279–2024: Palaver

Kurzer Abriß über einen Mädelsabend.

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Oh ja. Ich hatte eines, ein echtes Palaver. Das war kein Geplauder, keine Plauderei. So harmlos war es nicht. Ein Palaver ist … deutlich an­stren­gender als Small Talk. Weil in dem oft ziemlich kontroverse, gegensätzliche Standpunkte aufeinandertreffen, welche dann noch vehement vertreten werden. (Das ist jedenfalls meine Erfahrung.) Ja, auch unter uns Freundinnen können mal die Fetzen fliegen. Wie gestern, als es um die verschiedenen Formen des Fremdgehens ging. Tse, was die eine oder andere doch für wunderliche Ansichten dazu hat! Eine war regelrecht verklemmt, die hält es doch tat­säch­lich schon für Fremdgehen, wenn ihr Kerl nur an eine andere denkt (wenn sie sich allerdings von ihrem Chef vögeln läßt: das ist ganz sicher kein Fremdgehen, das gehört zur Karriere). Eine andere fragt immer nach dem Namen, so geht sie dann nicht fremd, sondern bekannt. Und ich als Single werde von zweien beneidet, weil ich damit – also mit der Fremdgeherei – keine Probleme habe. Nun, das Gezeter ging los, als ich sagte, daß sie für ihre Probleme damit ja wohl selbst verantwortlich sind! Sie müßten ja keines daraus machen! Ja, daraus entstand das fast dreistündige Palaver, bei dem wir zwei weitere Flaschen Wein leerten, wonach wir uns noch über gewisse Ereig­nisse und Praktiken austauschten und feststellten, daß wir alle auf Oralsex stehen – das ist ja ganz bestimmt nichts, was als Fremdgehen gewertet werden kann. So wurde aus dem Palaver ein albernes Gekicher, und wir gingen später versöhnt auseinander.

 

 

Nun, ich selbst habe das Palaver nicht erlebt. Aber vor vielen Jahren war ich Augen- und Ohrenzuege eines solchen Mädelsabends, der in seinem Verlauf häufig als Palaver bezeichnet wurde. Manchmal bin ich ganz froh, darüber, daß ich mir auch zu solchen Nebensächlichkeiten Notizen machte.

 

Erinnerung des Tages:
Als ich nebenbei eine Gartenkneipe besorgte, gab es einen Gast, der am Tisch regelmäßig schlief und dabei sein volles Bierglas auf seinem Bauch stehend festhielt.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Zufrieden war ich am 5. Oktober 2024 mit dem Erwachen im Fliewatüüt, mit weing Regen, mit merhreren Met, die sich auf meinem Tisch materialisierten.

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Über Der Emil

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2 Kommentare zu 279–2024: Palaver

  1. Gudrun sagt:

    Gut, wenn man einen Bauch hat, gell? Ich fand meinen Schwangerschaftsbauch auch immer gut zum Kaffeepott abstellen.
    Ich wünsche dir einen schönen Markttag heute noch.

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