Nachrichten von den Nymphensittichen
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Mancher der Mitlesenden weiß, daß ich stolzer Besitzer von zwei Vögeln bin, genauer: von zwei männlichen(!) Nymphensittichen.
Herr Tschiep, der zuerst Angekommene, wollte und / oder konnte nicht richtig fliegen. Noch immer ist seine bevorzugte Fortbewegung das Klettern und Laufen. Insbesondere seine Jagden auf Eh!Vieh! finden zu Fuß statt. Und die beiden jagen sich täglich.
Das geht an dem einen Käfig rauf und runter. Der Ast vom Schlafkäfig zum Spielkäfig wird für kurze Sprinteinlagen genutzt – und manchmal dreht sich der Spieß dort um. Aus dem Verfolger Herr Tschiep wird der Gejagte, aus dem verfolgten Eh!Vieh! der Jäger.
Dabei entwickeln die beiden die Lautstärke einer neben meinem Ohr quietschenden Eisenbahnbremse. Nach ein, zwei Minuten ist dann wieder Ruhe, sie sitzen nebeneinander und kraulen sich gegenseitig im Genick. Bis es wieder losgeht: rauf, runter, rüber, rein, raus.

Links Herr Tschiep, gekrault wird Eh!Vieh!
Spätestens in der dritten Runde konnte Eh!Vieh! seine Flugkünste ausnutzen und dem hinterherwetzenden Herr Tschiep entkommen. Ich jedenfalls sah nie Grund zum Eingreifen, weil die zwei sich immer wieder vertragen.
Seit gestern ist der Fluchtflug nicht mehr möglich. Da starteten beide Tieffliegerangriffe auf mich, Sturzflugattacken usw. usf. Noch kann ich unterscheiden, wer voran- und wer hinterherfliegt; aber sie drehten beide mehrere Runden. Bis schließlich der eine in einer Ecke und der andere auf einem im Zimmer montierten Ast landeten.
Dann kommt meine Aufgabe: Ich muß zum in einer Schrankecke sitzenden Herr Tschiep, ihn dort auf meine Hand steigen lassen. Tu ich das nicht schnell genug, werde ich laut pfeifend angefordert und angetrieben. Viel Arbeit habe ich ja nicht, ich muß ihn nur aus der Schrankecke herausheben. Sobald der Vogel wieder freies Flugfeld vor sich sieht, flattert er auch schon davon.
Plötzlich war es wieder still im Zimmer. Da saßen beide, Herr Tschiep und Eh!Vieh! einträglich nebeneinander auf dem Fensterbrett und schauten dem Sonnenuntergang zu. (Nein, das konnte ich nicht im Bild festhalten, weil ich direkt in die Sonne hätte fotografieren müssen.)
Nach der abschließenden Flug-Ehrenrunde konnte ich die beiden mit frischer Möhre und Vogelmiere in den Schlafkäfig locken.
Es dauerte also nichteinmal ein halbes Jahr, bis ich zum einzigen Fußgänger in unserer Drei-Männer-WG wurde. Ich bin ja auch der einzige mit Höhenangst …
Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.
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… nur für’s Protokoll: Bin sehr amüsiert und gespannt, wie es mit der DreierWG so weitergeht ;-))) … LG
Wenn ich dann fliegen kann, berichte ich vom ersten Ausflug …
Ach Emil es ist doch bald Walpurgisnacht, da besorg dir schon mal nen Besen. Dann setz dichdrauf und warte ob du da nicht schon deine ersten Flugminuten erleben kannst ;-).
Ach, ich frag lieber bei Dir nach ’ner Mitfluggelegenheit … Da darf ich wenigstens trinken …
„süß“ :-)))
ich höre förmlich das halbmusikalische Geklimper der Gitterstäbe und das Gepfeife.
Nix Gepfeife … Eisenbahnbremse!
Eisenbahnquietschen im Dauerbremsgang kann für Ohren anstrengend werden. Da du ja aber damit beschäftigt bist, das Fliegen zu lernen, damit du in der Dreier-WG mithalten kannst, bist du abgelenkt. – Höhenangst kommt dann erst beim ersten Freiflug, im Zimmer bei Deckenhöhen im DDR-Maßstab (2,85 m) ist das vielleicht noch machbar.
Berichte bitte weiter, ich bin wissbegierig!
DDR-Maß ist 2,53 m (jedenfalls reißt man die Tapete auf diese Länge) – zuminest im Plattenbau.
Es war ein Zahlendreher, ich meinte 2,58 m, und das kommt dann ja auch mit deiner Tapete hin, wenn sie unten von der Scheuerleiste abgefangen wird.
Liebe Grüße an Euch, Du wirst sicher hochfliegenlernen, und die beiden Vögel sehe ich schon mit Feder unt Tinte Schreibübungen machen.
Hab einen guten Tag, Petra
Ah – Du bringst mich auf Ideen. Ich brauch keie Gänsekiele mehr 😉 (natürlich reiße ich keine Federn aus!)
herrlich….:-) hast du es mal mit Armeraufundrunterbewegen versucht?
Ja. In allen Geschwindigkeitsstufen …
Moin Emil, ja über Tiere kann man Bücher schreiben. Und sie sind sooo süss bis auf
einige male. Üb fleissig Dein flattern und dann bitte ein Bild davon,denn wir lieben
Wunder. Bis dann Grüsse von Illo.****
Jaja – ich solll mich auch noch zum Gespött machen 😉
Da ich ja selber Nymphensittiche habe, wie du weiß, konnte ich mich köstlich über deinen Bericht amüsieren.
Übrigens: Nymphen sich hervorragende Schnelläufer, zu mindest auf kurze Strecken. 🙂
*lol*, also kein Dreimäderlhaus, sondern eine DreimännerWG! 🙂
Hier noch etwas von gestern zum Thema Knuddeln & Kraulen
LG,
R.
Kreisch total krass……………. ich hatte auch mal einen “ E L V I S “ das sind tolle Tierchen diese Nymphensittiche 😉
VLG Frau Kunterbunt
Ich hatte auchmal EINEN – bis mir einleuchtete, daß es Schwarmvögel sind. Jetzt hab ich zwei (und glücklicherweise habe ich eingesehen, daß meine Ein-Zimmer-Wohnung nicht mehr Vögel verträgt).