2023/057 – Rotlicht


Wenn einer herumhausmittelt, wird auch das genutzt.

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Heimtückisch angeschlichen, anders kann ich das nicht nennen. Aber jetzt weiß ich, woher das Unwohlbefinden der letzten Tage kam. Die Nase ist dicht heute morgen. Daher: Rotlicht. Erkältungstee. Mit viel Zitronensaft natürlich. Kein Antibiotikum, das wirkt sowieso nicht. Mich hat ein sog. Sauschwerer Männerschnupfen ereilt, sich heimtückisch angeschlichen, herangewanzt. Temperatur seit gestern Abend immer zwischen 37 °C und 38 °C. Ich überlegte schon, mir einen Tropfenfänger zu basteln, verließ dann vernünftigerweise frühzeitig den Schreibplatz und lag flach. Spätestens ab dem Zeitpunkt, da ich gestern Abend nicht mehr meine heißgeliebten Stofftaschentücher benutzte und deswegen eine Küchenrolle und einen Extra-Papierkorb am Bett hatte, war mir alles klar. Ich habe mich nicht erkältet, weil auch bei dem Schneefall gestern und in der Nacht mein Fenster etwas geöffnet war. Irgendwann anders ist es geschehen, vielleicht habe ich mich bei irgendwem angesteckt.

Heute morgen war ich von acht Uhr schon wach und versuchte, die Nase einigermaßen freizubekommen. Richtigen Erfolg dabei hatte ich nicht. Der Kaffee war zwar warm, aber es fehlte der Duft. Den mir vorzustellen gelang zwar, aber nur die Vorstellung reicht manchmal eben nicht aus. Später machte ich mir eine heiße Nudelsuppe mit ein paar Suppennudeln darin (gekörnte Brühe aus dem Glas). Lesen ging nicht gut, schreiben auch nicht. Also: Sonntag wurde gedöst, geschmiert, gerotlichtet, zweimal geduscht und (beinahe stumm) gelitten. Und leise spielt das Radio …

Wäh. Laßt mich, geht alle weg, aber jemand sollte sich um mich kümmern. (Nein, ich kann das in der Realität selbst, das sollte nur ein auflockernder Scherz sein.)

Wenn nichts Unvorhersehbares passiert, habe ich ohne Medikamente aus der Apotheke etwa sieben Tage, mit Medikamenten aus der Apotheke eine ganze Woche mit dieser Erkältung zu tun. Wie immer. Außerdem hatte ich lange keine, so mich meine Erinnerungen nicht trügen. Nein, ich seh nicht nach, wann ich zuletzt erkältet war, ihr braucht das auch nicht tun. Heute Abend gab es dann auch schon heißes Bier mit Honig und Zitrone. Sogar Zwiebelsaft könnte ich mir noch machen, falls Husten dazukommt. Und selbst, wenn ich jetzt weitere sieben Tage nicht aus dem Haus gehen könnte: Ich habe genügend Vorräte für diese Zeit. Ich rechne nach und hoffe, am Donnerstag alles überstanden zu haben.

Immer, wenn ich krank bin, bin ich auch sehr unzufrieden, mit allem, unleidig. Ich mag das nicht. Also hausmittele ich weiter und hoffe inständig, daß sich die heute eingebildete oder spürbare Verbesserung weiter fortsetzt. Ein durchge­führter Schnelltest blieb negativ. Schnief.

 

Ich schleiche mich davon und sage Danke fürs Lesen. Von präventiven Beileidsbezeugungen bitte ich abzusehen.

Der Emil

 

P.S.: Am 26. Februar 2023 war ich zufrieden mit nüscht! Gar nüscht! Wäääh!

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Über Der Emil

Not normal. Interested in nearly everything. Wearing black. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
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9 Kommentare zu 2023/057 – Rotlicht

  1. Sofasophia sagt:

    Gute Besserung!
    Hoffentlich geht es dir bald besser.

    Ist es womöglich eine Impfreaktion (Covid eher nicht?)?

    • Der Emil sagt:

      Impfreaktion war der Dienstag. Schnelltest ist negativ.

      Ich habe einen einfachen, i. allg. tödlich ausgehenden Sauschweren Männerschnupfen. Vor der Rotlichtlampe ist es erträglich 😉

  2. Herzliche beifreud

  3. Moni sagt:

    @deremil Gute Besserung Emil 🙂

  4. C Stern sagt:

    Ich wünsche Dir gute Besserung und halte Dir die Daumen, dass Du Dich bald wieder fit fühlst. Diese Hausmittel aus der Natur sind einfach super, ich bin damit aufgewachsen. Nur heißes Bier kannte ich noch nicht!
    Zum Schnelltest noch eine Bemerkung: Als ich bereits ganz heftige Symptome hatte (einen Megaschnupfen und grollenden Husten), schlug der noch immer nicht an. Erst, als das Fieber dazukam, war er zweimal positiv.
    Ich kenne diese Unzufriedenheit, wenn ich krank bin. Kann Dich sehr gut nachempfinden!
    Alles Gute! C Stern

  5. Sonja sagt:

    Hey, lieber Emil,

    komm schnell wieder auf deine lebhaften Buchfinkenbeine…zwitscher, ich hab`s im Ohr…

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