Noch ein Impuls und nochmehr Gedenke.
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Jede und Jeder, der dazu in der Lage ist, tut es tatsächlich immer und immer wieder, genauer besehen sogar den ganzen Tag lang, rund um die Uhr. Aber wer denkt schon darüber nach, hat schonmal darüber nachgedacht – es ist ja für die meisten Menschen das, was es ist. Eine Selbstverständlichkeit. Und wieder war es ein vor Tagen schon beilüfig gelesener Satz irgendwo im WWW – oder war es eine Frage? –, der in mir so nachhallt, daß ich darüber nachdenken mußte.
Wann und womit beginnt mein Hören? Wenn Schallwellen auf mein Hörorgan treffen? Ich bitte euch: Das geschieht den ganzen Tag lang, ohne daß ich ein Geräusch wahrnehme. Höre ich das in dem Fall nicht? Wenn doch mein Gehirn die ursprünglich akustischen Signale verarbeitet? Denn das tut es ja auch, wenn ich ein Geräusch nicht wahrnehme: Das filtert mein Gehirn einfach weg …
Also wann, unter welchen Bedingungen und Umständen beginne ich zu hören?
- Vielleicht muß ich mir darauf zwei Antworten geben:
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Eine einfache Antwort ist dann möglich, wenn über den Hörsinn ein Alarmsignal eingeht wie z. B. Babygeschrei, Schuß, Sirenenton, der Ruf „Hilfe” – bei Alarmsignalen läuft in mir ein aus der tierischen Abstammung überkommener Automatismus ab. Alarmtöne dringen in aller Regel ins Hören und dann ins Bewußtsein durch.
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Außer Alarmtönen höre ich, wenn ich nichts hören will, eben nichts. Also beginnt das Hören bei mir mit einem Wollen? Es scheint so zu sein, wobei: Eher möchte ich von einem Zulassen sprechen, das bei mir auch unbewußt, ohne den expliziten Wunsch dazu, geschenen kann.
Es muß aber, damit ich hören kann, auch irgenwie Platz sein für das, was ich da zu hören erwarte. Wenn ich zu sehr (geht das überhaupt?) auf eine ganz bestimmte Sache konzentriert bin, ist meine Wahrnehmung manchmal so sehr beschränkt, daß für alles außerhalb des Fokus' eben keine Ressourcen (also kein Platz) vorhanden sind. Ich weiß auch, daß im Laufe des Hörens weiterer Platz für das Gehörte geschaffen werden kann in meiner Wahrnehmung, in meinem … Gehirn? Jedenfalls: Hören braucht Raum in mir, eine Leerstelle, in die dann etwas hineinpaßt, auf eine unkonkrete Art und Weise. Und mein Hören braucht immer eine – unterbewußte oder unbewußte oder bewußte – Offenheit, eine Haltung offen für einen akustischen Reiz.
Ist mir jetzt klarer, wann mein Hören beginnt bzw. womit? Nur zum Teil, stelle ich fest, mit Sicherheit nur für den Alarmfall (auch wenn ich durchaus in der Lage bin, unter Umständen Alarmsignale zu überhören). Und sonst glaube ich zwar, daß ich mir jetzt einiger Voraussetzungen, die ich zum Hören habe und benötige und nutze, bewußter bin. Aber weiß ich jetzt, wann und womit es beginnt, dieses ominöse Hören? Zumindest ich kann meiner Meinung und Erkenntnis nach erst mit dem Hören beginnen, wenn ich es zulasse, wie ich oben schon vermutete.
Warnung: Es kann sehr verwirrend sein, stellte ich fest, über solche Fragen nachzudenken. Denn wann und womit und wieso beginnt ein Mensch nachzudenken?
Ich schleiche mich davon und sage Danke fürs Lesen.
P.S.: Am 17.11.2021 waren positiv drei transkribierte kurze Schriftstücke, Grieskuchen zum Kaffee, Kinderbilder von mir.
Die Tageskarte für morgen ist das Ass der Stäbe (das Leben muß immer etwas positiver gesehen werden, als es zu sein schint).
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