Japanisch-fernöstliche Parallelen, vergängliche.
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Bei diesem Wetter ist es wahrlich kein Vergnügen, eine ganze Schicht lang draußen unterwegs zu sein. Andererseits: Es gibt kein schlechtes Wetter, nicht wahr? Gut, unter der Gummijacke schwitzt es sich schneller. Macht nichts, gehört zur Arbeit dazu, das Schwitzen. Bei so unangenehmen Wetter, diesem so fiesen Niesel, sind kaum, nein, keine anderen Menschen unterwegs, die im Wege herumstehen und sich abfällig über die Sinnlosigkeit dieser Arbeit äußern. Selbst die aber müßten doch wollen, daß alles ordentlich ist?
Kurz zuckt der Mensch mit den Schultern. Schaut dann auf das zurück, was bereits geschafft wurde. Zu sehen sind Linien und Muster. Freude stellt sich ein ob der Exaktheit und Klarheit, gar Zufriedenheit. Das soll japanisch sein, sagte vor einiger Zeit jemand. Nein, das ist nicht japanisch, nicht fernöstlich: Das ist eigenes Werk, die eigene Art, die Arbeit zu erledigen. Bögen, Wellenlinien, Parallelen, sich kreuzende Linien, Kreise. Täglich ist deren Reihenfolge anders, sind deren Positionen zueinander und die Größen verändert. Wahrscheinlich hat sich in den vergangenen Jahren keine einzige Wiederholung eingeschlichen.
Zum Glück gibt es in dieser Jahreszeit kein fallendes Laub. Es wird Zeit, die Wege im Schloßpark weiterzuharken. Und am Nachmittag warten der Schrebergarten und der Weg vorm Zaun auf genau die selbe Pflege.
Ich las einen Artikel über die Sinnhaftigkeit vergänglicher Kunst (nicht in perfomativer Form). Straßenmaler mit ihren Kreidebildern, die vom Regen oder der Stadtreinigung ganz schnell wieder zum Verschwinden gebracht werden. Sogenannte „land art”, die aus Laub, Stöckchen oder Sandstrand geschaffen wurde und von der niemand wissen kann, wenn nicht der Zufall oder ein davon gemachtes Foto einen Blick darauf gestatten würden. Welchen Sinn soll solche Kunst denn haben? — Da sah ich Wege, die ähnlich wie ein Zen-Garten geharkt wurden vor meinem inneren Auge …
Erinnerung des Tages:
Mit den Eltern über den (damals, 197x) noch nicht umgebauten Riebeckplatz – damals noch nach Thälmann benannt – hierzustadt gefahren im geliehenen Pkw. Beinaheunfall wegen nichtgesehener Funkenkutsche.
Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.
P.S.: Zufrieden war ich am 7. Februar 2024 mit einigen erledigten Haushaltsdingen, mit dem Lesestoff und den dadurch angeregten Überlegungen.
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(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).


An so düsteren Tagen lese ich gerne deine Verschriftlichungen und stromere in meinen dabei entstehenden Fantasien herum, gestalte in tiefen Wäldern Feines aus Stöckchen, Moos und Steinen zum Beispiel!
Ich bau ab und zu Steinmännchen, draußen gleich bei den Ententeichen hier …