010.2026: Vertane Zeit?

Der Kampf mit einem Phantom – oder um eines.

 

Ich schreibe. Ich schreibe mit einer Stahlfeder, die ich immer wieder ins Tintenfaß tauchen muß. Und ich suche nach einem Antonym zu „denken”. Also ein Wort, das das Nicht-Denken bezeichnet, als Verb. Es ist in etwa so vertrackt wie die Suche nach dem Gegenteil von durstig (in Analogie zu hungrig – satt), wofür letzlich das mitt­ler­weile überall gebräuchliche „sitt” kreiert wurde … Nun habe ich auch schon erfolglos ver­sucht, ein Gegenteil zu denkend zu finden. „Gedankenlos” befriedigt mein Sprach­gefühl aber wirklich nicht. — So suchend saß/sitze ich eine knappe Stunde über der aufgeschlagenen Kladde, vor dem angefangenen Satz. Dann endlich ergebe ich mich in mein Schicksal und schreibe die sieben fertigen Zeilen um. Was danach auf dem Papier steht, ist allerdings etwas ganz anderes, nicht mehr das, was ich (und vor allem wie ich es) ausdrücken wollte. Außerdem bin ich froh, daß nicht eine Wort­fin­dungs­störung, sondern ein wirklich fehlendes nicht existierendes Wort Ursache dafür ist. Aber daß ein einziges Nichtwort solche Wirkung hat …

Heute weggegeben bzw. entsorgt:
Ich bin gleich unterwegs und bringe über 20 CDs in ein Öffentliches Bücherregal.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Zufrieden machten mich heute vormittag der erledigte Abwasch, eine erledigte Bürokratie (völlig überflüssig, weil unveränderte Situation).


© 2026 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
CC by-nc-nd Website (Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).

Über Der Emil

Not normal. Interested in nearly everything. Wearing black. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
Dieser Beitrag wurde unter 2026, Geschriebenes abgelegt und mit , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen für den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert