Der besonders schwere Verlauf bei Ü-40ern
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Zum endgültigen Abschluß meiner Krankheitsserie greife ich auf dieses Buch zurück, aus dem ich bereits am 14. Juli zitierte.
Der Tag heute war zwar nicht ganz einfach, aber ich zähle mich wieder zu den Nicht-Erkälteten. Krank kann ich ja auch garnicht mehr sein, denn ich habe meinen Humor wiedergefunden.
Und ich weiß jetzt auch, woran ich wirklich leide oder litt. Nämlich an einer sehr heimtückischen Ü-30-Krankheit, dem:
Zipperleihen | lat.: malade pour adeline
Beschreibung:
Ü-30er, die sämtliche Altersgebrechen des Universums annektieren.
Mögliche Symptome:
- Der Ü-30er hat alle auffindbaren medizinischen Seiten gebookmarkt und entdeckt jede Woche fünf der Wissenschaft bekannte und fünf der Wissenschaft unbekannte Altersbeschwerden am eigenen Körper.
- Jede im Freundes- odewr Bekanntenkreis grassierende Alterserscheinung wird sofort übernommen – und zwar in der lebensgefährlichsten Version.
Komplikationen:
- Beim wöchentlichen Besuch in der Hausarztpraxis rollt die Sprechstundenhilfe unverhohlen mit den Augen, die Ärzte werfen sich auf dem Gang vielsagende Blicke zu.
- Die Krankenakte des Ü-30ers hat inzwischen locker den Umfang von Harry Potter 5 – aber nicht den entsprechenden Spannungsgehalt.
- Während des Wartens auf den Arzttermin blättert der Ü-30er nicht in Frau im Spiegel oder Neue Revue, sondern in den ausliegenden Info-Flyern zu Hautkrebs, Schlaganfall und Alters-Diabetes.
Die schlechte Nachricht (tapfer sein!):
Das Testergebnis ist schon wieder negativ.
Nina Puri: Ü-30 Krankheiten. Knaur 2009. S. 186
ISBN 978-3-426-78249-1
Für den Ü-40er (der ja auch ein Ü-30er ist) kommt erschwerend als weiteres Symptom des Zipperleihens hinzu, daß er auch alle anderen Krankheiten magisch anzieht. So führt z. B. ein harmloser grippaler Infekt zu mehrtägiger Bettlägerigkeit. Insbesondere in den ersten fünf Krankheitstagen erreichen alle Erreger auch das Hirn und verursachen dort Versterbensphantasien, oft begleitet von Dysfunktionen der Sinne Geruch, Gehör, Geschmack.
So ist es auch nicht verwunderlich, daß der Ü-40er in der akuten Phase des Zipperleihens vom erdig-feuchten Gefühl des Fango träumt. Zusätzlich sind die kognitiven und kommunikativen Fähigkeiten des Ü-40ers eingeschränkt auf Leidensgeschichten, Heilungsprobleme, Komplikationen und Risiken usw. usf. Themen außerhalb der Erkrankung werden im akuten Zustand nicht mehr wahrgenommen.
Aber: Es gibt ein Leben außerhalb der Erkrankung. Es hat mich zurück.
Und nun schreib ich wieder. Am Zitator, an den Adventsgeschichten und an den Therapiesachen. Riechen und schmecken kann ich ja auch wieder. Eure Genesungswünsche haben gewirkt, danke.
Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.
P.S.: Positiv am 24. Oktober 2011 war der gut überstandene Therapietag und eine erst an diesem Tag wirklich gelesene Mail.
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Ich habe mich köstlich amüsiert über die Ü30 und Ü40 Zipperleihen, und freue mich, dass ich mich wenigstens laut dieser Definition nicht in diese Altersgruppe einreihen muss (aber auch nur laut dieser Definition, *hüstel*. Nichts destotrotz hat mich die Lektüre gerade daran erinnert, dass ich noch flugs zur Apotheke muss…
Dir wünsche ich gutes Gesundbleiben!
So long,
Corinna
Na freut mich, dass Du wieder gesund bist.
Das Buch klingt ja vielversprechend und unterhaltsam. Ist es auch für Ü-50 Leute noch interessant? 🙂
Nun, wenn Du als Ü-50erin auch noch Ü-30erin bist … Mit jedem Jahrzehnt kommen ein par Komplikationen hinzu, welche, das darfst Du Dir selbst aussuchen 😉
Ich muss Dich leider berichtigen. Die Komplikationen, die dazukamen mit den Jahrzehnten, die durfte ich mir leider nicht selber aussuchen. Sie kamen ungefragt. 🙂
Solange man Zippperlein & Co. mit so viel Humor nehmen kann, ist Hopfen und Malz noch nicht verloren! ;o) Ich versuche auch immer, Unpässlichkeiten mit Sprüchen zu überspielen. Für Ärzte, die mich nicht kennen, kann das mitunter irritierend sein. Für mich ist es hingegen motivierend. Ich habe generell so gar keine Lust auf krank.
Bis heute sind mir nur einmal in meinem Leben die Sprüche ausgegangen. Da stand ich allerdings auch ahnungslos schlappe 90 Minuten vor der Einlieferung in die Pathologie. Manchmal ist es gut, manches nicht zu wissen. Und dass mir in der Situation nicht mehr nach Späßchen war, ist wohl verständlich. Ansonsten … locker bleiben und lachen. Auch wenn es weh tut! ;o)
Lieber emil,
Punkt A: fein, dass du überlebt hast 🙂
Punkt B: ich vermisse eine Feindifferenzierung zwischen weiblichen und männlichen Ü*x*-ern.
Nach meinem Dafürhalten sollte es doch da gravierende Untershciede geben, oder?
Grüßle!
SK
Nein. Schau sie Dir an, die Ü-Xer: Je mehr Implantate/Schönheits-OPs/Ersatzzähne etc., desto ähnlicher werden sich alle. Außerdem hören Ü-30er doch langsam auf, noch Sex zu haben, oder??? Sind dann doch sowieso alle metro- oder asexuell bis zu den Wechseljahren … *duck*
Als Ü70er ( in Menschenjahren) lass dir erzählen.Alle Falten sind Lebenslinien…alle „Zipperleihen“ sind Gründe, daß andere dich bedienen müssen (he he). Und wenn etwas Schönes auf dich zukommt, erwacht alles an Energie auf Knopfdruck und du strahlst das dazu Passende aus!
Öhm….der Sex hört nicht auf…wuff…ich spreche aus Erfahrung 😉 SweetKoffie hat ausserdem sehr recht….ichsachjetztabernichtwarum 😉