Die sich im Gedankenfluß verkantenden Worte.
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Manchmal lese ich ein Wort, mehrere Worte, und die klemmen dann den ganzen Tag lang in meinem Hirn fest. Ich würde sie nicht als “Wort des Tages” bezeichnen wollen, nein, dazu sind sie oft zu sperrig. Trotzdem war ich schon mehrfach versucht, sie euch einfach zum Fraße vorzuwerfen … Andererseits sind manche, viele sogar, trotz ihrer Sperrigkeit einfach zu schade für einen Verriß. Heute zum Beispiel waren es diese drei Worte (oder Wörter, seltsam: jetzt denke ich wieder über den korrekten Gebrauch der Plurale “Worte” und “Wörter” nach), die mich seit dem Vormittag beschäftigten:
Quereinsteiger: Da denke ich an all die Leute, die in Bus, Bahn, Tram, Kutsche usw. usf. einsteigen, denn die alle tun das von der Seite, also quer, deshalb heißen sie auch oft Seiteneinsteiger. Längseinsteiger habe ich nur sehr, sehr selten erlebt (Mannschaftswagen, d. h. LKW bei der NVA zum Beispiel).
Reputation: Es gibt keine allgemein anerkannte Definition dieses Wortes, das vom lateinischen Begriff reputo für erwägen, ansehen, betrachten herkommt. Heute ist die Reputation der Ruf, das (gesellschaftliche) Ansehen; und sie ist etwas, das wesentlich langfristiger wirkt als das Image, das heute so positiv gestaltet werden muß.
Scharwenzeln: Oft lese ich es als herumscharwenzeln, also um jemanden oder etwas übereifrig sich zu kümmern, zu bemühen, oder genau das wenigstens vorzutäuschen. Ich hätte bis heute nicht gedacht, daß dieses Wort von schwänzeln abgeleitet sein soll. Oh, doch, auch ich tu das hin und wieder …
Und nun fragt ihr euch, was ich euch damit sagen will? Nichts weiter als: Das da oben geht in meinem Kopf herum, daraus entstehen Ideen, irgendwann verhakeln sich kleine Geschichtchen an diesen Worten, die ich dann irgendwann zu Papier bringen werde. Nein, normalerweise schreibe ich diese Worte nicht so explizit auf wie hier, nicht, wenn es wie heute nur einzelne Worte sind (oder doch Wörter – aber etwas in mir sträubt sich gegen diese Pluralform). Wenn es ganze Sätze sind, die mir zufallen, dann werden die in einer Kladde notiert (wenn es möglich ist, sogar mit Quellenangabe) und harren dort ihrer Verarbeitung. Die beginnt erst nach einer Inspiration durch irgendetwas oder irgendjemanden.
Ich schleiche mich davon und sage Danke fürs Lesen.
P.S.: Am 06.06.2019 waren positiv der gepackte Pilotenkoffer, eine gefundene Sperrholzplatte, ein frisch bezogenes Bett.
Die Tageskarte für morgen ist die Königin der Stäbe.
© 2019 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).


So ähnlich ergeht es mir auch manchmal.
Mir schießt ein Wort ins Gehirn und sofort arbeitet es sich daran ab.
So entstehen oft meine Gedichte.