Zu meinem Glück ist das schon lang nicht mehr so geschehen.
Das ist wieder einer der Zustände, die niemand braucht. Etwas weit außerhalb jeder Normalität. Aber etwas, das allen Regeln zuwider dennoch immer wieder vorkommt. (Obwohl: Als ich Kind war, war das, was jetzt ist, in mancher Gegend noch normal.) Stromausfall. Keine herausgeflogene Sicherung, kein gefallener FI-Schutzschalter. Nicht nur hier im Haus ist es dunkel. Auch bei den Nachbarn fehlt das klassische Flackern der Fernsehapparate, das leuchtende Licht in der Hausnummer über der Tür. Es ist Stille überall da, wo nicht noch ein batteriebetriebenes oder mit Akkumulator ausgestattetes Gerät zum Beispiel das Programm eines Radiosenders wiedergeben kann. Hinzu kommt: Keine Gas- oder Ölheizung funktioniert ohne Strom. Da nützen auch all die elektrischen Heizgeräte nichts! Es wird kühler werden im Haus.
Ich krame meinen Spirituskocher hervor. Nicht schlecht, wenn man eine halbwegs vollständige Campingausrüstung zuhause hat. Sogar Spiritus in ausreichender Menge steht noch im Bad bei den Putzmitteln. Wasser läuft noch, d. h. ich kann mir jetzt einen Tee machen. Bis das Wasser kocht, stelle ich in der Küche und im Wohnraum jeweils eine Kerze auf und zünde sie an. Dann schalte ich die Kopflampe aus, gieße den Tee auf. Mein alter mechanischer Wecker tickt, ich nehme mir die dreieinhalb Minuten Zeit, ihn zu beobachten. Abgießen in die Kanne. Dann sitze ich und denke: Abwarten, abwarten und teetrinken – und durchhalten, einfach aus- und durchhalten. Später werde ich, wenn bis dahin der Strom nicht wieder da ist, etwa 20 Teelichter anzünden, die ein klein wenig Wärme ins Zimmer bringen können. Doch unvermittelt piept es hier und da, die Lampen gehen an. Der Stromausfall ist anscheinend beendet. Ich räume Kerzen, Streichhölzer, Spiritus und Kocher wieder an ihren Platz. Damit ich im Fall des Falles alles auf Anhieb wiederfinden kann.
Heute weggegeben bzw. entsorgt:
Ungefähr einhundert RAR- und ZIP-Archive löschte ich von der Festplatte.
Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.
P.S.: Zufrieden machten mich am 08.11.2026 verarbeitete Musik, Ausgedachtes und Aufgeschriebenes, Butterkartoffeln pur.
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(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).

