Das Doreacht (#070)

Uninteressant, ja. Trotzdem.

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Ab und zu versuche ich mich als Lyriker, als einer, der Gedichte dichtet. Ich tu das schon seit der Schulzeit, und das älteste auffindbare gereimte Stück Text von mir ist – ausgerechnet! – eine Büttenrede vom ersten Faschingsball an der EOS. Das dürfte im Frühjahr 1979 gewesen sein (wenn nicht gar am 11. November 1978 gehalten).

Auch hier tauch(t)en immer wieder Haiku und Senryū und der 28er nach Helmut Maier auf. Besonders an dem habe ich mich, seit ich ihn entdeckte, immer wieder versucht.

Schließlich reizte es mich, damit zu spielen. Und so schuf ich, wie Helmut Maier schreibt, etwas völlig Neues, das ich anfänglich Doppel-Reziprok-28er nannte. Mein Sechszeiler ist recht schlicht aufgebaut:

Acht Silben in der ersten Zeile, neun Silben in der zweiten und elf Silben in der dritten Zeile (das ist der 28er) ergänze ich um einen umgekehrten 28er (mit elf, neun und acht Silben in den Zeilen vier bis sechs).

Das Sahnehäubchen: Zeilen mit gleicher Silbenzahl sollten (!) sich reimen.

Nun fehlt mir noch ein rechter Name für das «Dingens», den Doppel-Reziprok-Achtundzwanziger. Nenn ich es 56er (2 * 28 Silben), Sezesigleireim (SEchsZEiler, dessen SIlbenGLEIche Zeilen sich REIMen)?

Ach nein. Ich hab gesucht, diverse Suchmaschinen kennen das Wort nicht, also schaffe ich mir die Bezeichnung Doreacht. Klingt ein wenig irisch-gälisch? Na und?

 
 
Frühlings-Doreacht

Voller Farben sind die Wiesen
und Hummeln zeigen sich der Sonne.
Endlich gibt es draußen wieder frisches Grün.
Mich locken die Wälder jetzt hinauszuziehn.
Im Garten in der Wassertonne
wachsen die Mücken zu Riesen.

© 2012 – Der Emil unter der creative common license für Deutschland 3.0
(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung): CC by-nc-nd Website

 
 

So. Das wollte ich mal loswerden. Ab sofort gibt es nicht nur Sonette und Senryū und 28er und Limericks und Haiku und Janka, sondern auch das Doreacht. Danke, Helmut Maier.

 

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

P.S.: Positiv am 9. März 2012 waren der für 1 Gulden verlängerte Bibliotheksausweis und der erfundene Begriff.

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070 / 366 – One post a day 2012 (WP-count: 361 words)

Über Der Emil

Not normal. Interested in nearly everything. Wearing black. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
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0 Kommentare zu Das Doreacht (#070)

  1. Für einen Gulden verlängerten Bibliothekausweis? Wie funktioniert denn das? 🙂

  2. colorsigns sagt:

    Du bist wirklich sehr kreativ, das gefällt mir und der neue Do re acht auch.
    Dann werd ich mich auch einmal daran versuchen und wenn du gestattest es auf meiner Seite Colorsigns ebenso nennen. Klar .. . dann mit dem Link auch zu dir rüber ; ) Danke _Emil und ein Hoch auf den Schöpfer des 28 er Herrn Helmut Maier.
    Ein schönes Wochenende herzlichst Christin

  3. Meike sagt:

    Ich finds toll, dass du den Mut hast, neue Worte zu erfinden und sie öffentlich kundzutun. Ganz ehrlich. Die meisten (mich eingeschlossen…hm…) wären dafür wohl viel zu befangen. 😉 LG und nen netten Samstag wünscht
    Meike

  4. Gudrun sagt:

    Da muss ich doch mal überlegen zu welchem „Wortwettbewerb“ ich dich anmelde. 😀
    „Unwort“ ist es nicht, „Anglizismus“ (das habe ich gerade am Wickel; ich zeichne wieder) ist es auch nicht… Mal sehen.
    Mach unbedingt weiter. Mit deiner Lyrik, und mit deinen Wortschöpfungen.

    Einen schönen Sonntag wünscht die Gudrun

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