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Wie vorgestern geschrieben, hauchte mir mein Denkicht als erstes die Überschrift ein. Gestern flüsterte es mir dann den folgenden Satz zu, der beschreibt, wie es hätte auch sein können. Gaaaaaaanz tief Luftholen:
Zwischen dem ganzen Papierkram, den er endlich einmal durchsucht und jetzt auf die vier Haufen Altpapier, Unterlagen, Schredder und Erinnerungen verteilt, nachdem er in den letzten sechs Jahren alles nur einfach an verschiedenen Stellen und in allen Schränken – auch im Kühlschrank! – vor sich selbst versteckt hatte, hat er nicht nur eine erkleckliche Anzahl herausgerissener Zeitungsartikel, ungeöffneter amtlicher und anderer Briefe, eine Anzahl teilweise vergilbter Photographien, einige Eintrittskarten, Kontoauszüge und Visitenkarten gefunden neben anderen besonderen Erinnerungsstücken, sondern auch einen leicht angeknitterten rosafarbenen Briefumschlag, in dem nichts weiter steckt als ein in einer ihm auf den ersten Blick unbekannten Handschrift mit einer Telefonnummer bekritzelter Fahrschein der “Weißen Flotte” in Dresden, ausgestellt für die Strecke von Dresden nach Diesbar-Seußlitz, jedenfalls, als er die Ortsnamen liest und das aufgedruckte Datum, tauchen aus den tiefsten Tiefen seiner Erinnerung grüngolden gesprenkelte Augen auf, die ihn über ein Glas außerordentlich köstlichen Elblings hinweg im Schein der fünf Kerzen des Kandelabers, der auf dem wahrscheinlich in Jahrhunderten nachgedunkelten Holztisch im Weinkeller stand, anlächelten und an ein perlendes Lachen und eine weiche warme Haut, so daß er die hingekritzelte Nummer jetzt doch in sein Handy tippt und sich wie ein Schneekönig darüber freut, daß sie sich am Telefon meldet nach all den Jahren ohne Kontakt und daß es ist, als hätten sie gerade erst aufgelegt …
Okay. Luftholen bitte.
Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.
P.S.: Positiv am 10. März 2012 war der wiedermal leckere Weißkohlsalat, der durchgezogen noch viel besser als am Tag vorher schmeckte.
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😀 Emil!
Das hätte ich früher mal gebrauchen können. Mit dem Satz hätte ich meinen Deutschlehrer zur Weißglut gebracht. Der wäre schön nach dem ersten Drittel ausgerastet.
Das läßt sich wunderbar auch in vielen Sätzen beschreiben – aber so kam er aus meinem Hirn. Hab mich hingesetzt, an einen bekritzelten Fahrschein gedacht und losgeschrieben. Nur eine einzige Änderung habe ich vorgenommen: das „jedenfalls“ ersetzte ein „und“.
Nun, denen, die Immanuel Kant lesen, kennen noch längere Sätze 😉 – das hier sind doch nur 220 Worte mit 1548 Zeichen.
ist auch mal eine interessante Übung, auf diese Schulsatzregel zu pfeifen und ..
Und die erzählte Begebenheit, die ist auch schön. Irgendwie.
Stimmt, aber darin ist der Emil Meister.
Jaja, und genauso toll wollte ich auch mal sein. 😀 Mein Deutschlehrer hatte kein Verständnis und hat mich vor der Klasse – sagen wir mal – in der Luft zerissen.
(Thomas Mann kann das auch, und Balzac …)
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Beim zweiten Leseversuch war mein Luftpensum dann auch ausreichend :o)
Welch bewundernswertes Lungenvolumen. Na, als Raucher muß ich dann doch öfter nach Luft schnappen, will ich den Satz vorlesen.
uff, ich habe Luft geholt, Emil. Ein wunderbar langer, schöner Satz, in einem Atemzug zu lesen …
Schönen Sonntag wünscht
Monika
Hmm. ..Luft hab ich zwar, aber ich bin doch ein Freund des Punkts.
LG, Petra
Boah, da bleibt einem ja die Luft weg.
Du kannst ja flüssig schreiben, sozusagen ohne Punkt und Komma, lach.
Toll geschrieben.
Manchmal denke ich sogar so …
Bei diesem Satz hätte ich fast selbst die Luft angehalten. 🙂
Lg Gabi