014–2024: Nachmittagstief-Gedanken

Wieder etwas, das mich im Innersten sehr beschäftigt.

To get a Google translation use this link.

 

Mir ging es heute nicht so gut. Fröstelnd, durstig, lichtempfindlich verbrachte ich die meiste Zeit liegend mit Kladde und Tablet. Aufgewühltes Denkicht, von Angst getrieben beschäftigt mit dem Schutz vorm Absturz. Viele kurze Notizen, die thematisch durch das ganze Universum irrlichtern und sogar weit darüber hinaus. Und dazu die Versuche, Erinnerungen an gute Zeiten einzufangen; und die Beschäftigung mit dem Vergessen:

 

 

Wie sonderbar es doch ist, dieses Vergessen. Ich habe mich wahr­schein­lich viel zu selten bewußt mit diesem menschlichen Phänomen befaßt: Ich vergaß es zu häufig. Außerdem weiß ich noch immer nicht, ob das willkürlich möglich ist, ob jemand also – ganz selbstbestimmt – etwas ganz Bestimmtes absichtlich ver­ges­sen kann. Vergessen. Nicht verdrängen, sondern wirklich mit Absicht vergessen. ⸺ Verdrängen, ja; verdrängen konnte ich so manches. Dafür hatte ich auch gute Gründe, glaubte ich in jenem Moment des Verdrängens, glaube ich noch heute sehr oft. Verdrängtes aber kann wiederkommen und hat dann ziemlich viel Macht über mich: Es erfordert, daß ich mich sofort und eindringlich um das kümmere, was ich verdrängt hatte und was nun wieder auf dem Tapet landete …

Aber Vergessenes. (Bewußt, absichtich) Vergessenes – kann das wieder­keh­ren? Mit all dem, was dazu­geh­örte und noch dazu­ge­hört? Wenn ja, was ist dann der Unterschied zwischen den beiden Zuständen Verdrängt und Vergessen?

[In den Notizen steht an dieser Stelle noch mehr dazu; aller­dings mit viel zu konkreten Bezügen, die ich hier nicht veröffentlichen möchte.]

Was mir am Ende fehlt, ist eine eindeutige Antwort von mir auf meine Frage:

Ist es möglich, absichtlich, bewußt, gezielt etwas zu vergessen?

Aus meinen Notizen vom 14. Januar 2024.

 

 

Heute war es mir weder möglich, etwas wegzugeben oder zu entsorgen, noch eine spezielle (veröffentlichbare!) Erinnerung festzuhalten.

 

Mit einem Danke fürs Lesen schleiche ich mich davon.

Der Emil

 

P.S.: Zufrieden war ich am 14. Januar 2024 mit den glücklicherweise erfolg­rei­chen Bemühungen zur Absturzvermeidung.

© 2024 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
CC by-nc-nd Website (Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).

Über Der Emil

Not normal. Interested in nearly everything. Wearing black. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
Dieser Beitrag wurde unter 2024, Erlebtes, One Post a Day abgelegt und mit , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen für den Permalink.

7 Kommentare zu 014–2024: Nachmittagstief-Gedanken

  1. Sofasophia sagt:

    @deremil Oh weh …
    Erhol dich gut. ❤️‍🩹

  2. Der Emil sagt:

    @muldenkind@troet.cafe @deremil@deremil.blogda.ch Ich hab es noch nicht geschafft …

    • Der Emil sagt:

      @muldenkind@troet.cafe @deremil@deremil.blogda.ch Zu den letzteren gehöre ich bisher …

  3. Wolfgang Schiele sagt:

    Vergessen ist wohl ein hoher, kaum erreichbarer Zustand. Aber – was mir oft schon half – ist umwidmen. Sofern denn das zu Vergessene zu belastend war.

  4. Sonja sagt:

    Schutz vorm Absturz, heißt es, dass du an deine Ressourcen gehst?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert