Aufwand und dann? (Nº 029)

Leistung oder leistungsfreie Liebhaberei?

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Die Vorbereitung auf die nächste(n) Sendung(en) läuft. Schon seit Sonnabend. Da saß ich am Abend vor meinem Bücherschrank und glotzte hinein wie der Ochs ins Uhrwerk. Am Sonntag traf ich im Sender jemand, der eine andere Literatursendung bei Corax macht. Gestern nachmittag spannen wir ein Weilchen an gemeinsamen Sendeideen. «Kinderbücher für Erwachsene» war eine davon.

Auf meinem Tisch liegen jetzt vier Bücher, von denen ich zwei bereits fest einplane. Ein drittes muß ich noch suchen – und auch zwei oder drei Gedichte müssen sein. Eines davon wird das «Gedicht für die Woche», so, wie es jetzt Bertolt Brechts «Das 19. Sonett» war. Vielleicht finde ich wieder so etwas Schnuckeliges wie das Busch-Gedicht vom Vogel mit Humor für den Abschluß?

Mir fällt selbst auf, wie sehr ich um diese eine Ding «Buchfink» kreise. Hoffentlich zieht irgendwann Routine ein bei mir, Routine, die mir die Vorbereitung wesentlich erleichtern könnte. Jetzt fühle ich mich fast ein wenig unwohl mit diesem eingeengten Betätigungsfeld: Oder stecke ich zuviel Zeit und Energie in das Projekt, das außer der «Ehre» und der Anerkennung in einem sehr begrenzten Kreis nichts einbringt als eben die Arbeit damit und die Freude daran?

Aber sind die Arbeit und die Freude an der Arbeit, am Gelingen nicht der wirklich beste Lohn für mich? Das wollt ich doch: Eine Arbeit, die Spaß macht, die auch Anerkennung findet – und das völlig unabhängig von einer geldlichen oder geldwerten Bezahlung. Für mich ist dieses Tun tatsächlich ein Ehren-Amt … Nur im Jobcenter mag man nicht anerkennen, daß ich damit auch etwas leiste, eine Leistung erbringe; denn im Jobcenter gilt: Leistung ist nur das, was Geld einbringt.

Verrückte Welt! (Aber das schrieb ich wohl gestern schon.)

Meine Vorgänger führten übrigens ein Weblog zu ihrer Sendung hier bei WordPress – mit Georg und Nils muß ich mich wohl vergleichen lassen.

Der Emil

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

P.S.: Positiv am 28. Januar 2013 war die Aussage des Gastroenterologen, daß nichts, wirklich nichts vorliegt, das jetzt irgendeine weitere Untersuchung erforderlich macht.

© 2013 – Der Emil. Text & Bilder stehen unter der Creative Commons 3.0 Unported Lizenz
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Über Der Emil

Not normal. Interested in nearly everything. Wearing black. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
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0 Kommentare zu Aufwand und dann? (Nº 029)

  1. Frau Momo sagt:

    Arbeit, die nix kostet, ist halt nichts wert…. die wollen Dich nur aus ihrer Statistik. Zu mir hat man mal gesagt, es ist uns egal, ob Sie mit dem Job glücklich sind, oder nicht. Hauptsache, man ist dort nicht mehr Kunde. Lass Dich davon nicht beirren.

  2. Sofasophia sagt:

    ach, selbst beim tollsten, unabhängigsten ding verfallen wir in vergleiche (und wenn nur mit uns selbst: „letztes mal“, „nächstes mal“). ich übe, dies als ermutigung, an mir zu arbeiten, zu sehen statt als (konkurrenz)druck. du hast da soo viel möglichkeiten. das würde mich auch nervös machen. gewiss wird gelassenheit wachsen!

    buchtipp: märchen für kinder bis 99: gamuppel von ulli gau. tolltolles weises buch!

  3. Himmelhoch sagt:

    Ich bin so froh, dass ich von dieser Idiotenmeinung im Jobcenter nicht mehr abhängig bin – und dir wünschte ich das auch so.
    Gestern habe ich hier zwei riesengroße Kartons mit Büchern aussortiert. Die erste kommt ins Altenheim in die Bilbiothek, für die zweite muss ich noch einen Empfänger suchen. Eine „Bücherbank“ würde unter der Last zusammenbrechen.

