2020-123 — Sonnenaufgang

Ich verstehe die Faszination nicht mehr.

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Ich weiß den Tag und das Jahr nicht mehr. Aber als ich das letzte Mal den Sonnenaufgang sah, war das vorm Zubettgehen. Es ist nämlich äußerst unwahrscheinlich, daß ich vor dem Sonnenaufgang aufstehe und ihn – sozusagen zum Tagesbeginn – beobachte. Außerdem mag ich Sonnen­unter­gänge mehr, denn danach ist es dunkel. Nacht. Ich liebe die Nachtzeit, in der die Sonne hier nicht scheint. Melancholisch hinter­her­winken liegt mir mehr als artifizielle Lustigkeit und Aufgewecktheit von Morgenradiomoderatoren. Aber wenn ich mal wieder einen Sonnenaufgang sehen möchte, dann werde ich das direkt vor dem Einschlafen tun. Vielleicht schon morgen früh. So richtig erlebte ich einen Sonnenaufgang, an den ich mich zu erinnern glaube, auf einem einsamen Gehöft.
 
Und heute Nacht träumte ich davon, in meiner Badewanne ein ertrunkenes Kätzchen gefunden zu haben. Da muß ein Sonnenaufgang doch Nebensache sein …

 

Ich schleiche mich davon und sage Danke fürs Lesen.

Der Emil

 

P.S.: Positiv waren am 02.05.2020 Transkribiertes, das Aprilwetter, eine geflickte Hose.
 
Die Tageskarte für morgen ist VIII – Die Kraft.

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Über Der Emil

Not normal. Interested in nearly everything. Wearing black. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
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6 Kommentare zu 2020-123 — Sonnenaufgang

  1. wildgans sagt:

    Jaja, das einsame Gehöft…
    dort hängen noch viele Gedanken…Nicht nur deine, glaube ich…
    Einige Jahre fuhr ich zur Arbeit in Richtung Sonnenaufgang über dem Odenwald, ein herrlicher Anblick…
    Gute Nacht, und lass deine Getriebenheiten nicht ersaufen 😉

  2. ja, diese muntere Aufgewecktheit der Radiomoderatoren empfinde ich auch als unerträglich. Das ist wenigstens eine positive Nebenwirkung dieser Pandemie, dass wir ein paar Wochen nach unserem Biorhythmus leben können, statt uns ständig viel zu früh aus dem Bett zu werfen.

  3. Dostoevskij sagt:

    Als ich in den 90ern drei Jahre lang im Dachgeschoß eines frischsanierten Hauses wohnte, ringsum unbebaut bzw. Industrieruinen (Zschochersche Straße / Leipzig), Blickachse exakt in Ost-West-Richtung, hatte ich das Privileg, TÄGLICH sowohl Sonnenaufgang als auch -untergang erleben zu dürfen. Kippfenster beidseitig auf und ich fühlte mich dort oben auf dem Dach wirklich ungebunden und genoß das Schauspiel, so oft ich konnte, ja stellte mir sogar manchmal den Wecker, um den Sonnenaufgang nicht zu verpassen.

  4. Sofasophia sagt:

    Ich frage mich soeben, ob ich auf dem Einsamen Gehöft je einen Sonnenaufgang bewusst gesehen habe. 🙈
    Andererseits … beim Zeltwandern und Zeltreisen kam es durchaus vor, dass ich es erlebte und sehr genoss. In der Natur, mit Vogelgezwitscher untermalt: herrlich!

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