Etwas Notwendiges ist noch nicht vorstellbar.
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„Was ich mit niemandem besprechen kann, das schreibe ich auf. In ein Notizheft. Für ganz besondere Sachen habe ich auch ein besonderes Notizbuch mit giftgrünem Einband. So kann ich mir alles von der Seele schreiben, auch das, was ich mit niemandem, nichteinmal mit meiner besten Freundin besprechen würde. Nein, auch die darf von dem, was ins Grüne geschrieben ist, nichts, wirklich gar nichts wissen. Für vieles davon müßte ich mich schämen. Jedenfalls funktionierte das bisher so bei mir, immer. Aber jetzt, jetzt würde ich gern Worte und Bilder gemeinsam irgendwo … Aber die Bilder, die darf nie jemand … Und auch nicht das, was ich dazu schreiben muß. Wohin damit? Nein, nicht auf das Notebook oder auf das Handy. Es muß etwas anderes dafür geben. Ohne Internet. Aber jederzeit für mich greifbar, wie das Grüne. So daß ich mir das immer und immer wieder ansehen und lesen kann, immer weiter dazuschreiben kann, Bilder ergänzen kann. Es ist so vieles in mir, das muß raus aus mir. Aber wohin? Ins Grüne jedenfalls paßt das nicht. Ich habe noch keine Ahnung, wie ich das anstellen soll.”
Sie nimmt den Zettel mit den soeben niedergeschriebenen Worten und schiebt ihn in den Reißwolf.
Heute weggegeben bzw. entsorgt:
Ins Haus gestellt „zu verschenken” hatte ich einen schon ewig nicht mehr genutzten intakten Schalenkoffer, den kaputten Ventilator habe ich beim Kauf eines neuen entsorgt.
Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.
P.S.: Zufrieden war ich am 17. Juli 2024 mit erfüllten Wünschen, mit einem kurzen Gespräch, mit dem gekauften Ersatzventilator (gestern Abend ging einer kaputt).
© 2024 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).


Kennst du den Film „Die Brücken am Fluss“? Nach ihrem Tod finden die Kinder die Tagebücher ihrer Mutter und erfahren über eine lange zurückliegende Affäre… Lies einfach mal bei Wiki nach. Mich hat dieser Film damals sehr berührt. Um den Bogen zu deinem Beitrag zu spannen: Ich habe letztens Notizen entsorgt, denn wenn es mir auch egal sein könnte, was meine Kinder/Enkel nach meinem Tod von mir denken, was sie sich vielleicht zusammenreimen könnten, so werden die auf Papier festgehaltenen Gedanken und Gefühle aus ihrer Zeit gerissen sein. Und ich würde auf Fragen keine Antworten mehr geben können.
Ja, den Film kenne ich auch.
Der Protagonistin geht es wahrscheinlich gar nicht darum, das Geschriebene zu hinterlassen, sondern nur darum, einen Platz für besonders spezielle Gedanken und Bilder zu finden …