2021,274: Freitag

Wiedereinmal werde ich zum Marktmönch.

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Bei mir war der heutige Freitag Anreisetag. Und Aufbautag. Und am Vormittag noch Sortiertag. Zwar habe ich nur wenige Papiersachen abarbeiten können, aber die sind gescannt und zerschnitten oder einfach dem normalen Altpapier zugeführt. Ja, ich habe mich auch von einem Stapelchen Zeitschriften getrennt, die seit über zehn Jahren ein ungesehenes Dasein im Bettkasten unter meiner Schlafcouch führten. Das viele Geld, das ich einstmals dafür ausgab, hinderte mich heute nicht mehr daran, sie endlich wegzuschmeißen: Nichts von dem, was in ihnen zu lesen war, ist heute noch wichtig und richtig.

Meine große Kiste mit Ausrüstung, Garderobe, Fressalien, Getränken, Kochzeug und Schlafsack war im Fliewtüt gelandet, sicher verstaut. Mein Stecken und der Schreibkoffer waren ebenfalls reisefertig im Transporter, schon kurz nach zehn Uhr. Im Rucksack habe ich wie immer zu solchen Unternehmungen noch etwas Kleinkram. Das Tablet, zwei Kladden, ein paar Stifte und einen Notizblock. Und genügend Powerbänke, die Kulturtasche, Reservetabak und noch anderes Geschrabbel. Ihr könnt euch sicher denken, was ein Mann so alles braucht unterwegs.

Es gab keine Probleme auf dem Weg hierher. Und zum Aufbau der Zelte blieb es auch trocken. Trotzdem habe ich wieder genug geflucht bei der Arbeit (am Sonnabend und Sonntag darf ich das ja nicht).

Und nun? Nun ist es stockfinster, ich sitze noch im Zelt am Tisch. Natürlich bei Kerzenlicht, ja. Und ich habe mir einen heißen Met besorgt. Am Abend brauche ich immer eine ganze Weile, um (wieder) runterzukommen.

Ich bin neugierig auf die nächsten beiden Tage. Neugierig auf Menschen. Mit einigen bin ich sogar verabredet. Ein älteres Ehepaar möchte zum Beispiel mit zwei Feldpostkarten aus dem Ersten Weltkrieg zu mir kommen. Und wenn jemand aus Kleinbloggersdorf oder Twitterhausen in mein Scriptorivm kommt, gibt es mindestens einen handgeschriebenen Tweet vom Bruder Emil.

 

Ich schleiche mich davon und sage Danke fürs Lesen.

Der Emil

 

P.S.: Am 01.10.2021 waren positiv die abgeschlossenen Vorbereitungen ohne etwas Vergessenes, eine gemütliche Fahrt (“so schön mit No-heun-zig – ratamm, ratamm, raratatatamm”), der geschaffte Aufbau.
 
Die Tageskarte für morgen ist die Fünf der Münzen (weiter nach einer Verbesserung der Situation suchen).

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Über Der Emil

Not normal. Interested in nearly everything. Wearing black. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
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8 Kommentare zu 2021,274: Freitag

  1. Nati sagt:

    Viel Freude und gute Gespräche wünsche ich dir.

  2. Gudrun sagt:

    Da werde ich wohl nochmal Schlehen sammeln fahren müssen. Warmer Schlehensaft mit dann einen guten Schluck Rum drin wärmt ordentlich durch.
    Ich hätte dich gern mal besucht auf einer Burg, aber ich komme da alleine nicht hin. Schade. Vielleicht kommt mir irgendwann noch mal eine Idee.
    Viel Freude wünsche ich dir in den nächsten beiden Tagen.

  3. Sofasophia sagt:

    Habs fein und warm. Gute Tage und Nächte wünsche ich dir.

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