Manchmal brauche auch ich den Mut zur Lücke.
In meiner Immerdabeikladde klafft wieder eine Lücke: Ich habe weder am Sonnabend noch am Sonntag etwas aufgeschrieben. Erlebt habe ich viel, sehr viel. Und das meiste war schön, erfreulich, herzwärmend und darüber fand ich keine Gelegenheit dazu. Sonderbar, oder? (Natürlich finden sich die Blogtexte im Notizbuch, doch nicht ein Wort mehr.)
Außerdem heißt es doch: „Wes das Herz voll ist, des gehet der Mund über.” (In meinem Fall ist es meistens der Stift auf Papier.) Das griff aber auch nicht, irgendwie. Na, ich vergleich das jetzt mal mit einer anderen Situation: Ich mache bei besonderen Ereignissen weder Handy-Filme noch viele Fotos; ich möchte dann den Moment erleben, mit all meinen Sinnen. Die Erinnerungen an das Erlebte sind mir mehr wert als jedes Filmchen oder jeder Schnappschuß.
Da ist eine Lücke. In den Notizen, aber nicht in meinem Kopf. Vielleicht, aber wirklich nur vielleich, ergänze ich in den nächsten Tagen etwas. Oder ich lasse es bleiben. Ich mein: Niemand hat Anspruch auf Vollständigkeit meines Tagebuches, nicht wahr? Nicht einmal ich selbst … Ich sollte genügend Mut zur Lücke haben.
Erinnerung des Tages:
Als ich heute doch noch einkaufen war, hatte ich meinen Einkaufszettel zuhause liegengelassen; aber ich erinnerte mich an alles, was darauf stand und kaufte auch nicht mehr als das.
Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.
P.S.: Am 6. Oktober 2025 war ich zufrieden mit dem Kaffee gleich nach dem Aufstehen, mit der nachmittäglichen Zeit auf meiner Couch, mit einer durch- und aussortierten Marktkiste.
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(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).


Danke für den Hinweis auf die Wortverdrehung.