  4. Théo sagt:

    Nun, ob es eine Leistung ist, die etwas wert ist, solltest du nicht alleine davon abhängig machen, ob sie DICH erfüllt. Ehrenamt bedeutet m. E. auch, dass du anderen hilfst. Und je größer deine Hilfe für andere ist, um so wertvoller ist dein Tun. Ganz egal, ob du damit Geld erwirtschaftest. Aber dein Glück ist nicht der Maßstab für Leistung.

  5. Follygirl sagt:

    Zum Thema ARBEIT…. kann ich nicht so recht was schreiben, ich habe Jahrzehnte malocht, ohne dafür bezahlt zu werden, im Gegenteil wir haben das alles alleine getragen.. Na, das sieht natürlich anders aus, wenn man von Staat „abhängig“ ist, leider..
    Aber eigentlich sollte jeder nur das tun, wozu er Lust hat und was er gerne macht ( da gab es doch mal die mit dem Grundeinkommen…) Naja. das werden wir nicht erleben.
    Ich wünsche Dir, das Du eine gute Lösung für Dich finden kannst.
    LG, Petra
    (PS: Wäre toll, wenn Du deinen Sendungen auch dort auf der Seite einbinden könntest, ich schaffe das zu den Uhrzeiten nujr sehr schlecht)

  6. apfelesserin sagt:

    Lieber Emil, wenn Du noch schöne Kindergedichte suchst, wirst Du sicher fündig bei Mascha Kaleko, die auch sehr viele Kindergedichte geschrieben hat. Oder bei Ernst Jandl, der zwar keine Kindergedichte, aber lustige Gedichte schrieb.
    Ich denke, mit der Zeit wirst Du sicher mit mehr Gelassenheit an diese schöne Arbeit gehen können, einfach, weil Dir Abläufe vertrauter werden und weil Du weißt, wo Du was findest, wie Du am besten suchst, formulierst, strukturierst etcpp.
    Ich finds schön, dass Du etwas machst, woran Du Freude hast. Ich mache das auch und habe das auch immer so gehalten.

    Liebe Grüße, viel Freude und gutes Gelingen, apfelesserin

    P.S.: Es gibt ein Buch, das heißt: „Großer Ozean – Gedichte für alle“, von H.J. Gelberg. Da gibts auch sehr viele Kindergedichte.

  7. Amelie sagt:

    Lieber Emil, zu Kinderbüchern für Erwachsene kann ich bedauerlicherweise gar keinen Beitrag leisten. Ein wenig mehr Routine bei der Vorbereitung der Sendungen ist okay, aber das letzte Quäntchen Lampenfieber muss bleiben. Sonst geht der Reiz, der Spaß an der Sache verloren. Und es ist dann ’nur‘ ein Job.
    Und dann noch was: Supi was die Aussage des Gastroenterologen betrifft. Was nützen alle Pläne und Überlegungen, wenn es mit der Gesundheit arg im Argen ist …

  8. Elvira sagt:

    Vergleiche sind immer schwierig. Welchen Maßstab willst Du ansetzen? Ich denke, Du machst jetzt Dein Ding, mit Deiner Persönlichkeit und Deiner Sichtweise. Wichtig ist einfach, dass die Zuhörer merken, dass Du authentisch bist!
    Liebe Grüße von Elvira

  9. minibares sagt:

    Der Blog ist aber eigenartig, nur Downloads der Sendungen, keine persönlichen Worte.
    Da ist mir deiner lieber.
    Wie schön, dass du mit der Sendung so beschäftigt bist. Sie wird bestimmt wieder richtig gut werden. Ich drücke alle Daumen ♥

  10. Gabi sagt:

    Ich finds einfach gut, dass Du etwas machen kannst, was Dir Freude macht. Und dass unbezahlte Arbeit angeblich keine ist, davon kann wohl so manche Hausfrau berichten. 🙂
    Und sehr erfreulich, dass Deine Untersuchung so positiv ausgegangen ist.
    lg Gabi

  11. syntaxia sagt:

    „Positiv am 28. Januar 2013 war die Aussage des Gastroenterologen, daß nichts, wirklich nichts vorliegt, das jetzt irgendeine weitere Untersuchung erforderlich macht. “
    Dafür gibt es ein extra „Gefällt mir!!!“

    ..grüßt dich Monika

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