestrengt nach, was das für ein Feiertag sein könnte, der mit „Fallen“ zu tun hat und der sonst auf einen Dienstag fallen sollte und diesmal aber an einem Donnerstag ist. Erst jetzt zwei Tage später bin ich draufgekommen. Bin wohl ordentlich auf dem Schlauch gestanden – äh gesessen! 🙂 – Das wird doch nicht das Alter sein? 🙂

    Ich denke mir halt so, wenn die Leute sich zu solchen vorgegebenm Konsumwahn hinreißen lassen wollen, dann sollen sie es doch tun. Als ich noch Kind war, wurde bei uns der Valentinstag doch auch ein bisschen „zelebriert“. Man schenkte halt seiner Mutter oder Oma oder der Mann seiner Frau oder Freundin (hoffenlich nicht gleichzeitig :-)) ein paar Blumen. Was aber nicht hieß ein Riesenstrauß oder gar sündteure Rosen. Einfach ein oder ein paar Blümchen. Und es war auch kein „Muß“. Irgendwelche Naschereien, Herzchen oder Kärtchen waren eher nicht üblich.

    Interessantes in Wikipedia gefunden: in Japan beschenken am 14. Februar Frauen die Männer mit Schokolade. Und die wiederrum werden am sogenannten „White Day“ am 14. März von den Männer mit weißer Schokolade beschenkt. 🙂
    Und in Südkorea gibt es dann am 14. April den „Black Day“. Wer am 14. Februar und am 14. März leer ausging, betrauert dies am 14. April und isst Jajangmyeon (자장면), Nudeln mit schwarzer Soße. .-)

    lg Gabi

    • Der Emil sagt:

      Keine Sorge, Du warst damit nicht allein … Ich kenne diesen Tag erst seit der Wende – in der DDR war er unbekannt, nicht üblich.

      Ins Wikipedia hatte ich noch nicht geschaut; aber ich habe es jetzt nachgeholt. Dabei hab ich mal wieder festgestellt, daß der englische Eintrag viel umfangreicher und viel informativer ist als der deutsche – ich werde in Zukunft viel öfter die fremdsprachige Version nutzen …

      • Gabi sagt:

        Das mit der englischen Wikipedia-Version ist mir auch schon aufgefallen. Informativer und eben auch dadurch umfangreicher. Was hier eigentlich positiv ist, ist leider für mich manchmal ein bisschen ein Problem. Ich kann zwar schon englisch, aber nicht gerade so über drüber gut. Das heißt, ich muss mich viel mehr konzentrieren beim lesen und es dauert sehr viel länger. Dazu bin ich dann manchmal leider zu faul oder es fehlt mir die Zeit dazu. 🙂
        lg Gabi

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