Schicksals-Spruch (Nº 02 #oneaday)

Vor Jahren streifte ich in den Dörfern rund um meine Stadt herum. In einem ehemaligen Schloßpark in Benkendorf fand ich dabei einen Stein, einen Gedenkstein.

Es gab keinen Hinweis auf seinen Zweck. Keine Jahreszahl. Keinen Namen.

Nur diese Sandstein-Stele. Grünlich-grau verwittert

Und auf einer Seite war mühsam dieser Spruch zu entziffern:

 
 
Nenne nicht
  das Schicksal
    grausam
 
Nenne seinen Schluß
  nicht Neid
 
Sein Gesetz
  ist ew'ge Wahrheit
 
Seine Güte
  Götterklarheit
 
Seine Macht
  Notwendigkeit
 
 


Leider stand auch kein Name des Verfassers darunter – und ich habe bisher vergeblich danach gesucht.
Der Spruch ist Teil eines Gedichtes von Johann Gottfried Herder: Die Schwestern des Schicksals, das ich nach dem Hinweis einer guten Freundin bei Wikisource und Wikimedia Commons fand. Zu finden ist es u. a. auch in Johann Gottfried Herder: Werke. Erster Theil. Gedichte, Berlin 1879, S. 48-49. Danke, Billy!

Zerstreute Blaetter Band III 085

Zerstreute Blaetter Band III 086

Ob das Schicksal aber Notwendigkeit ist?

Der Verfasser des Blogs schleicht schulterzuckend davon und dankt fürs Lesen.

© 2011 – Der Emil

Über Der Emil

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