2020-097 — Weite

Ein sehr selbstreferentieller Beitrag.

To get a Google translation use this link.

 

Weshalb schrieb ich gestern: »Zeit findet gerad jetzt nicht statt«? (Ich mußte heute wirklich darüber nachdenken.) Weil ich es eben genau so empfinde. Weil mir bei mir und bei anderen Menschen etwas auffiel. Weil ohne die sonst so dichte Taktung dessen, was gemacht werden »muß« (obwohl es in den meisten Fällen nicht wirklich lebenswichtig ist), wieder eine Weite, d. i. zum Beispiel eine angemessene Dauer des Erlebens, möglich ist und auch von der Umgebung, vom Umfeld wieder akzeptiert wird. Wie getrieben und oft unsinnig es doch ohne diese Weite war, das Leben in all seiner oft überflüssigen Hektik und Vollgestopftheit. Damals, als nur die Epze-Zahl (Ereignisse pro ZeitEinheit) eine Rolle spielte. Aber so ein Leben, wie es davor war und wie es gerade jetzt wieder ist und vielen gerade unangenehm erscheint: ohne drängende Zeit und mit viel Weite

 

Ich schleiche mich davon und sage Danke fürs Lesen.

Der Emil

 

P.S.: Positiv waren am 06.04.2020 der übergebene MP3-Player, eine kleine gläserne Sprühflasche, eine in Vertretung gekaufte Haarschneidemaschine (die letzte im Laden vorhandene).
 
Die Tageskarte für morgen ist die Acht der Münzen.

© 2020 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
CC by-nc-nd Website (Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).

Über Der Emil

Not normal. Interested in nearly everything. Wearing black. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
Dieser Beitrag wurde unter 2020, Erlebtes, Gedachtes, One Post a Day abgelegt und mit , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen für den Permalink.

9 Kommentare zu 2020-097 — Weite

  1. piri ulbrich sagt:

    Wozu braucht du die Haarschneidemaschine? Willst du deine langen Haare abrasieren?

  2. sweetkoffie sagt:

    Das empfinde ich auch so wie du, Emil.
    LG 🙋🏻‍♀️

  3. Ulli sagt:

    Ich wünschte ich käme da mal an. Hier ist nix als Hektik, also bei mir. Schade ist das!

    • Der Emil sagt:

      Ich weiß, daß viele noch immer im Hamsterrad laufen müssen … Ich weiß nur nicht, ob ich Dir diese Ruhe wünschen sollte.

      • Ulli sagt:

        Ich habe ja in dem Sinne kein Hamsterrad, ich bin nur ehrenamtlich Vorständin und da geht es immer mal wieder hoch her – zum weinen! Heute lief hier das Telefon heiß und die Mails überstürzten sich. Aaaaber am Nachmittag habe ich in meinem winzigen, neuen Gärtchen ein bisschen gewurschtelt. Ich darf einfach nicht zu früh den PC anmachen oder das Smartphone – das habe ich mir nun gemerkt, hoffentlich!
        Doch, du darfst mir gerne mehr Ruhe wünsche, ich habe solche Sehnsucht danach! Aber am liebsten irgendwo in einer Hütte, mit der Möglichkeit ab und an ans Meer zu fahren und das dann wieder am liebsten mit einem Lieblingsmenschen, den es aber so auch nicht mehr gibt – tja.

  4. wildgans sagt:

    Und immer wieder solche Zeiten, anspruchslos, scheinbar endlos, scheinbar ein Einfachsosein gestattend…
    Gruß von Sonja

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert