2020-010 — Lockmittel

Kann mir jemand eines empfehlen?

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Es gelang mir bis dato noch nie so recht, hier eine Geschichte fließen zu lassen. Woran das wohl liegt, frage ich mich schon längst. An der Umgebung, die ich mir hier schuf, sollte es einfach nicht liegen können: Hier ist alles so, wie ich mir einen idealen Ort zum Schreiben vorstelle. Da steht ein schwerer Tisch, auf dem ausreichend Platz ist für alles. Dort drüben findet sich ein üppiges Stehpult. Der Sekretär zwischen den Fenstern lädt ein, einen Hocker oder Stuhl heranzuziehen. Und der Sessel hat so breite Armlehnen, daß auch größere Papiere darauf Platz haben. Überall finden sich Schreibgeraäte in reichlicher Auswahl und Anzahl. Lich flutet zu den großen Fenstern herein; und für die Däm­me­rung und die Nacht stehen genügend Lampen und Ker­zen bereit. Falls nötig, liefert ein Kachelofen heimelige Wärme. Selbst Naschwerk, Obst und Knabbereien, Kaffee und sogar geistige Getränke stehen jederzeit zur Verfügung. Also: Alles ist da. Alles. Und doch fliehen die Ideen diesen Ort oder meiden ihn, solange ich dort auf sie hoffend und sie erwartend verweile.

Womit lassen sich Ideen einladen, anlocken? Womit nur?

 

 

(Eine fiktive Schreibumgebung, die meinem Inneren Schreibraum gleicht.)

 

Ich schleiche mich davon und sage Danke fürs Lesen.

Der Emil

 

P.S.: Positiv waren am 10.01.2020 ein recht früh begonnener Morgen, der Besuch in der Moritzburg, selbstgemachte Zwiebelsuppe mit Reis.
 
Die Tageskarte für morgen ist die Drei der Kelche.

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Über Der Emil

Not normal. Interested in near everything. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
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10 Antworten zu 2020-010 — Lockmittel

  1. Der Thomas sagt:

    Man kann das nicht erzwingen, allenfalls kann man sich Inspiration holen. Mir gelingt das meist mit Lesen auf Blogs und einfach etwas im Internet rumschwirren..

    • Der Emil sagt:

      Das kenn ich auch, aber es hilft nicht (mehr).

      • Der Thomas sagt:

        Dann einfach sein lassen. Ging mir auch so mit einem Manuskript, welches ich irgendwann beiseite gelegt habe. Über die Tage nun an Weihnachten ging’s wieder und die Geschichte wird wie wild fortgesetzt… nicht verzagen

  2. wildgans sagt:

    Bei mir klappt`s meist mit: Ich erinnere mich an…

  3. Ich weiß nicht mehr, wer das gesagt hat, obs Dali war oder Picasso: „Die Inspiration trifft mich beim Arbeiten an.“

  4. Elvira sagt:

    Deine gedachte Schreibumgebung gefällt mir. Aber vielleicht ist einfach zu viel des Guten da? Der arme Poet in seiner kalten Dachkammer hatte nicht einmal ein Bett. Wärme bot ihm nur die Bettdecke auf seiner Matratze. Vielleicht räumst du ein paar Sachen weg? Bei der Überlegung, was du am ehesten entbehren könntest, bröckelt die Schreibblockade eventuell.

    • Der Emil sagt:

      Es ist ja nur eine Vorstellung von der „idealen“ Umgebung, im echten Leben sieht das ganz anders aus. Und doch ist Deine eine sehr gute Idee!

  5. ch sagt:

    Man brauch Inspirationen, also besser nicht im Zimmer auf Ideen hoffen, sondern raus in die Natur gehen, Wolken und Lebewesen beobachten, Vögel belauschen, ihnen Worte in den Schnabel legen und Menschen beobachten. Das hilft bei mir immer.

  6. Ah, ich vermute, das liegt an deinen echt vielen Reflexionen. Da kann man glaubsch schon mal den Überblick verlieren. Aber, nach meiner Selbsterfahrung, liegt es am flow. Man muss es halt rauslassen können. Allerdings ist das unter Umständen dann eine Büchse der Pandora. Ich denk, alles gar nicht so einfach.

    Alles Gute weiterhin ^^

  7. sabeth47 sagt:

    Die wundersamsten Ideen, Wörter, Geschehnisse bilden sich mir im Kopf kurz vorm Schlaf.
    Leider bin ich dann so schwer und bewegungslos, dass die Hand zum Licht und zum Stift nicht finden will und am Ende der Schlaf alles mitnimmt. Ausradiert? Im Traum belebt? Auf jeden Fall mir am Morgen nicht zurückschenkt.

    Wenn du ein Schreiber bist, dann kannst du schreiben, befahl mir die Kopfstimme nach wortlosen Tagen. Es braucht kein Feuerwerk. Sieh dich um, was dort ist und schreibe. Ich saß in meinem Zimmer, sah die Schuhe, ungeordnet umherstehen mit langen Senkeln und kleinen Absätzen – und ich dachte: warum nicht. Dann entstand ein Gedicht.

    Eigentlich scheint mir Disziplin nicht der Schlüssel zum Schreiben.
    Aber.
    Die Disziplin hat nur zum Umschauen aufgefordert, zum Wahrnehmen. Und hinter dem Wahrnehmen kam gleich die Inspiration.

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