Aber vielleicht ist das ein Anflug von Altersweisheit.
Vor noch nicht allzu langer Zeit stand ich vorm Spiegel und dachte bei mir: „Du siehst alt aus, aber nicht glücklich und nicht zufrieden – eher so, als wärest Du Dir all der versäumten, abgewehrten Momente des Schönen in Deinem Leben schlagartig bewußt geworden.” Da machte ich mir einen Tee, setzte mich nieder und schaute meine (wenigen) Kinderfotos an …
Dann merkte ich, mein Leben geht weiter; und ich werde wahrscheinlich/hoffentlich noch viele Gelegenheiten haben, Schönes wahrzunehmen und zu genießen. Seitdem achte ich darauf, mich zumindest nicht mehr dagegen zu wehren.
Erinnerung des Tages:
Zu einem Faschingsball der EOS (11. Klasse, DDR) war ich einer von den Sieben Schwaben (an einem Spieß).
Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.
P.S.: Am 14. September 2025 war ich zufrieden mit Gedanken über mein Leben (da war trotz des obigen Textes viel Schönes), mit gutem Backwerk aus dem Fairteiler, mit den am frühen Abend aufgeschriebenen Sätzen.
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(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).


Das ist klug. Ich versuche auch, danach zu leben. Leider gelingt es nicht immer, zum Beispiel gestern ging es nicht.
Bei mir funktioniert es ja auch nicht immer, aber ich achte zumindest darauf, mich nicht zu wehren (und das ist viel Wert).
Beim Blick in den Spiegel frage ich mich manchmal wieder, wie in der Kindheit, was wohl hinter dem Spiegel zu finden ist. Natürlich ist da eine Wand, das wäre die logische Erwiderung. Es wäre aber nicht die Antwort auf meine Frage. Und wenn ich zu lange in den Spiegel sehe, dann erkenne ich, dass da mehr ist als das, was er widerspiegelt. Nicht immer kann ich das ertragen.
Hinter dem Spiegel … bei mir findet sich da die Realität. Aber die Welt im Spiegel, die ist noch immer geheimnisvoll und unerreichbar.