167–2024: Frühstück

Alles davor Vermutete entspringt unserer Phantasie.

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Sie steht am offenen Fenster und zieht den Morgenmantel etwas fester um sich. Im Sonnenaufgang ist es noch etwas frisch, doch der Tag wird warm werden. Ein Lächeln erscheint in ihrem Gesicht, als sie ihn die Auffahrt herauf auf das Haus zukommen sieht. Er trägt einen einfachen Einkaufsbeutel, in dem sich sicherlich frische Brötchen und Milch finden. Ob er wohl beim Nachbarn, dem kau­zi­gen Bauern, auch frische Eier geholt hat? Sie möchte ihm zum Frühstück gerne eine große Portion Rührei zubereiten – doch sie weiß nicht, ob er das gerade am heutigen Morgen falsch deuten würde.

Die Frau muß sich nun aber sputen, denn so nackt wie jetzt – unter dem Morgenmantel trägt sie noch immer nur, was sie am Ende der Nacht trug: nichts – mag sie in seiner Gegenwart nicht bleiben. Im hellen Licht des Tages möchte sie so nicht von ihm gesehen werden. Das wäre ihr mit Sicherheit peinlich. Sie steigt die Treppe hinauf, kleidet sich an und geht wieder hinunter in die Küche, in der er schon dabei ist, den Kaffee aufzubrühen. Tante Erdmute sieht ihn versonnen an und ist unsicher, ob er nur gute Laune hat oder ob er sie verliebt anlächelt. Sie setzt sich an den Tisch, und schwei­gend wartet sie auf das gemeinsame Frühstück

 

 

Heute weggegeben bzw. entsorgt:
Eine Klappkiste voller alter Kataloge, Prospekte und Zeitschriften (zum Teil von 2011) gab ich ins Altpapier.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Zufrieden war ich am 15. Juni 2024 mit zwei Rosinenbrötchen zum späten Frühstück, mit dem Nachmittag in der Stadt, mit beschriebenem Papier.

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Über Der Emil

Not normal. Interested in nearly everything. Wearing black. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
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4 Kommentare zu 167–2024: Frühstück

  1. Elvira sagt:

    Was ist das mit uns Frauen (sicher nicht allen, aber sehr vielen), dass uns unsere Nacktheit bei Tag und im Licht peinlich ist? Auch dann noch, wenn es in der Dunkelheit der Nacht oder dem schwachen Schein einer Kerze gänzlich anders ist. Wenn die Hände und der Mund eines anderen Menschen doch schon längst alles ertastet haben. Geht es Männern ähnlich?

    • Der Emil sagt:

      Wahrscheinlich habe ich diese Unsicherheit bei den meisten Frauen gesehen und erlebt, mit denen ich zusammenwar; und sie verschwand auch nur selten im Laufe der Zeit. Jedenfalls nehme ich an, daß es Unsicherheit ist/war.

      Wie das bei Männern i. allg. ist, weiß ich nicht. Mir ist das Nacktsein (noch immer) nur peinlich, bevor etwas passiert, danach nun wirklich überhaupt nicht mehr.

  2. Helmut sagt:

    Ist das der (raffinierte) Anfang eines neuen Romans von dir, lieber Emil? Ich möchte mir das wünschen!

    Liebe Grüße
    Helmut

    • Der Emil sagt:

      Vielen Dank.

      Es sind schon einige Episoden, die sich um Tante Erdmute ranken, hier zu finden (auch, wenn sie nicht ganz kongruent sind). Aber es sind immer nur kleine Szenen, die sich in mir nicht zu einem Roman fügen (können/wollen) …

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