Über Wie und Warum meines Lesevergnügens
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Als ich gestern den neuen Artikel bei Jutta Reichelt las, erinnerte ich mich an meine Begegnung mit Wolfgang Herrndorf, denn wenn ich nicht dessen Blog (der war öffentlich lesbar) etwa acht Monate verfolgt hätte, wäre mir Tschik zu lesen auch viel, viel schwerer gefallen … Und ich machte mir dann eben meine Gedanken und schrieb sie auf.
Vielleicht, nein, ganz sicher, so sage ich mir, gibt es Bücher und Autoren, die ich nur in bestimmten Momenten meines Lebens lesen kann, zu denen ich nur in einem Bruchteil meines Daseins einen Zugang finden kann. (Das liegt wahrscheinlich an Interferenzen meinert Theta-Hirnwellen mit den Informationswellen der Lektüre, oder? Jedenfalls muß es einen Grund dafür geben, davon bin ich überzeugt.) Nicht umsonst sage und schreibe ich ja immer wieder davon, daß Bücher mich anspringen müssen. Irgendetwas – Titel, Autor, Einband – muß mich auf den ersten, nein, noch vor dem ersten Blick auf das Buch von ihm überzeugen, unbewußt, noch ehe mir die Existenz des Buches bewußt wird, überzeugen.
Immer dann, wenn ich ein Buch aus anderen Gründen an mich und mit mir nehme, wird das Lesen zur Anstrengung, von der ich nach einiger Zeit Abstand nehme. In meinem Bücherschrank steht das dafür beste Beispiel, James Joyce’s “Ulysses”; seit Jahren schon bin ich nicht über Seite 90 hinausgekommen, trotz wiederholter Lesestarts und Zielsetzungen und Belohnungsplanungen ging es noch nie weiter als bis zu dieser verflixten neunzigsten Seite. Aber ich sehe es nicht mehr als Scheitern an, sondern als ganz natürliches Phänomen, durch das meine Aufmerksamkeit und meine Aufnahmefähigkeit kanalisiert wird.
Christa Wolf übrigens paßt und geht immer, Eva Strittmatter auch, Erwin meistens. Sonst bin ich genreübergreifend unterwegs und genehmige mir in Buchform auch, was ich als Film einfach nicht aushalten kann: Horror. Ich mache auch vor Fachbüchern nicht halt, da kann vom Mathematik über Physik und Botanik bis zu exegetischen Texten alles dabeisein. Religiöses sowieso und auch Magick; ja sogar Esoterik verschmähe ich nicht – wohl aber Fußball und ähnliche Profiterzeuger. Naja, und dann sind da noch Plattdeutsche (Meckelbörger und Hamburger und Pommersches Platt) und Erzgebirgische und Vogtländische Mundart Werke, die jederzeit für Entspannung sorgen können.
Zur Zeit liegen ein Krimi/Thriller, ein Band aus der Bibliothek der phantastischen Abenteuer, ein altes psychologisches Fachbuch, ein Gedichtband und ein Märchenbuch griffbereit. In jedem steckt ein Lesezeichen. Und ich kann recht problemlos von einem Buch zum anderen umschalten. Das ist bei mir
Lesegewohnheiten und Leseanstöße. Bei mir nur sehr selten Empfehlungen (á la “mußt Du gelesen haben” gleich garnicht) oder gar Bestsellerlisten. Vielen Dank wiedereinmal für die Anregung.
Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.
P.S.: Positiv am 31. Mai 2015 waren das Ausschlafen und das Redaktionstreffen.
Tageskarte 2015-01-06: Die Sieben der Münzen.
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(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).


Kenn ich auch: Von Büchern angesprungen worden sein.
Aber Leseempfehlungen geb ich trotzdem: Vielleicht springt ja meine Empfehlung dann andere an?!
😉
Ich lasse mich auch gern von Büchern anspringen. So Horrorliteratur, nicht freiwillig. Dann doch lieber die Nachrichten.