Hier seht ihr eine meiner Jugendsünden …
So im Vorübergehen warf ich hin
die Worte, die ich ohne Sinn
dem Wind entgegenrief am Strand.
Dann starrte ich die Ostsee an
bis meine letzte Trän' verran –
gleich danach nahm ich Deine Hand.
Das schrieb ich im Frühjahr 1981, in der 11. Klasse, mit 17 Jahren. Himmel, daß ich mich traue, ein solches Reim-Dich-oder-ich-freß-Dich herzuzeigen! Aber: Das war nicht mein erstes Gedicht, das gehört nicht zu meinen ersten Schreibversuchen. Und da ich weder 1980 noch 1981 überhaupt an der Ostsee war, weiß ich mit ziemlicher Sicherheit, daß die wenigen Zeilen nicht auf einem damals aktuellen Geschehen beruhen. Ich versuchte wohl, eine Phantasie auszudrücken, eine Melancholie, eine Enttäuschung, eine Versöhnung. Ich wüßte wirklich zu gern, was der Dichter uns damit sagen wollte …
Heute weggegeben bzw. entsorgt:
Dreißig unlesbar gemachte Daten-CDs/-DVDs gingen in die Gelbe Tonne.
Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.
P.S.: Am 4. November 2025 war ich zufrieden mit dem Morgenschriebs, mit den bestellten Brillen, mit der leeren CD-Mappe.
© 1981 & © 2025 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).


@deremil Wenn wir uns nicht trauen würden, "schlecht" anzufangen, würden wir nie besser werden können.
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Aber sowas dann noch herzuzeigen … Na, ein wenig freu ich mich ja darüber, daß ich nicht auf dem Niveau stehengeblieben bin 😉
Es scheint mir, dass das aus dem Herzen kommend geschrieben wurde. Es gefiel dir damals – und sollte es auch heute noch! So sehr ich es auch schätze, wenn mit Worten gut jongliert werden kann, so mag ich auch einfache Verse, wenn sie authentisch klingen. Wer weiß, wieviele Gedichte und Geschichten heute von AI geschrieben werden, das bereitet mir große Sorgen.
Oh ja, das mit der AI/Ki bereitet mir auch Kopfzerbrechen – spätestens, wenn die auf Lehrbücher losgelassen wird, ist die Kacke am Dampfen …