Ach nein, die Frage nach der Effizienz möchte ich hier nicht stellen
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Die Gesprächsaufzeichnungen waren mit 28 min und 32 min nicht allzu lang. So hatte ich sie mir – als derjenige, der bei der Aufzeichnung nicht dabeiwar – mitgenommen, um zuhause in Ruhe die Gesprächsstruktur zu untersuchen und den Inhalt so festzuhalten, daß das Schneiden erleichtert würde.
Für die erste Hälfte arbeitete ich insgesamt sechs Stunden: Zuerst habe ich mir das bei einem Essen in größerer Runde geführte Gespräch vier- oder fünfmal anhören müssen. Nur um zu begreifen, worum es eigentlich geht.
So einfach war das nicht, wie es sich hier liest. Denn zum einen bin ich selbst in dem Gesprächsthema verhaftet und mußte deshalb eine notwendige Distanz wahren oder herstellen. Das fiel mir richtig schwer, weil ich im Gesprächsverlauf mehrfach (!) Vorwürfe gemacht oder mich zur Verteidigung und Rechtfertigung eines Kollektivs ereifert hätte, zu dem ich mich zugehörig fühle und das ich mehrfach bösartig angegriffen sah.
Zum anderen ist es sehr schwer, einem Gespräch zu folgen, das durch häufiges, um nicht zu sagen: ständiges Klappern von Tellern und Besteck gestört wird.
Dann endlich fühlte ich mich in der Lage, eine Notation anzufertigen, eine Art Storybook. So hockte ich am PC, hatte die Kopfhörer auf und stellte wiedereinmal fest, daß mir Multitasking bei konzentrierter Arbeit nicht möglich ist. Ich sah mich außerstande, eine Zusammenfassung zu notieren und gleichzeitig etwas anderes zu hören und gedanklich zusammenzufassen. So brauchte ich für die Erledigung dieser Vorarbeit weitere zwei Stunden. Für knapp 30 Minuten aufgezeichnetes Gespräch!
Und aus diesem ersten und dem noch zu bearbeitenden zweiten Teil sollen etwa 15 Minuten Gesamtsendezeit werden …
Trotz der scheinbar zu langen Bearbeitungszeit bin ich mit meiner Arbeit ganz zufrieden. Habe ich doch weder gelernt, wie Radio zu machen ist, noch wie die Schnittprogramme funktionieren (zuhause nutze ich Audacity und Ardour, im Studio stehen Wavelab und Samplitude zur Verfügung).
Was will ich also hier? Jammern? Nein, eher nicht. Nur mal erwähnen, daß 15 Minuten Wortbeitrag in einer Radiosendung ein ganzer Arbeitstag Aufwand sein können. Gestern nachmittag saß ich, saßen wir dann schonmal 3 Stunden im Studio – und dort sind wir jetzt wieder. Seit 20 Uhr wird gearbeitet ohne festgelegte Endezeit … Nächste Woche Donnerstag ist Sendetermin.
Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.
P.S.: Positiv am 25. Juni 2012 waren ein gelungener Text, ein leckeres Essen und knifflige Arbeit.
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puh. das kenn ich von ganz normalen interviewaufnahmen für printmedien. was ein aufwand!
aber hinterher gibts doch ein gutes gefühl!