Nº 360 (2019): Zweiter Weihnachtstag

Ein Tag voller Ruhe, Wohltuendem und Gedanken.

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Wer ihn nicht mit Besuchen von oder bei der Familie verbrachte, sondern wie ich (selbstgewählt allerdings) allein zuhause war, die und der hatten wohl auch viel Zeit für Gedanken.

Und so saß ich heute vor meinem Schreibplatz (der mal wieder vorbildlich aufgeräumt ist, wie ich ironiefrei bemerken darf) und ließ meinem Denkicht freien Lauf, ließ jeden Wildwuchs zu und jeden Unsinn. Es gibt – wie sollte es anders sein – immer irgendein Thema, das gerade besonders wichtig ist für einen Menschen. Ja, ich habe eines von denen. Seit Tagen. Eines, das mir Angst macht. Es geht um eine Entscheidung, die ich wohl zu treffen habe, die ich treffen muß. Und die macht mir Bauchschmerzen, bzw. ihre Konsequenzen machen mir Bauchschmerzen. Kennt ihr solche Auswahl zwischen Pest und Cholera, Ersaufen und Ersticken? Eine solche habe ich vor mir. Und der größte Fehler wird auch diesmal der sein, mich nicht zu entscheiden.

Aber: Was nützt es, so abstrakt darüber zu schreiben, hier nicht konkret zu werden? Nun, es ist ein Ventil, wenigstens meine Zerrissenheit nach außen zu tragen. Mich in meinem Leiden mitzuteilen. (Ja, doch, das ist Leiden, diese Zerrissenheit. Und darüber zu schreiben entlastet mich schon ein wenig.) Es sind ja Gründe da, die mich die konkrete Frage verschweigen lassen. Zwei davon könnten (als theoretische Beispiele, wie so viele andere mögliche Gründe, die ich jetzt nicht aufführen werde) auch andere Personen oder meine sexuellen Aktivitäten sein, nicht wahr? (Rein theoretisch. Ob einer der beiden genannten nun tatsächlich derjenige ist, welcher zutrifft, werde ich auch nicht verraten.) Wie ich schon schrieb: Mich über das Vorhandensein eines Problemes zu äußern, macht mir den Umgang damit schon leichter. Warum? Ja, warum? Es mag zum Teil auf den Spruch zurückgehen: “Geteiltes Leid ist halbes Leid.” Selbst wenn ich nicht mit einer konkreten Person teile. Selbst, wenn ich nur mit einem imaginären, virtuellen Wesen (hier: Publikum/Leserinnenschaft) teile. Es hat einige Zeit gedauert, bis ich das bemerkte und seitdem auch nutze für meine egoistischen Zwecke. Und es ist für mein Gefühl, für mich auch nochmal ein Unterschied zwischen dem reinen Aufschreiben und dem Veröffentlichen in einem (irgendeinem) Blog da, den andere Menschen vielleicht nicht entdecken können. Ja, mag alles sein.

Heute bin ich wieder der egomanische Egoist, der egoistische Egomane, der <Irgendwas>, der sein Blog nicht für den Fortschritt für die und die Verbesserung der Welt an sich nutzt, sondern nur für seine völlig unwesentlichen Ergüsse, die kaum jemand interessieren. Jupp. Genau das mache ich (eigentlich) jeden Tag, jeden Tag. Und denen, die bis hierher gelesen haben und das Ding vielleicht aus eigenem Erleben kennen: Irgendwann ist die Entscheidung getroffen. Dann ist der Drops gelutscht. Und Weihnachten wieder vorüber.

 

Ich schleiche mich davon und sage Danke fürs Lesen.

Der Emil

 

P.S.: Am 26.12.2019 waren positiv das Stollenfrühstück, die lange Zeit in der Wanne, Müßiggang.
 
Die Tageskarte für morgen ist III – Die Herrscherin.

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Über Der Emil

Not normal. Interested in nearly everything. Wearing black. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
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3 Kommentare zu Nº 360 (2019): Zweiter Weihnachtstag

  1. Arabella sagt:

    Natürlich kennt Frau dieses Chaos.

    Neulich fragte ich den Herrn… „ was soll ich anziehen?“

    „Zieh die Beine an!“ war seine Antwort.

    Es ist alles so leicht lieber Emil.

  2. Elvira sagt:

    Genau das ist der Sinn der Bloggerei!

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