Nº 359 (2019): Erster Weihnachtstag

Nein, ich hatte mich nicht überfressen.

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Jetzt ist Weihnachten. Gestern war der Heilige Abend, der Abend vor der Geburt Christi, wenn man daran glauben möchte. Seit heute erst wünscht man sich “Frohe Weihnachten”, so wie man sich “Frohe Ostern” ja auch erst nach der Auferstehung wünschen sollte. Eigentlich aber ist mir das ziemlich egal, denn ich habe ja schon vor dem vierten Advent Karten mit diesem Gruß versendet und halte mich zumindest bei Weihnachten nicht daran.

Ich habe gestern allein, aber gut gegessen, was ich kochte. Und sonst? Nun, ich habe Kekse geschenkt bekommen, einen Stollen, einen Kalender, Kladden, mehrere Bücher. Ein Buch hab ich mir geschenkt – aber das liegt noch immer unausgepackt sichtbar in dem Karton, in dem ich meine Weihnachtspost und einige Geschenke liegen habe. Besonderstes Geschenk: Das Poesiealbum meiner Großtante von 1929 (da habe ich meinen Eltern wohl nicht richtig zugehört – tsetsetse). Einen großen, echten Weihnachtsbaum habe ich heuer nicht; mir reichen ein sehr kleiner, künstlicher, beleucheteter und ein Strauß Reisig. Die Räuchermännchenparade steht, ab und an dreht einer meiner vier Pyramiden ihre Runden. Neudorfer Weihrauchkerzeln erfüllen die Stube mit Duft. Nebenbei erstelle ich ein neues Komplettbackup von Rechner und einer 3TB-Festplatte fürs Archiv. Ich sündige vor mich hin, d. h. als Diabetiker gönne ich mir diese und jene weihnachtliche Süßigkeit. Auch das muß möglich und erlaubt sein, und ein schlechtes Gewissen laß ich mir deswegen nicht machen. Ich trinke ziemlich viel Kaffee und Tee.

Den Traum der vergangenen Nacht habe ich mir, soweit das ging, aufgeschrieben. Das werde ich auch mit den anderen Rauhnächteträumen tun. Ob ich etwas davon veröffentlichen kann? Den von vergangener Nacht jedenfalls nicht, und wie es mit den folgenden Träumen wird, das kann ich noch nicht wissen.

 

Ach ja, eines kann ich doch noch erzählen: Gestern Abend überlegte ich, meine #MarktMönch-Kutte anzuziehen und damit zur Chistvesper zu gehen. Wie gut, daß ich doch nur zivil unterwegs war. Ein paar Reihen schräg hinter mir saß dann nämlich jemand in Kutte. Wahrscheinlich ein echter Mönch … Das war keine Kutte wie meine, das war anderer Stoff, viel besserer. Und auch das Kreuz, das der Mann auf der Brust trug, und sein Cingulum (das Seil mit den Knoten) sahen so aus, daß ich mich in meiner Kutte daneben sehr geschämt hätte. Am Ende hatte das also auch sein Gutes.

 

Ich schleiche mich davon und sage Danke fürs Lesen.

Der Emil

 

P.S.: Am 25.12.2019 waren positiv das Ausschlafen, viel Weihnachtsmusik, leckeres Essen.
 
Die Tageskarte für morgen ist XIII – Der Tod.

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Über Der Emil

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2 Antworten zu Nº 359 (2019): Erster Weihnachtstag

  1. Elvira sagt:

    Ich habe mir eben die Parade der Räuchermännchen &Co in deinem Header näher angesehen. Ist das mit dem Herz ein Klohäuschen? Und mit der Figur am Rechner, die so einen verzweifelten Gesichtsausdruck hat, fühlen wir uns alle doch verbunden, nicht wahr?
    Gibt es bei den Mönchen nicht auch kleidungsmäßig Unterschiede? Ein Bettelmönch trägt sicher ein bescheideneres Gewand.
    Liebe Grüße schickt Elvira

  2. piri ulbrich sagt:

    Es ist doch immer besser, der zu sein, der man ist und nicht was anderes. Du bist du und der oder die andere ist eben der oder die andere – und das ist gut so!

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