Routine, einsame.
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Das Weckerhandy reißt mich aus einem Traum. Für eine kurze Zeit sitze ich im Bett und weiß nicht, wo ich bin. Zu sehr noch bin ich in dem Traum gefangen, an den ich mich überhaupt nicht erinnern kann. Dann arbeitet der Kreislauf wieder normal. Ich schlurfe ins Bad. Das Handy weckt mich zum zweiten Mal um 5.40 Uhr. Jetzt wähle ich die Nummer, die ich seit sechs Monaten täglich mehrmals anrufe. Und wie jeden Morgen werde ich die ersten drei, vier Anrufversuche weggedrückt.
Noch vor dem dritten Alarm meines anderen Telefones kommt der erleichternde Anruf. Verschlafen und müde wünscht mir die Liebste einen guten Morgen. Ach wie gern würde ich jetzt mit einer Tasse Kaffee an unserem Bett stehen und ihr den Schlaf aus den Augen küssen. Weil das nicht geht, verspricht sie mir, mich in spätestens 15 Minuten erneut anzurufen. Dann müßte auch das große Kind schon geweckt sein.
In der Zwischenzeit drehe ich meine Heizung ab und öffne das Fenster. Kurz vor sechs ist es draußen noch finstere Nacht. Und kalt ist es. In der Küche setze ich mir Kaffee an – der wird in der Thermoskanne heiß und frisch bleiben, bis ich um neun aus den Federn muß. Die Liebste ist jetzt wach. Die Große wird auch pünktlich in der Schule sein.
Ich liege unter meiner Bettdecke. Leise spielt das Radio. Fast drei Stunden darf ich noch schlafen. Sollte ich auch, denn gestern war ein anstrengender Tag. Bis kurz vor Mitternacht habe ich geschrieben. Aber: Ich suche unruhig nach meinem Traum, aus dem ich gerissen wurde. Ganz sicher weiß ich, daß ich ihn und den Schlaf jetzt nicht wiederfinden werde.
Halb sieben durch. Was soll’s. Fenster zu und Heizung an. Ich hole meinen Kaffee, stelle neben ihm ein paar Kekse auf den Tisch. Der Fülfederhalter und das Papier liegen noch bereit. Mit einem tiefen Seufzen setze ich mich nieder und beginne nach dem ersten Schluck, einen Blogtext zu schreiben …
Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.
P.S.: Positiv am 27. Januar 2012 waren der fertige Text und der sehr zufriedenstellende Einkauf.
© 2012 – Der Emil. Text & Bilder stehen unter der creative common license für Deutschland 3.0
(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung):
028 / 366 – One post a day 2012 (WP-count: 384 words)


einblicke und ausblicke ..danke
Das hat mir gefallen: „an unserem Bett „. Du sprichst von „uns“, lieber Emil und das gibt mir eigentlich die Gewissheit, dass du nicht immer fernwecken musst.
Viel Erfolg beim Schreiben.
Ein sehr guter Grund fürs frühe Weckerklingeln – und das Schreiben im Anschluss klappt dann um so besser!
… hat’s fertig gelesen, gut gefunden und schlürft jetzt seinen Tee davon.
http://mfis.wordpress.com/2012/01/28/bewerte-den-politiker-heinz-peter-wichtel/
Lieber Emil,
konnte wegen Zeit ist knapp ein paar Tage nicht vorbeischauen. Die neue Deko gefällt mir! Viele Grüße
Daniel