Aus der Realität entfernt.
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Habt ihr Geheimnisse? Oder: Habt ihr schonmal bemerkt, daß euer Gegenüber Geheimnisse hat? Weil neben all dem, was ihr euch erzählt, plötzlich oder nach und nach spürbar wurde: Da ist neben dem Erzählten auch Nichterzähltes. Und das ist nicht konkret, nicht greifbar. Das ist eher wie ein Raum, eine Fehlstelle in der Realität. Etwas nicht Sichtbares, um das die Realität herumfließt, herumgezwungen wird. Es sind nicht Gedanken und Begebenheiten, die man nicht preisgeben möchte. Es ist ein Bereich, den der Mensch ganz allein für sich behalten möchte.
Braucht das einen Grund, eine Begründung?
Ich schleiche mich davon und sage Danke fürs Lesen.
P.S.: Positiv waren am 18.04.2020 wirklich selbstgemachte Erbsensuppe, Rettichsalat satt, sechs Seiten A5.
Die Tageskarte für morgen ist III – Die Herrscherin.
© 2020 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).


Das darf. Finde ich.
Sowas muß sogar sein, meist, glaube ich …
Man sagt ja auch, dass Jeder eine Leiche im Keller hat. Man muss nicht alles ausposaunen, oder?
Und selbst wenn ich will, kann ich es manchmal nicht …
Das ist, denke ich, nicht schlimm. Oft entscheidet der Bauch richtig und wenn das mit dem Ausposaunen nicht klappt, dann soll es wohl auch nicht sein…
Kommt immer auf die Situation und auch das Thema an. Man darf fragen und der andere darf sagen, ja oder den Raum für sich behalten. Ist beides gut und wichtig.
Was mich aber überraschte, beim genaueren Hinsehen: Wie überdeutlich diese Fehlstelle erkennbar wird, also: daß da etwas fehlt.
Merken aber auch nur die, die genau hinhören und auch feine Zwischentöne wahrnehmen.
Selbst wenn ich es verraten könnte, will ich es nicht – in Abänderung deines Satzes von 21.43…
Nachtgruß von einer Geheimnisträgerin
Ich gestehe: Meine Phantasie glaubt viele Deiner Geheimnisse zu ahnen. Das eine oder andere würde ich mir von Dir offenbart erbitten/ersehnen …
Nein, als Antwort auf deine Frage …
Jeder hat Geheimnisse und sie gehören nur dem Menschen selbst. Träume, Sehnsüchte, Vergangenes, Zukünftiges vielleicht …
Ich schätze die Reflexion die ich bei dir finde, würde in der Mühle des Alltags weniger nachdenken, wenn ich nicht bei dir lesen könnte.
Die Schwermütigkeit ist mir eigentlich fremd, aber ich kann dich all zu oft verstehen.
Und wie ist es mit der Wahrnehmung dieser Fehlstellen?
Hm, eine gute Frage.
Natürlich nimmt man diese Fehlstellen wahr, oftmals störend, denn man wüsste gern mehr. Aber …
Man hat, wie festgestellt, durchaus eigene Geheimnisse und möchte sich diese bewahren. Kann man da vom Gegenüber völlige Offenheit fordern? Meine Vergangenheit birgt Einiges an Geheimnissen und die möchte (muss?) ich bewahren. Wenn ich das so für mich beanspruche, kann ich da vom Gegenüber Anderes verlangen?
Eine stille Vereinbarung wenn man so will. Anders: als mein Sohn in der „heißen Phase“ seines Erwachsenwerdens war, half es mir ungemein, mich an mich selbst im entsprechenden Alter zu erinnern … Die Toleranz für sich selbst fordernd sollte man auch den Mitmenschen gewähren.
Ja, ich habe Geheimnisse. Und nein, ich muss sie nicht begründen.
Ist Dir so ein Loch schonmal aufgefallen?
Ja!
Ich will auch gar nicht alles über alle wissen. Ich weiß ja selbst von mir so wenig!
Es geht mir ja nicht viel anders.
Aber wie ist es bei Dir: Diese Leerstellen, die wegen eines Geheimnisses entstehen, bemerkst Du die?
Ja, die bemerke ich. Manchmal behindern sich mich und dann mache ich mich an die Arbeit, die Geheimnisse aufzulösen, wobei manche Therapien im Laufe meines Lebens sehr hilfreich waren!
Geheimnisse. Manche müssen sein, weil manche Wahrheit andere Menschen überfordern würde (könnte) …
Die Leerstellen. Ich glaube, sie sind spürbar. Meine Partnerin wird die eine oder andere bemerken.
Wiederum lerne ich gerade mit diesen Leerstellen bei der Person zu leben, die ich liebe. Aber sie lebt halt ein „anderes Beziehungsmodell“ und das bringt für mich viele solcher Leerstellen mit sich.
Ich kann mich damit arrangieren, oder es ganz lassen!