Sonderbare Situation.
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Ein halber und ein ganzer freier Tag. Das war vor etwa 50 Jahren noch ein Wochenende, in der 6-Tage-Woche mit 48 Wochenarbeitsstunden (bis 1972 in der DDR Normalität). Und was kommt nach einem Wochenende? Richtig, ein Montag.
Nun waren ja Silvester (ein halber Tag frei) und Neujahr (ein ganzer freier Tag). Und deshalb war heute gefühlt Montag, kalendarisch aber Donnerstag. In den Geschäften war es bei weitem nicht so voll wie ich befürchtete, nein, es sah eher nach Montag (oder eben Donnerstag) aus. Nach einem wochenendähnlichen Etwas muß ich regelmäßig einkaufen, da ich keine riesige Vorratshaltung betreibe. Ja, ich könnte bestimmt, solange die Wasserversorgung nicht eingestellt wird, zwei Wochen überleben nur aus meinen Vorräten. Aber es gäbe eben schwarzen Kaffee – brrrr – und täglich einen halben Kochbeutel Reis ohne irgendwas dazu – oder etwas ähnliches. Ähm: Interessiert euch das überhaupt? Egal.
Jetzt gibt es also Milchkaffee. Brotaufstrich habe ich wieder genug und auch Beilagen zum Reis. Und dann habe ich ja ein langes Wochenende vor mir, da hierzulande der 6. Januar – Epiphanias, Heilige Drei Könige oder Huuch Neigahr – ebenfalls Feiertag ist. Ja, am Montag ist hier beinahe alles zu. Und die Hallenser werden in Scharen in die großen Einkaufstempel in Günthersdorf oder Leipzig (beides Sachsen) pilgern. Das geht doch nicht, daß ein solcher besonderer Feiertag ohne Einkauf vorübergeht?
Danach, nach dem sechsten Januar, beginnt hier in Sachsen-Anhalt dann wirklich das Neue Jahr, der Alltagtrott zieht ein in Hütten und Paläste, in Kirchen und Theater und Opern und alles andere. Ich gestehe: Dß am 6. Januar abends nocheinmal ein Festessen wie zu Heiligabend und Silvester aufgetischt wird, das kenne ich. Aber ich – verzeiht mir bitte – ich brauche diesen Feiertag nicht, hätte lieber einen anderen, irgendeinen anderen (oder meinetwegen könnte er auch ersatzlos gestrichen werden).
Also: Ich habe noch etwas Zeit bis zur üblichen Routine, falls ich die überhaupt habe … Und ich lese einstweilen Angelika Mechtels “Die andere Hälfte der Welt weiter” in meinem #Buchjahr2020.
Ich schleiche mich davon und sage Danke fürs Lesen.
P.S.: Positiv waren am 02.01.2020 ein ruhiger Einkauf, eine erfreuliche Nachricht, beschriebene Seiten.
Die Tageskarte für morgen ist VIII – Die Kraft.
© 2020 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).


In manchen Berufen ist eine 6 Tage Woche mit 48 Stunden oder auch mehr, je nach Auftragslage, immer noch üblich. Auch wenn das Finanzamt dafür eine Bestätigung vom Arbeitgeber braucht.
Und ich habe heute zum Erstaunen gehört dass drei Bundesländer den 6.1. tatsächlich als Feiertag genießen. Ich wohne wohl zu weit ab vom Schuss.
Nein, lieber Emil, Günthersdorf ist Sachsen-Anhalt. Die Autobahn ist die Grenze. Am Buß- und Bettag fluten die Sachsen das Center. Sorum ist das. Der ganz normale Wahnsinn also.
Oh weh — wie peinlich. Ich kann mich nur damit herausreden, daß ich noch nie dort war … 😉
Ach was! Das muss man nicht wissen. Einkaufstempel sind nun mal nicht unseres. Ich weiß nur, dass die Straße in Sachsen-Anhalt gut ausgebaut wurde, bis zur Landesgrenze. Sachsen wollte das auf seiner Seite nicht, weil man um die Kaufkraft der großen Stadt fürchtete. Und so gibt es eben da ein Nadelöhr.
Auch ohne das ganze Feiertagsgedönse habe ich so meine Schwierigkeiten. Seit ich Rentnerin mit einem 450€-Job bin, bekomme ich diese Zeiteinteilung noch nicht wirklichen in den Griff.
(Bin wieder da.) 👋🏻😉
Gibt es eigentlich im jeweiligen Rückblick einen Zusammenhang zwischen Tageskartenbotschaft und Tagesrealität für dich resp eine Auswertung?
Wie auch immer: Gutes Neues! 👍🏻
Willkommen zurück.
Für mich gibt es den, für die meisten der Tage jedenfalls.
Aus Baden-Württemberg, wo der 6. Januar auch den Heiligen 3 Königen geweiht ist, herzliche Grüße
Helmut
Ach, kommt in den Norden, da herrscht Feiertagsminimalismus. Keine heiligen Könige, kein Fronleichnam, kein Buß-und Bettag, kein Allerheiligen. Jetzt haben wir als „Ausgleich“ den Reformationstag bekommen – das ist optimal in der Grenzregion Niedersachsen/Nordrhein-Westfalen: Am 31.10. schwappt die Welle der Kaufwütigen von West (NRW) nach Ost (Nds), einen Tag später in die entgegengesetzte Richtung…
Aber das Montagsgefühl hatte ich gestern eindeutig auch… musste arbeiten, konnte mich aber gleichzeitig schon auf das (normal kurze) Wochenende freuen, nicht schlecht, so ein langsames Reingleiten in den Alltag!
Ich wünsche jedenfalls allen MitleserInnen und Dir, lieber Emil, viele schöne Alltage in diesem Jahr!