Über den schwierigen Anfang meiner nächsten Leseabenteuer.
Nach drei wundevollen Achteln dieses letzten Sommertages (Endlich!) begann ich, Henry Millers „Wendekreis des Krebses” zu lesen. Zum ersten Mal in meinem Leben. Mit dem Kuczinsky komme ich grad nicht weiter, der Sprache wegen, und so liegt dessen Buch auf dem Stapel angefangener und noch nicht abschließend abgebrochener Lektüre. (Endgültig abgebrochene bringe ich sehr schnell dahin, wo andere Leserinnen sie finden und mitnehmen können.)
Aaaaber. So ganz einfach ist Miller (in der Übersetzung von Kurt Wagenseil) nämlich auch nicht für mich. Die ersten zwanzig Seiten las ich so zweimal. Nach einer erzwungenen Lesepause nämlich fand ich nicht gleich wieder hinein in das Buch. Also begann ich von vorn und kam bis Seite 50. Ich habe nicht versucht, die französischen Wendungen und die genannten Personen zu suchmaschinen. Ich versuche, mein Lesen wie vor 40 Jahren ablaufen zu lassen. Damals lag auch nur äußerst selten ein Lexikon neben mir, nicht wahr? Allerdings befürchte ich heute, daß mir so wichtige Details des Stoffs entgehen. Dazu im Widerspruch steht, daß ich auch Fantasy und SciFi lesen und verstehen und empfinden kann, ohne jedes kleinste Detail verstandesmäßig nachvollziehen zu können. Da glaube ich einfach, was ich lese (so wie z. Bsp. auch Karl May oder Lieselotte Welskopf-Heinrich). An einem Wort bei Miller allerdings störte ich mich dennoch bzw. an der häufigen, gehäuften Verwendung eines Wortes. Da bin ich wirklich versucht, im Englischen Original nachzusehen, ob wie in der Übersetzung immer nur ein und dasselbe Wort verwendet wurde, wie es in dieser Übersetzung als immer nur Möse zu lesen ist. Nein, ich habe nichts gegen dieses Wort, verwende aber lieber ein anderes und ganz bestimmt nicht immer nur dieses eine. (Falls jemand weiß, wie es oder was im Original zu lesen ist: Laß gerne einen Kommentar da.)
Und weil ich immer mehrere, meist drei Bücher parallel lese, nahm ich dazu noch ein anderes zur Hand, dessen unberührter Zustand und Rückentext mich verleiteten, es aus einem Öffentlichen Bücherregal mit nach Hause zu nehmen. Thomas Lehr: Die Erhörung (Aufbau-Verlag 1995, ISBN 3-351-02317-0). Das fängt für mich so schön an, daß ich die ersten drei Seiten mehrfach – ich weiß nicht, wie oft – gelesen habe.
So lag ich also mit meinen beiden Büchern auf meiner Schlafstatt und … Möchte (und kann) ich beide Bücher „gleichzeitig” lesen? Möchte ich mich für eines von beiden entscheiden? Wie verfahre ich weiter? — Neugieriger bin ich jedenfalls auf den Lehr. Mal sehen, wann ich es schaffe, in dem weiter als bis zur dritten Seite zu kommen … Damit habe ich also auch entschieden, daß ich beide Bücher weiterlesen werde (nicht ganz gleichzeitig, aber doch abwechselnd parallel).
Erinnerung des Tages:
Manche ersten Male sind sehr früh in meinem Leben geschehen, manche so früh, daß ich heute beim Versuch ihrer zeitlichen Einordnung aufgegeben habe.
Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.
P.S.: Zufrieden machten mich am 22.09.2026 Pommes mit Schnitzel, einige Phantasien, mein Tun.
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(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).


Nachdem ich gerade die Tagebücher – 1 bis 3 – von Anaïs Nin gelesen habe, bin ich erneut neugierig auf Miller geworden, den ich auch noch nie gelesen habe. Mein elf Jahre alter Bruder war in den 1960er/70er Jahren großer Fan von ihm, aber dafür war ich damals zu jung, verstand ihn nicht.