Gabriel Baryllis “Butterbrot”
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Es war zwar ein wirklich tolles Gefühl, die fast 1000 Worte meines ersten Waldschrat-Märchens zu schreiben, aber heute fasse ich mich kürzer.
Daß ich das oben genannte Buch ziemlich schnell verschlungen hatte – nur im übertragenen Sinne! –, schrieb ich ja schon. Und zwei Absätze, in denen er über Täuschungen in der ersten Phase des Verliebtseins schreibt, blieben in meinem Kopf hängen:
Das ist eben der Zauber des Älterwerdens, man hat endlich die Chance, eine Täuschung zu erkennen, und ist ihr nicht, so wie in der Jugend, auf Gedeih und Verderb ausgeliefert – und – das wichtigste ist, man kann es auch manchmal wissend genießen, eine Täuschung zu erleben – weil man es auch hie und da gerne glänzen läßt, wo kein Gold im Spiel ist.
Nur Unwissende denken dabei an Zynismus – und pervertieren die Chance zur Erkenntnis der Realität – denn jeder wirkliche Realist weiß, daß alle Täuschungen der Welt doch nur dann wirksam sein können, wenn es das Wissen gibt, daß etwas vorhanden ist, das enttäuscht werden kann.
Gabriel Barylli: Butterbrot. Fischer Taschenbuch Verlag GmbH 1991; S. 105
Lizenzausg. m. freundl. Genehmigung der F. A. Herbig Verlagsbuchhandlung GmbH München
Die erste Phase der Verliebtheit habe ich schon vor vielen Jahren hinter mich gebracht. Daß sich eine Frau aus meiner Vegangenheit bei mir gemeldet hat und daß wir jetzt, 15 Jahre nach dem damaligen Schlußpunkt (der sich glücklicherweise als vorläufig erwies), über eine gemeinsame Zukunft nachdenken, steht ja in meinen Texten hier.
Trotzdem. Es fühlt sich wieder immernoch so an. Wie ganz frisch verliebt bis über beide Ohren. Und es ist ein gutes Gefühl. Und selbst mit dem Abstand, den mir mein Alter zum Betrachten einer Situation wie dieser bietet, kann ich nicht umhin, die Möglichkeit einer Täuschung – und damit auch die einer Ent-Täuschung – zu verneinen.
Selten in meinem Leben war ich so zuversichtlich wie in den letzten Wochen, so stabil positiv denkend wie jetzt.
Was ein kleines, wiederentdecktes Gefühl doch so anrichten kann, wenn es zu seinem alten Glanz zurückfindet …
Ach: Das Buch kann ich jedem nicht zum ersten Male frisch verliebten Menschen zur Lektüre empfehlen als kurzweilige Unterhaltung für unterwegs.
Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.
P.S.: Positiv am 29. Juli 2011 waren: der vergangene Schmerz im Auge (ich war nicht nocheinmal beim Augenarzt), der Text auf meinem Kontoauszug und noch so einiges, das ich hier nicht ausplaudern mag 😉
Außer für das Zitat: © 2011 – Der Emil
211 / 365 – One post a day (WP-count: 422 words)


Tach Emil, ich freu mich für Dich. Du schaffst das schon. 100pro***
Ich glaube an Dich … Illo.***********
Weißt du, lieber Emil, wenn ich in meinem Viertel ein ganz altes Päärchen sehe, was sich an den Händen hält, der ältere Herr der zerbrechlich wirkenden Frau den Arm um die Schulter legt und sie stützt und lächelt, dann genieße ich den Anblick. Es macht mich glücklich, denn hier ist die Welt einfach in Ordnung.
Dein Alter? Ich glaube dieses Gefühl ist zeitlos.
Liebe Grüße
Gudrun
Das mit dem Alter war ja Baryllis Gedankengang.
Und Dein Bild von den alten Leutchen nehm ich jetzt mit in mein Traumland. Danke.
Weißt du lieber Emil, freue dich über deine (wiederentdeckten) Empfindungen. DIe sind echt. Die kann dir keiner nehmen. Alles andere kommt wie es kommt. Eine Wirklichkeit existiert nicht. Die Welt ist so, wie wir sie in unseren Gedanken erschaffen. Freu mich für dich. Alles Gute!
Oh, oh! Nein, ich starte jetzt keinen erkenntnistheoretischen Diskus 😉
Eine Wirklichkeit gibt es doch, aber sie ist subjektiv und individuell, sobald man sie erlebt. Nur nichterlebte Wirklichkeit kann objektiv sein, nicht von meinem Denken und Fühlen beeinflußt.
Was ich wiederentdeckt habe, habe ich in mir wiedergefunden, ich könnte auch sagen: ich unterdrücke und verdränge nicht mehr so viel.
Na, genau dette mein ick doch. Vielleicht mit der Einschränkung, dass es überhaupt keine Objektivität gibt. Denn irgendeine Perspektive/eine Bezugsrahmen gibt es immer.
Naja – gibt es nicht etwas unabhängig vom menschlichen Geist existierendes? Das wäre objektiv …
Mir ist gerade etwas beim lesen deines Blog’s aufgefallen.
Ich bin ja so eigentlich bis auf Kleinigkeiten eher einpositiv denkender Mensch.
Aber seit DU hier deine „Positivs“ mit notierst, hast du auch deutlich eine positivere Einstellung UND deine „alte“ neue Liebe gefunden.
Ich grübel grad wieder ob ich nicht doch wieder anfangen soll Tagebuch zu schreiben und dort auch meine „Positivs“ zu vermerken.
Nun ich lass erst mal meine zurückgekehrte Erkältung ertwas abziehen und werd dann entscheiden.
Es kreist schon heftig in meinem Kopf rum.
Danke für deinen Denkanstoß.
Genau das meinte ich doch – mein “Positiv-PS” funktioniert gut (obwohl es immer nur ein Ausschnitt aus den Notizen im Büchlein ist).
Wir sind auch nicht mehr die Jüngsten, gehen gern Hand in Hand. Das ist so eine schöne Vertrautheit.
Dir weiter viel Glück und Wohlgefühl ♥
Och – vielleicht hab ich das ja auch bald … Ich wünsch es mir ziemlich sehr.