Eine Geschichte von Bernhard von Clairvaux (?)
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Die folgende Geschichte kenne ich aus dem Netz. Eine Überlieferung? Eine Zuschreibung? Der Abt damals soll der heilige Bernhard von Clairvaux selbst gewesen sein. Aber das ist nicht gesichert … Zumindest war diese Geschichte einer der Anstöße zu meinen Überlegungen vom Karfreitag 2012.
In dieser Geschichte geht es um das Tanzen. Um etwas, das in allen Bundesländern (zumindest zeitweise und als öffentliche Veranstaltung) zu Karfreitag verboten ist.
Es war einmal ein Gaukler, der tanzend und springend von Ort zu Ort zog, bis er dieses unruhigen Lebens müde war. Da gab er alle seine Habe hin und trat in das Kloster von Clairvaux ein. Aber weil er sein Leben bis dahin mit Springen, Tanzen und Radschlagen zugebracht hatte, war ihm das Leben der Mönche fremd und er wußte weder ein Gebet zu sprechen noch einen Psalm zu singen. So ging er stumm umher und wenn er sah, wie alle beteten, aus ihren Büchern lasen und im Chor die Messe sangen stand er beschämt dabei. Nur er allein konnte nichts. In seinem Gram flüchtete er eines Tages, als die Glocke zum Chorgebet rief, in eine abgelegene Kapelle. “Wenn ich schon nicht mit beten kann im Konvent der Mönche”, sagte er vor sich hin, “so will ich doch tun, was ich kann.” Rasch streifte er sein Mönchsgewand ab und stand da in seinem bunten Gewand, in dem er als Gaukler herumgezogen war. Und während vom hohen Chor die Psalmengesänge herüberwehten, begann er mit Leib und Seele zu tanzen. Und sprang die kühnsten Tänze, um Gott zu loben.
Ein Mönch war ihm gefolgt und hatte durch ein Fenster seine Tanzsprünge mitangesehen und heimlich den Abt geholt. Am andern Tag ließ dieser den Bruder zu sich holen. Der Arme erschrak zutiefst, fiel vor dem Abt nieder und sprach: “Ich weiß, Herr, daß hier meines Bleibens nicht ist, so will ich aus freien Stücken ausziehen und in Geduld die Unrast der Straße wieder ertragen.” Doch der Abt neigte sich vor ihm, küßte ihn und bat ihn, für ihn und alle Mönche bei Gott einzustehen: “In deinem Tanze hast du Gott mit Leib und Seele geehrt. Uns aber möge er alle wohlfeilen Worte verzeihen, die über die Lippen kommen, ohne das unser Herz sie sendet”.
Eine Fundstelle: Beten. Ein Abendgottesdienst der Pfarrerin Kathrin Ritter,
gehalten am 27.10.2000 in der Ev. Pfarrgemeinde A.B. Wien – Hietzing
Als Eingeladener war ich am Karfreitag zu einer Geburtstagsfeier. Und der vierzig Jahre alt Werdende hatte alles bedacht: Das Tanzvergnügen begann 00.05 Uhr. Bis dahin hatten wir alle die Möglichkeit, miteinander zu sprechen, zu essen und zu trinken.
Dem Gesetz war damit Genüge getan … Und vielleicht ist meine Haltung jetzt, nach der Geschichte vom getanzten Gebet besser zu verstehen.
Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.
P.S.: Positiv am 7. April 2012 war Ausschlafen, Kochen, Entspannen.
099 / 366 – One post a day 2012 (WP-count: 492 words)


Schöne Geschichte und ich wünsche ein frohes Osterfest!
Das ist eine wunderschöne Geschichte.
Ok, den einen Freitag kann man echt mal ruhig verbringen. das finde ich auch.
Das muss wohl drin sein.
Dir gesegnete Osterfeiertage ♥
Ok, der Sonntag ist fast rum. Also noch einen gesegneten Ostermontag ♥
Ich finde die Geschichte ganz wunderbar. Denn wie wir was zu feiern haben, sollten wir vielleicht mehr aus dem Herzen entscheiden, als danach, was irgendwelche Kirchenfürsten vorgeben. Und ganz ehrlich, ich finde eine schöne Feier nicht ehrenrührig, auch am Karfreitag nicht und die sehr agressive Kritik daran bestärkt mich nur darin, wir sollten lebendig sein und wenn Gott für uns eine Rolle spielt, dann sollten wir unseren Glauben leben und nicht starr irgendwelchen Regeln folgen und uns damit die Lebensfreude nehmen.
Liebe Frau Momo,
nun gut, ich denke, wir reden aneinander vorbei. Sei’s drum. „Aggressive Kritik? Nun auch gut, eher sachlich und ausnahmsweise einmal mit dem gebührenden Nachdruck für die Frage. Auch habe ich bereits ein Feedback via Facebook, wonach Swami Durchananda meinen Einspruch sehr gut fand. Zwei Tage Stille haben in meinen Augen nichts mit mangelnder Lebensfreude und Lebendigkeit zu tun. By the way, wenn ich eine katholische Messe besuche, muss ich auch stets schlucken, wenn in den Fürbitten für den hiesigen Bischof und auch für den Papst gebetet wird. Denn der jetzige Bischof des Bistums Limburg Franz-Peter Tebartz-van Elst gehört hochwahrscheinlich zum Opus Dei und der jetzige Papst sympathisiert stark mit dem Opus Dei (Peter Hertel: Schleichende Übernahme. Das Opus Dei unter Papst Benedikt XVI.. Publik-Forum, Oberursel, 2007, ISBN 978-3-88095-161-7). Dagegen war es mir stets eine Freude, wenn in den Fürbitten für den vorigen Bischof Franz Kamphaus gebetet wurde. Soviel meinerseits zu den Kirchenfürsten.
PS.: Einen sehr schönen Blog haben Sie. Gefällt mir sehr und in dem, was ich in der Kabinettsküche poste, sind wir gar nicht so weit voneinander entfernt. Z.B. habe ich auch zum Ostermarsch gepostet.
Es grüßt von hier aus,
die Social Secretary
Lieber Emil,
eine schöne Geschichte, wenn auch mit anderer Intention und Bedeutung, als Du es am Karfreitag gefragt hattest. Ich denke, Du verstehst, dass ich dazu gerade nichts sagen mag. Oder doch – der Kontext dieser Geschichte ist ein völllig anderer, als Deine Fragestellung, insofern ist diese Geschichte nur ein bedingtes Exempel für Deine Frage. Schöner wäre gewesen, Du hättest diese Geschichte bereits an Karfreitag gepostet. So bleibt jetzt für mich ein fader Nachgeschmack, zumal – wenn ich Frau Momos Kommentar lese. Nicht schön, aber ich bleibe bei meiner Haltung: Solange Karfreitag ein gesetzlicher Feiertag ist, solange sollte man auch das ‚Tanzverbot‘ respektieren, denn Stille ist für diesen Feiertag essentiell. Sogar auch für den Karsamstag.
In diesem Sinne wünsche ich noch eine fröhliches Osterfest, denn das Osterfest dauert ja acht Tage, bis nächsten Sonntag. Zeit genug für viele Parties …
Renate
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