015–2024: Aufstehen

Noch immer rumort es in mir herum. Ein Rant.

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Ja, es geht mir heute wesentlich besser als gestern. Aber dennoch rumort(e) es in mir, war mir den ganzen Tag nach einem dezenten Kötzerchen, jedesmal, wenn ich Nachrichten sah oder hörte. Zum einen verwunderte mich die Gewichtung der Ereignisse durch die Nachrichtenredaktionen sowie deren Wortwahl (Pfui! Dreimal Pfui!), zu anderen zweifelte ich am Verstand des bebrillten Jungspundbabygesichts und des Porschesylters und vieler anderer unserer Politikerdarsteller. Das, das alles muß doch Satire gewesen sein!?

Und dann wundern sich die Medien, die der Mehrheit keine Möglichkeit zur angemessenen Meinungsäußerung lassen und noch nicht einmal angemessen über die Demonstrationen der sogenannten „schweigenden” Mehrheit zu berichten in der Lage sind, daß kaum noch jemand, der bei klarem Verstand ist, ihnen Glauben schenkt? Ja, das geht diesmal an den gesamten Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk in diesem Lande!

So oft wie heute saß ich nur kopfschüttelnd vor z. B. einem Fernsehbildschirm, wenn Karl-Eduard von Schnitzlers „Der Schwarze Kanal” über die Mattscheibe flimmerte – obwohl: So schlimm war der dann doch nicht, denn dort wurde wenigstens ab und zu noch etwas Wahres und Relevantes gesagt. (Und nein, Profisport finde ich ebensowenig relevant wie die Vermutungen über das, was an einer sogenannten Börse geschieht; das Wahrste und Wichtigste schien mir heute die Wettervorhersage zu sein).

Deshalb floß heute folgender Gedanke aus mir heraus:

 

 

Das Aufstehen fällt schwer, wenn nur noch belastende Nachrichten auf einen Menschen einprasseln; doch gerade dann war es und ist es das Wichtigste, was getan werden muß, gemeinsam getan werden muß – und das wird es immer bleiben, das Aufstehen und füreinander Einstehen.

 

 

Das nennt sich Miteinander und Solidarität und Engagement für eine nazifreie und klimaschützende Politik! Und das, das wurde heute (nicht nur, aber immernoch) in den Nachrichten höchstens beiläufig erwähnt, meiner Meinung nach. Aber wenn sie totgeschwiegen wird, die sogenannte „schweigende” Mehrheit, dann bleibt sie leider eine scheinbar schweigende Mehrheit.

 

Erinnerung des Tages:
Als ich in den Ferien (10. Klasse) arbeitete, bremste ich einen Transmissionsriemen mit einem Schraubenschlüssel ab. Der zwischen einer Stahltür und meiner Hand überschla­gende Funke war deutlich zu sehen und hinterließ am Finger eine kleine Brandblase. Der Schreck war gößer.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Zufrieden war ich am 15. Januar 2024 mit vier beschriebenen Seiten voller Erinnerungen, mit dem Tee (wieder zwei Kannen), mit Musik aus der DT64-Story.

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Über Der Emil

Not normal. Interested in nearly everything. Wearing black. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
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5 Kommentare zu 015–2024: Aufstehen

  1. Wolfgang sagt:

    Na Emil, so schlimm ist das doch alles nicht mit den Lügen der Politiker, die lügen doch wenigstens für uns und nicht für ein zweifelhaftes Ideal. Was bein schwarzen Kanal kam weiß ich nicht, kann ja gut sein, dass die auch mal was wahres gesagt haben. Was wirklich wahr ist weiß doch kein Mensch.

  2. Gudrun sagt:

    Überall waren gestern Demonstrationen, in Berlin, Hamburg, Dresden. Beim MDR kein einziges Wort und bei anderen nicht viel. Heute Abend ein klitzekleines Bisschen. Schlimm finde ich das, aber irgendwie passt es zusammen.
    Danke, Emil, für deinen Beitrag. Manchmal fühlt man sich so alleine. Dabei ist man es nicht.

  3. Sonja sagt:

    Kopfschütteln geht gar nicht, lieber Emil, du musst nichts als nicken und …ja was?
    Deine dollen Worterfindungen mit bebrillt und Sylt…grandios, das war jetzt ein Ironie- und Sonderadjektivlobmix, bin wohl schon halb am träumen…
    Dann mal gute Nacht

  4. Roswitha sagt:

    lieber emil, wir sind viele, auch wenn es manchmal nicht so aussieht. wenn es darauf ankommt, helfen die menschen einander. gerade heute las ich wieder von einer bespielhaften hilfsaktion eine gruppe menschen, die einander nicht kannten.
    nur mut und hoffnung pflegen, herzlichen gruß, roswitha

  5. Ich habe auch neulich gestaunt, als der Busfahrer losfuhr, bevor ich einen Platz besetzen konnte, bin ich gestürzt. Hinterher hatte ich blaue Flecken, aber drei Paar helfende Hände griffen sofort nach mir. Und die beteiligte, direkte Sitznachbarin unterhielt sich dann mit mir, obwohl wir uns ja fremd waren! Gehalten werden im Notfall, das ist doch toll!!!
    Gruß Gerel

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