Letzter Sonntag (#330)

Totensonntag, Ewigkeitssonntag

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Heute hauptsächlich Schweigen. Für alle Gegangenen und für alles Vergangene.

 

Gedenken

 

 

Und für die Gebliebenen.

Wenn ich heute die Gelegenheit hätte, manche Menschen um etwas zu bitten: Dann möchte ich heute schon wissen, welche Worte mir zwölf ganz bestimmte Menschen mitgeben würden auf meinen Weg aus diesem Leben. Außerdem denke ich heute an einen Jungen, mit dem ich im Sommer 1995 am Grab seiner (Stief-) Oma stand und das erste Holzkreuz des Bermsgrüner(??? Es ist schon so lange her.) Friedhofs anschaute. Kurze Zeit später kam er bei einem Autounfall ums Leben – der Fahrer hatte keine Schuld. Auf dem Grab des Jungen steht, so wie mein Sohn es sich wünschte (hoffentlich spielte mir mein Gedächtnis da nie einen Streich!), seit 1995 ebenfalls ein Holzkreuz.

Grab

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

P.S.: Positiv am 24. November 2012 waren das Ausschlafen und die Schicht im Verein.

330 / 366 – One post a day 2012 (WP-count: 171 words)

Über Der Emil

Not normal. Interested in nearly everything. Wearing black. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
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0 Kommentare zu Letzter Sonntag (#330)

  1. Susanna D. sagt:

    Es ist seltsam. Mit eigenem Verlust kann ich umgehen. Mit dem Verlust anderer nicht.
    Danke für die Einblicke in Dein Innerstes.

  2. Anna-Lena sagt:

    Sein eigenes Kind zu verlieren, ist das Schlimmste, das Eltern passieren kann.
    Stille Grüße
    Anna-Lena

  3. piri ulbrich sagt:

    Ich umarme dich!

  4. Follygirl sagt:

    Ja, das muß schlimm sein.. ich wünsche Dir nicht zu trübe Gedankern heute…
    LG, Petra

    • Der Emil sagt:

      Nein, so trüb sind sie nicht, die Gedanken. Klar, je näher ich dem komme, was früher war (ich bin noch lange nicht wieder dort), desto deutlicher wird auch die Erinnerung an den Schmerz … Aber es tut nicht akut weh.

  5. Jeden Geliebten zu verlieren ist schlimm. Ich habe meinen Vater verloren. Vor zwei Wochen ist er gestorben. In Trauer, die Steff

  6. Herbstbaum sagt:

    Wenn ich Fragen stelle zum Tod, dann die, „wer nimmt dich in Empfang auf der anderen Seite?“, „Wer ist da?“. Im Falle des Jungen würde ich sagen die Großmutter. Ich gehe heute meine Großmutter ehren.

    • Der Emil sagt:

      Auf der anderen Seite … Ich weiß nicht. Vor einer Woche hab ich ja laut darüber nachgedacht: Wie ein Eiswürfel, der ins Wasser fällt …

      Ja, gehen wir der Menschen gedenken, denen wir begegnen durften.

  7. Lieber Emil … ich schweige mit dir …. und ge-DENKE!
    Mit Herz & Segen!
    M.M.

    Der Engel klopft an,
    er sagt niemals wann;
    er klopft an die Tür,
    wenn die Zeit reif dafür.

    Ist die Seele bereit,
    gibt er sein Geleit;
    er nimmt unsre Hand,
    führt in herrliches Land.

    © Monika-Maria Ehliah Windtner

  8. nextkabinett sagt:

    Lieber Emil,
    ich denke an Dich. Wie Anna-Lena sagt, das eigene Kind zu verlieren, ist das Allerschlimmste. Vielleicht sollten wir uns an den Mexikanern ein Beispiel nehmen und für unsere Toten ein Fest bereiten, wie sie es am Día de los Muertos ( ❧ 306) tun… Ich glaube, das würde Deinem Sohn bestimmt auch gefallen …
    Liebe Grüße,
    Renate

    • Der Emil sagt:

      Das gemeine ist: Ich weiß nicht, was ihm gefallen hätte – die letzten zwei Jahre lebte er bei seiner Mutter.

      Aber ich … Ach, ich bin froh, daß ich mich an ihn erinnern kann.

  9. M. sagt:

    Ich denke heute an meine Oma besonders intensiv und Emil, mir gefällt Ewigkeitssonntag mehr.

    • Der Emil sagt:

      Manchmal ist mir die Ewigkeit zu lang, manchmal reicht auch sie mir nicht aus …

      Niemand ist ganz tot, der in den Herzen der Menschen weiterlebt …

  10. Pingback: Letzter Sonntag ( ❧ 330) | Germanys next Kabinettsküche

  11. Als ich Deinen Beitrag kurz nach dem Erscheinen gelesen habe, war ich mir nicht sicher, ob ich das mit „Jungen“ und „Sohn“ richtig verstanden habe. Offensichtlich ja. Und das tut mir in der Seele weh, lieber Emil!

    Insbesondere, weil ich inzwischen selbst mit der Problematik „Kind geht vor den Eltern“ befasst bin. Allerdings in einer ganz anderen Situation: Es geht nicht darum, dass ich mein Kind verliere; nur damit es nicht zu Missverständnissen kommt. Mehr möchte ich dazu allerdings nicht öffentlich sagen.

