Zwischen Freude und Versagen.
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Jaja, gestern hatte ich den Text nicht wie bei den anderen »erfundenen« im grauen Kasten, jaja.
Dafür wurde aus dem heutigen Tag etwas anderes, als gedacht. Wie immer schlich ich mich nach Mitternacht auf meine Schlafcouch, schrieb noch dies und das und wollte dann schlafen. Um ein Uhr ungefähr. Nun, daraus wurde dann halb sechs. Schlaflos im neunten Stock, ich kenne es ja. Daß ich schon kurz nach elf wieder wach war und sogar gefrühstückt hatte: erstaunlich. Ich saß – wie fast jeden Tag – dann etwas über eine Stunde am Rechner. Twitter, Blogs lesen, Mails beantworten. Herumschmökern. Was ich seit einiger Zeit auch regelmäßig schaffe, nämlich zwei Stunden am Schreibplatz sitzen und irgendetwas schreiben, hat auch funktioniert: Vier Seiten in DIN A5 konnte ich danach zu einer bestehenden Loseblattsammlung von thematisch zusammengehörenden Texten hinzufügen (ich schreibe ziemlich klein, Zeilenhöhe bei sieben mm). Der Abwasch war erledigt. Ich mußte noch irgendwo Brot und andere Lebensmittel besorgen.
Gesagt, getan. Im Rucksack befanden sich weitere fünf Bücher, die ich in den Öffentlichen Bücherschrank hier in HaNeu stellen wollte. Mein Ziel, nur ein einziges Buch wieder mitzunehmen, habe ich zwar nicht immer, aber durchaus auch schon erreicht. Es stand gerade jemand in der Telefonzelle und stellte Bücher hinein. Ich hielt mich abseits und rauchte noch eine. Als die Zelle, also die zum Öffentlichen Bücherschrank umfunktionierte Telefonzelle menschenleer war, ging ich hinein. Ja, wie immer weiß ich, es wird sehr bald wieder anders aussehen, aber wie immer beseitigte ich die gröbste Unordnung und stellte die Bücher aufrecht in die Regale. Und ehe ich mich zu den zwei unteren hinabbeugte, fanden auch meine fünf gleich noch Platz in einer entstandene Lücke. Nur ein Buch retour (okay, bei drei zusammengehörenden Bänden werde ich auch noch schwach, wenn es ein mich interessierendes Sujet ist). Aber dann …
Daraus wurde heute nichts.
Nein. Das konnte absolut nicht gelingen.
Nicht heute.
Nicht bei dem, was ich im untersten Regal als wirklich unordentlichen Haufen schwarzer Schutzumschlagrückseiten sah.
Statt dessen packte ich (mit ziemlich schlechtem Gewissen)
21 – in Worten: ein-und-zwan-zig –
zugegebenermaßen kleine und schmale Bändchen ein. Alle aus der Reihe Spektrum: die Nummern 60, 80, 85, 112, 119, 135, 136, 138, 146, 148, 158, 177, 196, 199, 202, 214, 215, 231, 233, 244, 252 – also rund 7,5% der gesamten Reihe mit 279 Bänden. Irgendwo in meinen HuSuB sind noch mehr aus dieser Reihe, das weiß ich. Ob ich vielleicht versuchen werde, irgendwann die alle …? Die gefundenen 21 sind alle in gutem bis sehr gutem Zustand. Und es wären 25 Jahre Buchreihe (1968 – 1993) bei mir versammelt. Was mach ich jetzt bloß?
Einundzwanzig weitere Gründe, warum ich diese Öffentlichen Bücherschränke liebe. Und warum sich ein »Versagen« auch einmal gut anfühlt, zur Freude führt.
Ich schleiche mich davon und sage Danke fürs Lesen.
P.S.: Am 19.01.2021 waren positiv fünf weggebrachte Bücher und dann 21 weitere positive Funde.
Die Tageskarte für morgen ist die Sieben der Kelche.
© 2021 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).


Hui Emil, ich weiß nicht was ich dazu sagen soll.
Aber wenn es dir solch eine Freude bereitet, warum nicht.
Das sind auch „handwerklich“ gut gemachte Bücher.
Dann ist dein ‚Fund‘ besonders wertvoll.
Nicht immer hat man solch ein Glück.
Besonders schön auch die Papierqualität, d.h. das anhaltend frische Weiß der Seiten auch heute noch.
Ich bin mir grad unschlüssig über die Intention in diesem Kommentar …
Wie meinen? Im Gegensatz zu vielen damaligen Büchern sind die der Spektrum-Reihe kaum vergilbt. Es ist ein Genuß, sie aufzuschlagen und durchzublättern.
Oh. Mein Fehler. Wirklich. (Ich war in Gedanken beim nächsten Artikel, beim Buch und den Bildern davon und der 1950er Papierqualität.)
Ja, ich kann und muß Dir zustimmen. Es scheint chlorfreies Papier zu sein.
Ich hätte die auch mitgenommen.
Es gibt Momente im Leben, da ist Widerstehen einfach nicht möglich.
Finde ich gut! Aber warum ein schlechtes Gewissen haben? Bei Büchern!!!! Kann ich nie genug haben…..Wenn es zu voll wird bei Dir, wird Dir schon etwas einfallen! 😂
Weil ich schon verdammt viele Bücher habe, die noch gelesen werden wollen, und ich mir auferlegt hatte, nur noch ein Buch wieder mitzunehmen, bis endlich die Kartons voller Bücher, die unter dem Schreibtisch stehen, ausgelesen sind.
Das habe ich schon verstanden. Aber warum hast Du Dir das auferlegt. das verstehe ich nicht!😂 Na ja, wahrscheinlich ist es der Platzmangel. Ich trenne mich nur ungern von meinen Büchern und viele lese ich gerne mehrmals. Bücher sind wie Freunde….
Es sind nicht viele Bücher, die ich behalten mag. Die anderen schicke ich gern auf eine weite Reise …
Wunderbar! Da hätte ich auch zugegriffen, wohl ohne jedes schlechte Gewissen! Vielleicht gibt es ab und zu etwas Zitiertes aus den schwarzen Büchern?
Gruß von Sonja
Ich weiß noch nicht, wann ich die lese. Da warten noch so viele andere überall hier in der Wohnung …