Der Kampf mit einem Phantom – oder um eines.
Ich schreibe. Ich schreibe mit einer Stahlfeder, die ich immer wieder ins Tintenfaß tauchen muß. Und ich suche nach einem Antonym zu „denken”. Also ein Wort, das das Nicht-Denken bezeichnet, als Verb. Es ist in etwa so vertrackt wie die Suche nach dem Gegenteil von durstig (in Analogie zu hungrig – satt), wofür letzlich das mittlerweile überall gebräuchliche „sitt” kreiert wurde … Nun habe ich auch schon erfolglos versucht, ein Gegenteil zu denkend zu finden. „Gedankenlos” befriedigt mein Sprachgefühl aber wirklich nicht. — So suchend saß/sitze ich eine knappe Stunde über der aufgeschlagenen Kladde, vor dem angefangenen Satz. Dann endlich ergebe ich mich in mein Schicksal und schreibe die sieben fertigen Zeilen um. Was danach auf dem Papier steht, ist allerdings etwas ganz anderes, nicht mehr das, was ich (und vor allem wie ich es) ausdrücken wollte. Außerdem bin ich froh, daß nicht eine Wortfindungsstörung, sondern ein wirklich fehlendes nicht existierendes Wort Ursache dafür ist. Aber daß ein einziges Nichtwort solche Wirkung hat …
Heute weggegeben bzw. entsorgt:
Ich bin gleich unterwegs und bringe über 20 CDs in ein Öffentliches Bücherregal.
Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.
P.S.: Zufrieden machten mich heute vormittag der erledigte Abwasch, eine erledigte Bürokratie (völlig überflüssig, weil unveränderte Situation).
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(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).

