Maßnahmebeginn 7.30 Uhr
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Tatsächlich hatte ich keinen wichtigen Grund, die Teilnahme an dieser Maßnahme abzulehnen. Also:
Am 3. September 2012 muß ich um 7.30 Uhr beim Maßnahmeträger antreten, mitten in meiner Tiefschlafphase. Das heißt, ich muß hier um 6.24 Uhr losfahren. Woraus sich dann meine Weckzeit von 5.00 Uhr ergibt, drei Stunden nach dem üblichen Beginn meiner Nachtruhe. Für mich als Nachtmensch natürlich völlig einfach, genau das, was ich brauche.
Und so soll das aller Voraussicht nach die nächsten sechs Monate gehen. Montags bis freitags. Mit ein paar Tagen Urlaub zwischen den Feiertagen …
Zunächst aber liegt vor mir die Hürde der Eignungsfeststellung. Für die hätte ich drei Strategien zur Auswahl: Zu intelligent sein, zu dämlich anstellen oder einfach normal bleiben.
Danach Theorie. Kybernetische Strategien der Laufbahnplanung hab ich selbst schon unterrichtet. Und an Winzigweich-Weichware mag ich mich nicht wieder anpassen – vielleicht begreife ich einfach dieses bescheuerte Betrübssystem nicht?
Ach, in mir fährt ziemlich alles Karussell. Erstmal verdauen. Eine Woche hab ich ja noch Zeit dazu. Mich zu sammeln.
Und dann kann ich ja kritisch hinsehen, ob mit den Angeboten des Bildungsträgers das angestrebte Ziel (hm, die gleich durch Verwaltugsakt ersetzte Eingliederungsvereinbarung muß ich mir sowieso noch genauer anschauen) erreicht werden kann.
Das Schlimmste aber wird die Uhrzeit sein, zu der ich aktiv sein muß. Wie ich das regeln kann, weiß ich noch nicht.
Und jetzt mal Scherz beiseite: Natürlich werde ich aus den Angeboten mitnehmen, was nützlich für mich ist. Aber ich werde mich nicht zwingen lassen zu Bewerbungen auf Beschäftigungsverhältnisse, die prekär sind und bleiben, nein.
Vielleicht finde ich ja einen Betrieb für’s vorgesehene Praktikum, in dem ich tatsächlich gebraucht werde und sinnvolle Arbeit leisten kann.
Ich werde berichten.
Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.
P.S.: Positiv am 24. August 2012 war der Regen am Morgen, die angenehme Kühle am Abend.
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Emil, die Lage ist trübe, aber nicht aussichtslos ;
Da ich vorsichtig vermute, dass Du in einer (gewiss auch nur nach dem Grundsatz „Geiz ist geil“ eingekauften) Zwangsmaßnahme trübsinnig werden könntest, möchte ich die von Dir genannten Abwehrstrategien noch ergänzen.
1.Zum Einen unterschreibt ein intelligenter, kritischer Bürger NICHTS ungeprüft, was der freundliche Dozent ihm am ersten Tag so vorlegt.
ALLES, was mit einer Unterschrift besiegelt werden soll (und sei es nur die Hausordnung) legt dieser Bürger zur gewissenhaften Prüfung seinem Rechtsanwalt vor.
Nein, Du verweigerst natürlich nicht die Unterschrift, Du machst lediglich von Deinem Recht auf Überprüfung Gebrauch…und das kann einige Tage dauern, bis der Anwalt einen Termin frei hat 🙂
Ohne Unterschrift kann der Träger nichts mit Dir anfangen…da fließt nämlich kein Geld.
2.Eine sehr sympathische Variante ist die Vorgehensweise des Herrn „Demolier“, bitte suche hier http://www.elo-forum.org/weiterbildung-umschulung-sinnlose-massnahmen/ bei Interesse danach.
Natürlich ist Gegenwehr immer mit (Sanktions)Risiko behaftet, aber die Erfahrung zeigt, dass nahezu alle dieser Billigmaßnahmen nichts, rein gar nichts bringen. 08/15 zum Zwecke der statistischen Bereinigung (als Teilnehmer zählst Du nicht als erwerbslos) und für kluge Menschen bereits nach kurzer zeit Horror pur.
Da sollte mensch gut abwägen: mögliche Sanktionen werden hier häufig von dem Sozialgericht einkassiert, ein Restrisiko bleibt – 6 Monate Schwachsinn erdulden hingegen ist fast schon Folter und stehlen wertvolle Lebenszeit…was ist der Weg, den mensch gehen will?
Ich wünsch dir wirklich, das du eine sinnvolle Arbeit bekommst, die dir auch Freude macht .
LG Gabi
Ja, irgendwie ganz lustig: Da haben sie endlich die Bundeswehr abgeschafft – und trotzdem fühlt man sich, als muss man noch immer permanent zur Musterung antreten…
Ach Emil, wenn ich das so lese, kommen mir all die Jahre – immerhin neun an der Zahl – in Erinnerung, in denen ich mein Geld mehr oder weniger von dieser Institution bezog. Und mich befallen sehr unterschiedliche Gefühle. Natürlich bin ich froh, dass ich mich nicht mehr bewerben muss oder ähnliches, doch das fiel dann nach der 58er-Regelung ja sowieso weg. Meine Arbeitsberaterin muss sehr vernünftig gewesen sein. Ich habe von dort zwei sehr gute Englisch-Intensivkurse bekommen, die ich mit Freude mitgemacht habe, auch, wenn sie außerhalb meiner sonstigen Wachzeiten lagen, denn ich bin ja auch so ein Nachtmensch wie du. – Das Bewerbungstraining habe ich auf einer Backe abgesessen und die Dozenten haben meine schon vor diesem Training erstellten Mappen als Muster verwendet. – Und mit mehr wurde ich nicht behelligt, also mit nichts Sinnlosem.
Finanziell stand ich mich besser als jetzt, da ich jetzt um wenige Euro über der Grundsicherung bin und dadurch keinerlei Vergünstigungen mehr bekomme (Fahrkarte, Eintrittsgelder).
Du beschreibst dich als Lebenskünstler und ich wünsche dir, dass du das auch bleiben kannst!
Tja, sowas ist wohl nicht einfach.
Der Wecker wird dich wohl aus dem Bett bringen. Aber was dir da angeboten werden wird…. ich drücke alle Daumen, dass was für dich dabei ist – und du endlich mal Erfolg hast.
Grüß Dich, Emil. Ich hab ja auch so meine Probleme mit Frühaufstehen wie Stehern bzw. innen. Und nicht umsonst sagt man, Sport ist Mord, also umgangssprachlich oder so, aber ich würd die Maßnahme doch eher sportlich sehen: Als weiteren Versuch, eine so lehrsame Achterbahnfahrt ertragen zu lernen. (H)
Ich könnte Dich wecken… mein Wecker klingelt seit 1 1/2 Jahren jeden Morgen um 5.oo Uhr, außer Sonntags. Wobei, im Moment ja nicht und vermutlich auch nicht wieder, um an meiner jetzigen Arbeitstelle anzutreten. Ich habe mich dran gewöhnt, so früh aufzustehen, selbst die Nachteule Martin schwingt sich jeden Morgen schon um vier Uhr aus dem Bett. Aber der weiß auch wofür, das ist vermutlich ein entscheidener Unterschied. Nämlich für sinnvolle Arbeit, die seine Berufung ist und nicht für eine dusslige Maßnahme, die vermutlich eh nicht mehr bringt als, wie schon erwähnt, die Statistik der ARGE zu schönen.
Ich wünsche Dir, das Du einen Weg da raus findest, aber Du bist ja kreativ und fachlich versiert, was die möglichen Folgen angeht.
Unsere Daumen sind gedrückt!
Lieber Emil,
Ist immer so eine Sache inwieweit etwas fördernd oder hilfreich ist…
Die Uhrzeit ist wirklich hart – wir sind auch eher die Eulen als die Lerche.
Was auch immer dabei entsteht wir wünschen Dir das es bereichernd ist!
Herzliche grüße von uns,
anja und co
Weißt du, ich bin so priveligiert, dass ich nicht mitreden kann. Wenn ich berufstätig war, hatte ich Arbeit, die mir Freude brachte. Wenn ich nicht berufstätig war, hatte ich auch genug Arbeit… Allerdings wird diese Arbeit (Pflege meiner Kinder) zum Glück für mich und meine Rente, versichert. Beim Arbeitsamt war ich nie, dafür bin ich sehr dankbar, denn wenn ich lese, was dort abgeht…
Oh je, Du hast mein vollstes Mitgefühl. Ansonsten die Fassung bewahren. Du brauchst Dich nicht zu verstellen, denn die sind auf sowas geeicht und durchschauen das. So blöd sind diese Dozenten nie, die kennen ihre Pappenheimer. Deshalb sei wie Du bist und mental daneben bist Du allein schon durch die schrägen Aufsteh- und Erscheinungszeiten. Das genügt schon, um a bisserl deppert zu wirken. Sei einfach so verlangsamt, wie Dir es diese Zeiten ohnehin abverlangen. Und sie werden Dich in Ruhe lassen. Denke daran, dass die solche Maßnahmen durchführen müssen, denn die bekommen die Gelder und müssen sie verbraten. Denke daran, dass die Dozenten auf der anderen Seite des Tisches so einen Job haben. Diese ganzen Maßnahmen sind Jobmaschinerien für diese Bildungsträger und die Dozenten mit ihren schlechten Verträgen. Also … Augen zu und durch. Ein halbes Jahr ist lange, aber kürzer als ein ganzes Jahr. Und vielleicht kannst Du ein bischen davon profitieren …
Ich war selbst lang genug auf der anderen Seite des Schreitisches 😉
Ich wünsche Dir von Herzen alles Gute dafür! (Bin noch nicht sehr eloquent heut morgen, deswegen kann ich nicht mehr dazu schreiben…)
Herzliche Grüße
Andrea
Ebenso Nachteule und Vormittags zu nichts zu gebrauchen, wünsche ich Dir, dass Du das Beste aus dem Ganzen machen kannst
LG Gabi