    Dein Gedenken ist still und doch intensiv. Es geht nahe und ich bin mir sicher, dass Dir Dein Gedächtnis schon rein intuitiv keinen Streich spielt.

  12. Margot sagt:

    Lieber Emil, nicht traurig sein, aus einem Samenkorn der Liebe wurde ein Engel, wenn auch viel zu früh. Betrachte es so, er wollte der Erste sein, der Dich mit seiner großen Liebe in einer anderen Welt empfängt. Nur wünsche ich Dir, und auch uns, dass diese Zeit noch sehr weit entfernt ist.
    Von Frömmigkeit bin ich nicht geprägt, aber so sehe ich es in meiner Welt.

    Liebe Grüße, Margot

  13. das ist so schlimm, so traurig … *schnief* keine Mutter und kein Vater dürften ihre Kinder zu Grabe tragen… aber manchmal ist das so, mir fehlen die Worte …es ist so traurig…. ich drück dich mal ganz fest… meine Kerze brennt heute auch für deinen Jungen …

    TB ist sehr traurig grad

  14. Lieber Emil,
    mir gefällt, wie Du heute Deine Trauer über den Tod Deines Sohnes beschreibst: als eine zuversichtliche Art der Melancholie. Das habe ich so noch nie gehört, und das rührt mich sehr an.
    Gut, dass Du inzwischen „laut darüber nachdenken“ kannst. Vielleicht hilft Dir das, sicher aber hilft es den Menschen, die hier lesen und heute den Menschen gedenken, die sie lieben und die sie zu verabschieden lernen mussten und müssen.
    Dank Dir dafür,
    herzlich, mb

    • Der Emil sagt:

      Ich hab das so auch noch nie gehört und gesagt, aber es ist die beste Beschreibung, die ich dafür habe: eine zuversichtliche Art der Melancholie. (Trauer, ja. Aber nicht so sehr nach unten ziehend.)

  15. syntaxia sagt:

    Die Zahl der Blogger und Bloggerinnen, die ihr Kind verloren, steigt in meinem Umkreis stetig an.
    Nach 28 Jahren denke ich noch liebevoll an meinen Sohn, der wie wild in meinem Bauch strampeln konnte…
    Ich empfinde es ähnlich wie du, es zieht nicht mehr so runter, die schmerzhafteste Trauerphase ist länger schon vorbei.
    ..grüßt dich Monika

  16. Lieber Emil,

    ich weiß nicht was ich sagen soll. Ich habe (bald) ein extremes Jahr hinter mir mit extremen Höhen und Tiefen. Aber was Du erlebt (oder überlebt) hast, stellt alles in den Schatten. Dagegen ist alles andere so banal. Ich weiß nicht wie ich damit fertig würde. Keine Ahnung, wo ich da noch irgendwelchen Lebensmut hernehmen sollte.

    Verrätst Du noch, wie alt der Junge war? Vielleicht magst Du uns sogar seinen Namen sagen? Damit wir uns ein Bild von ihm machen können? Nur wenn Du willst. Nicht mehr als Du willst. Du bist echt ein tapferer Kerl.

  17. Inch sagt:

    Du machst mich sprachlos. Weil, es gibt keine Worte, auszudrücken, was ich empfinde, wenn ich vom Verlust eines Kindes lese. Ich wüsste nicht, ob ich mit so einem Verlust umgehen könnte. Ich möchte nicht einmal darüber nachdenken.

  18. Frau Blau sagt:

    lieber Emil,
    ich ziehe vor deiner Offenheit den Hut. So, wie du deiner Trauer (heute) begegnest kann es mutmachend für viele sein, die noch gar keinen Umgang, keinen Weg gefunden haben. Danke dir sehr.
    herzliche Grüße
    Frau Blau

  19. Martina G. sagt:

    Es tut mir so leid für Dich um Deinen Sohn. Ein Kind, dass vor seinen Eltern geht, ist das schlimmste was einem passieren kann. Ich kann das gut nachvollziehen, mein Sohn lag letztes Jahr im Koma. Ich habe damals gebetet, obwohl ich nicht gläubig bin, gebetet, dass Gott mich anstatt seiner nehmen soll. Gottseidank ging es schon bald wieder bergauf mit ihm.
    Ein Holzkreuz finde ich eine gute Wahl, er wird sich dabei etwas gedacht haben…und Du hast das richtige getan, es war sein Wunsch, Du hast da nix missverstanden.
    LG Martina

  20. Sofasophia sagt:

    stilles mitfühlen … und liebe grüsse
    soso

  21. Gabi sagt:

    Ich empfinde eine gewisse Traurigkeit und ein ehrliches Mitgefühl, nachdem ich Deinen Beitrag gelesen habe. Jedoch finde ich es sehr mutig von Dir, dass Du darüber geschrieben und Deinen Gedanken freien Lauf gelassen hast.
    lg Gabi

  22. minibares sagt:

    Ewigkeitssonntag gefällt mir schon besser.
    Wir Katholen hatten Christkönigsfest.
    Eben auch den letzten Sonntag im Kirchenjahr. Wir hatten ja Allerheiligen und Allerseelen.

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