Nº 194 (2019): S(chreibvers)ucher

So weit ist es gekommen: Ich zitiere und “oute” mich.

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All das, was Du von mir genommen,
das gab ich gerne her.
Du bist einfach zu mir gekommen,
so wie zum Strand das Meer.
Dann plötzlich warst Du wieder weg.
(Doch nicht wie bei Gezeiten.)
Ich fühle mich wieder nur wie Dreck
und will darunter leiden.

 
Erstveröffentlichung durch mich am 5. Juli 2016
in einem meiner anderen Blogs unter dem Titel Verschwunden

 

 

Ja, die, die mich bei Twitter kennen, die wissen schon einige Zeit, daß ich auch der S(chreibvers)ucher bin. Aber dort, in jenem anderen Blog, erscheinen nur sporadisch Beiträge, keineswegs so regelmäßig oder gar täglich wie hier. Nun also trete ich auch hier auf meinem Hauptblog aus dem Schatten und gebe mich als “Reimschleuder” zu erken­nen. Aber da ich gestern und heute aus Gründen dort einmal komplett durchgelesen habe – glaubt mir, ich fand da einige mich überraschende Texte – und so manches für nicht ganz so versteckenswert halte, werde ich wohl nach und nach einiges von dort auch hier zeigen. Dort steht unter diesen wenigen Zeilen noch, daß es “nicht wirklich mit meinem wirklichen Leben zu tun” hat, hatte es damals auch nicht. Aber heute? Heute berührt es meine tatsächliche Situation – oder berührt meine heutige Situation meine damaligen Zeilen?

So. Nu isses raus. Ich bin auch der S(chreibvers)ucher.

 

Ich schleiche mich davon und sage Danke für’s Lesen.

Der Emil

P.S.: Am 13.07.2019 waren positiv gute Nachricht vom Ankommen, gute Freunde zu treffen, eine andere Schrift zu üben.
 
Die Tageskarte für morgen ist die Vier der Schwerter.

© 2016 & © 2019 – Der Emil. Text unter der Creative Commons 4.0 Unported Lizenz
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Über Der Emil

Not normal. Interested in near everything. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
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9 Antworten zu Nº 194 (2019): S(chreibvers)ucher

  1. Myriade sagt:

    Guter Name

  2. Nati sagt:

    Wie kommt es dass du plötzlich so viel mehr von dir zeigst Emil?

  3. frauholle52 sagt:

    Am besten gefällt mir der Schluss. Ich will darunter leiden. Das führt vielleicht zu der Frage: Will ich darunter leiden? Wenn es heißt: „Ja, ich will!“, dann kann man es jedenfalls auskosten, bis man keine Lust mehr dazu hat.
    Ich dachte früher, ich muss leiden, ich kann ja nichts dafür. Und ich fühlte mich so ausgeliefert. Heute bin ich froh, dass ich die Verantwortung für mein Leiden selbst übernehme. Jetzt leide ich nicht mehr so langandauernd, aber ich bin traurig. Das fühlt sich ganz anders an.
    Guck mal, was Dein Text bei anderen so auslösen kann! Kannst stolz sein auf Deine Schreibsucherei! Liebe Montagsgrüße! Regine

    • Der Emil sagt:

      Als ich das schrieb, damals im Sommer 2016, war diese letzte Zeile aus meiner Phantasie geboren, aber es gab nichtmal eine entsprechende Vorahnung. Das „und will darunter leiden“ bezog ich damals nur auf das Fühlen wie Dreck, heute hat es eine andere Dimension — und heute … Ja, ich leide wie ein geprügelter Hund an dem Fehlen der Nähe und anderer Dinge. Und ich will darunter leiden, denn ich möchte eine Person nicht vergessen, nicht ersetzen, nicht aus meinem Leben streichen.

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