Die Evangelische Kirche Mitteldeutschlands hat das Kohlendioxid-Sparen entdeckt und startete gestern im Hauptbahnhof von Halle (Saale) die Aktion Klimawandel – Lebenswandel.
Nebenbei stelle ich fest: Nun beginnt auch die Kirche mit Geschäftsdenglisch.
Die evangelischen Christen und auch alle anderen Menschen werden eingeladen, in der Zeit vom 2. Januar bis zum Erntedankfest am 2. Oktober durch kleine Aktionen im alltäglichen Leben 1.000.000 Kilogramm CO2 “einzusparen”. Eine Million Kilogramm liest sich großartiger als eintausend Tonnen, stimmts?
Mit der Kampagne will die Kirche darauf hinweisen, daß es ohne Änderung der Lebensgewohnheiten in den Industriestaaten keinen dauerhaften Klimaschutz geben kann. In ihrer Predigt, die von einem getanzten Gebet umrahmt wurde, gab Landesbischöfin Junkermann dann auch ein paar Tips, wie das funktionieren soll.
So wird zum Beispiel der Umstieg auf Bio-Lebensmittel und frische Lebensmittel statt Tiefkühl- oder Dosenware empfohlen, die Wäsche an der frischen Luft statt im Trockner zu trocknen, der Wechsel auf Ökostrom und auf richtiges Ausschalten von Geräten statt Stand-By, der Verzicht auf Plastiktüten beim Einkauf und auf Alufolie … Es sei auch ein Leichtes, einmal pro Woche auf Fleisch zu verzichten.
Es wird auf eine “Ethik des Genug” hingearbeitet. (Bei der katholischen Kirche würde mir das noch unglaubwürdiger vorkommen.)
Vielleicht erfahren unsere deutschen Bundespolitiker, unsere Landespolitiker, unsere Bankmanager und Großindustriellen davon und gehen in dieser “Ethik des Genug” mit gutem Beispiel voran.
Wäre das nicht endlich einmal eine Idee, die vor allem Politiker der Parteien mit dem großen C im Namen persönlich aufgreifen könnten?
Jeder von denen könnte feststellen, daß er nicht nur genug, sondern schon längst mehr als genug hat.
Und von diesem Reichtum könnten diese Politiker dann abgeben, damit nicht immer mehr soziale Einrichtungen aus Geldmangel schließen müssen.
Irgendwie glaube ich aber nicht daran, daß das passieren wird. Wahrscheinlich bin ich doch nicht evangelisch …
Der Verfasser des Blogs schleicht schulterzuckend davon und dankt fürs Lesen.



Die moderne Wirtschaft wird nicht zulassen, dass sich die Überflussgesellschaft selbst abschafft, jedenfalls nicht aus Vernunftgründen. Die Sache funktioniert doch nur, solange wir Überflüssiges produzieren und konsumieren. Würden die Menschen wirklich sparen, würde das Kreditsystem zusammenbrechen. Statt dessen spielt man lieber auf Zeit, bis die komplette Ökonomie den Bach runtergeht… der einzige Trost ist, dass die Zinsparasiten nicht lange Freude an ihren Privatinseln haben werden, wenn der Meeresspiegel steigt.
Du hast ja soooo Recht. Aber ich geb die Hoffnung (noch) nicht auf.
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