Anstrengend ist es jedenfalls zumeist.
Ich sitze an meinem Schreibplatz. Vor mir und neben mir liegen u. a. meine Immerdabeikladde, einiges Schreibpapier in einem Klemmbrett, eine thematische Kladde, ein Notizbuch (das ein Experiment ist). Ich sitze vorm Papier und warte auf die Gedanken, die ich ausformuliert aufschreben kann. Ich schaffe es, manches von einem Spiralblock, der sonst für anfallende Gedanken im Bad bereitliegt, in das Experimental-Notizbuch zu übertragen und streiche das und einige mich ob ihrer Belanglosigkeit überraschende Sentenzen im Block aus.
Es denkt in mir, weil ich mich nicht zum Denken verpflichtet fühle, sondern meinem Denkicht freien Galopp erlaube.
In den eintretenden Pausen sortiere ich Stifte, Kugelschreiber zumeist, Werbekugelschreiber. Die mit den abgebrochenen Klips wandern ohne Mine in den Müll. Die, die partout nicht schreiben wollen, sehe ich mir genauer an: Außergewöhnliche Formen erhalten eine funktionierende Mine, die Nullachtfuffzehn-Dinger landen ebenfalls im Abfall. Wenn währenddessen ein Gedanke aufblitzt, halte ich den mit dem Stift fest, den ich grad in der Hand habe. So findet sich heute viel in blauer Schrift Notiertes, statt wie gewöhnlich in schwarzer.
Am Ende habe ich fünf Gläser/Becher mit Kugelschreibern und Ähnlichem sortiert, 17 Schreibgeräte weggeworfen und nicht wirklich viel zu Papier gebracht. Nach drei Stunden ist es aber Zeit für etwas anderes.
Viel später, nach einiger erledigter Hausarbeit, schreibe ich diesen Text: entgegen der Gewohnheit nicht in die Immerdabeikladde, sondern aufs Papier im Klemmbrett, in lateinischen (ziemlich geschmierten, ziemlich großen) Buchstaben, mit blauer Tinte. So ein Tag war heute.
Heute weggegeben bzw. entsorgt:
Ich habe Stifte aussortiert und weggeworfen, zu den oben genannten kamen noch zwei Packungen ausgetrockneter Faserschreiber dazu.
Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.
P.S.: Am 15. September 2025 war ich zufrieden mit Kaffee auch am Nachmittag, mit gesannten Papieren, mit der Aussicht darauf, daß mir etwas zurückgegeben wird nach langer Zeit.
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(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).


Ich besitze nur noch drei Schreibstifte, die ich regelmäßig benutze. Nach und nach sind alle Kulis, ausschließlich mit Werbung versehen, in den Müllcontainer gewandert. Ich ärgere mich regelmäßig darüber, wenn an Infoständen, besonders in den Monaten vor irgendwelchen Wahlen, von allen Parteien (ob AfD, weiß ich nicht, die ignoriere ich, oder antworte, falls ich doch angesprochen werde, dass ich als linksgrünversiffte Person kein Interesse habe) Kugelschreiber angeboten werden, deren Minen nicht austauschbar sind. Einwegkulis, verschwendete Ressourcen!
Einweg ist hier kaum dabei (höchstens ganz billige gekaufte). (Und im Schrank hab ich noch zwei Schuhkartons voll damit.)