Nein, kein Jammern, keine Rechtssachen o. ä.
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Noch bemerke ich, wenn andere Menschen klagen. Und ich schaffe es zumeist, mein Mitempfinden, mein Bedauern oder – in besonderen Fällen – meine Hilfsbereitschaft auszudrücken. Sehr selten aber mache ich mir die Mühe (ja, das ist eine Mühe), mich sehr weit in die Situation dieser Menschen hineinzudenken – und wer ist wohl wirklich in der Lage, sich da hineinzuleben? In ein fremdes Leben, von dem nur bekannt ist, was gesehen werden darf und soll? Ich bin nicht in der Lage, euch auch nie einen einzigen Menschen zu nennen, dessen Leben ich vollumfänglich kenne. Nein, das war auch nie bei meinen Partnerinnen so … Anteil zu nehmen ist möglich, manchmal notwendig, oft erwünscht. Aber: Was ich manchmal an Ausreden anführte, wieviele Ausflüchte ich machte – und was bot ich zuweilen alles auf, um mich von (gefühlten) »Verpflichtungen« freizukaufen.
Ich befürchte, vom Ungemach, das andere Menschen betrifft, irgendwann zu wenig zu bemerken.
Selbsterkenntnis mittlerweile: Wenn es mir bescheiden geht, dann merke ich das recht spät. Weil ich gelernt habe zu funktionieren, nach außen hin zu funktionieren. Jedes Eingeständnis, daß es mir nicht gutgeht, ist verdammt mühsam, kostet viel Kraft. Selbst wenn ich es im wirklichen Leben jemandem anvertrauen kann, dann kann ich angebotenes Verständnis, gar angebotene Unterstützung irgendwelcher Art kaum annehmen. Es ist mir ja üblicherweise schon peinlich, wenn ich gelobt werde. Aber Hilfe zuzulassen … Das ist … Ja, das ist, weshalb ich normalerweise nicht nach (existentieller) Hilfe frage. Deshalb muß schon ein wirklich großer Leidensdruck vorhandensein. Einer, den ich nicht mehr wegignorieren kann. Noch besser »hilft« gegen mein eigenes Tief aber, auf eine andere Klage tatkräftig zu reagieren und mich so vom eigenen Elend abzulenken. Habt ihr das noch nie versucht? Wenn ich dann allerdings nur noch wenig vom fremden Unglück erkenne …
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Ich schleiche mich davon und sage Danke fürs Lesen.
P.S.: Am 29.03.2021 waren positiv geghörte alte Musik, süßer Hirsebrei, Arbeit am Lebenslauf.
Die Tageskarte für morgen ist die Zehn der Schwerter (Ohnmacht, angewiesen auf Hilfe).
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(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).


Ich glaube, man kratzt grundsätzlich nur an der Oberfläche des Mitfühlbaren.