Technisch bedingter Irrtum (#050)

Serienproblem

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Miniatur 3 / 8
 

 

Endlich bin ich raus aus der Praxis. Nichts als schnellstens nach Hause.

Ich gehe zu meinem Auto, einem gelbbraunen Wartburg 353. In Gedanken bin ich noch bei dem, was der Arzt mir sagte. Ich schließe das Auto auf und steige ein.

Es sei nur eine Bindegewebsverhärtung gewesen, die er mir herausgeschnitten hatte. Selbst vier oder fünf Dutzend davon sind völlig ungefährlich.

Kupplung, Motor starten, etwas Gas. Griff zum Schalthebel. Der ist nicht da.

Ich schau hin: Der Schalthebel fehlt. Und das ist nicht mein Autoradio. Wieso ist hier eine Lenkradschaltung – ich habe doch Knüppelschaltung drin?

Motor aus. Aussteigen. Auto zuschließen. Kopfschütteln. Ah – da, drei Wagen weiter hinten steht noch ein 353er. Und der trägt sogar meine Nummernschilder.

 
 

 
 

Kein Scherz. Tür- und Zündschlüssel paßten beim fremden Wartburg. Das Ganze geschah mir 1990 im Frühjahr.

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

P.S.: Positiv am 18. Februar 2012 war trotz aller Traurigkeit ein Abschied.

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050 / 366 – One post a day 2012 (WP-count: 193 words)

Über Der Emil

Not normal. Interested in nearly everything. Wearing black. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
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0 Kommentare zu Technisch bedingter Irrtum (#050)

  1. Himmelhoch sagt:

    Du hattest auch den mit Knüppelschaltung ohne Cardantunnel – unten vollkommen offen. Das haben wir mal eisig zu spüren bekommen, als wir im Winter 1979 in Polen bei dem Schnee- und Kälteeinbruch vom Traktor über Schnee und Eis gezogen wurden, ohne dass die Räder den Boden berührten. Danach war alles eingefroren und wir konnten von der polnischen Stadt bis nach Görlitz (ca. 100 km) nur im zweiten Gang fahren. –

    • der_emil sagt:

      Kardantunnel brauchts ja nur, wenn die Kraft vom vorne eingebauten Motor zur Hinterachse oder vom Heckmotor zur Vorderachse übertragen werden muß. (Heckmotor & Frontantrieb – gibts das überhaupt?)

      Für das Schaltgestänge des “de luxe” gab es später (?) eine Abdeckung, die aber auch Heimwerkelei sein konnte.

  2. Follygirl sagt:

    Na, ja…Hauptsache es fährt.
    Einen schönen Sonntag, Petra

  3. pantoufle sagt:

    Kommt bald alles wieder: Spätestens, wenn Apple sich entschließt, ein „Autoapp“ auf den Markt zu bringen … nie wieder Probleme mit vereisten Türschlössern oder so einen Unsinn. „Öffnen sie jede Verriegelung mit der totsicheren Apple-Technologie“.
    Da blinkt und hupt Dich ein ganzer Parkplatz an, wenn Du auf den Knopf drückst 🙂

  4. M. sagt:

    Herrlich zu lesen. Ich musste mächtig schmunzeln. Weißt du Emil, ich bin auch schon mal in ein fremdes Auto eingestiegen. Kam auch vom Arzt, raus aus der Tür, rein ins Auto und auf den Beifahrersitz, ohne groß zu gucken flöte ich noch: So Schatz, jetzt kannste losfahren. Auf einmal plärrt von hinten ein Kind – ich will aber meine Mutti wieder!!!! Tja, was soll ich sagen. Es war nicht mein Kind und auch nicht mein Mann, aber das Auto war das Gleiche, Farbe, Typ – hüstel, der Mann wäre übrigens auch mein Typ gewesen.
    Bin dann aber doch wieder schnell und eine Entschuldigung flüsternd aus dem Auto raus und zu meinem Mann ins Auto, der das Ganze feixend beobachtet hat….

    So kanns auch gehen. Komm gut in die neue Woche, ja? Liebe Grüße von Mandy

  5. ute42 sagt:

    Ja, so kanns gehen. Es kommt schon vor, dass der Autoschlüssel in einen anderen Wagen passt. Wenn man in Gedanken ist, dann ist so was schnell passiert. Hauptsache, du hast dein Gefährt wieder gefunden.

  6. Elvira sagt:

    🙂

  7. wildgans sagt:

    Knackig kurz beschrieben. Man hätte auch ausufernd und weitschweifig erzählen können…Ich liebe solche Miniaturen!
    Gruß von Sonja

  8. Herrlich Emil… Glaube so was wäre mir schon 100 Mal passiert, wenn ich Autofahrer wäre… 🙂

  9. Inch sagt:

    Hihi! Sowas hab ich auch mal erlebt. Allerdings ließ sich der Twingo nicht aufschließen. Vorher hatte ich noch wütend ein paar Aufkleber abgerissen, die mir „Jemand drauf geklebt“ hatte. Als dann der Schlüssel nicht schloß, bemerkte ich den falschen Kindersitz im Auto, stutzte, sah mich um und fand mein Auto ein paar Parkbuchten weiter weg…

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  11. Gabi sagt:

    Super Schmunzelgeschichte. 🙂
    lg Gabi

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