Nº 150 (2019): Die zwei Höllen

Und das ist der Plan.

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Wir gehen vielleicht einen Schritt zu weit. Nur einen, doch der ist der unglücklichste aller Schritte. Was, wenn vorne nur noch der Abgrund ist, in den schlußendlich sogar die gesamte Menschheit stürzen wird? Wollen wir dann immernoch alle immer wieder immer weiter nach vorne gehen? Auch diesen einen Schritt zu weit?

Selbst in den privatesten Bereichen ging ich oft diesen einen ent­scheidenden Schritt zu weit, sprach oft das eine entscheidende Wort zu viel, hatte oft das eine zu starke Gefühl. — So war ich früher. Zwei Dinge davon habe ich mir mühevoll abgewöhnt. Aber der Versuch, meine Gefühle zu beschneiden, der schickte mich in die Hölle; und der Aufstieg aus der wieder ins Leben zurück war dann eine zweite Hölle, die ich durchschreiten mußte. Nie wieder möchte ich dahin zurück. Ich muß nicht mehr das letzte Wort haben, wenn es das wäre, das zuviel ist. Und nach vorn in den Abgrund werde ich auch nicht gehen, keinen einzigen Schritt zu weit.

Das ist der Plan.

 

 

Ich schleiche mich davon und sage Danke für’s Lesen.

Der Emil

P.S.: Am 30.05.2019 waren positiv die trotz Grund zur Sorge behaltene Gelassenheit, eine fertiggestellte Magazinsendung, Bami Goreng.
 
Die Tageskarte für morgen ist das As der Münzen.

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Über Der Emil

Not normal. Interested in nearly everything. Wearing black. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
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6 Antworten zu Nº 150 (2019): Die zwei Höllen

  1. Sofasophia sagt:

    Möge er gelingen, dein Plan! 🙌🏻

  2. Ich kann das Geschriebene verstehen, frage mich aber, ob wir nicht immer wieder eine Grenze austesten müssen. Wie sollten wir feststellen, wo sie ist? Mit dem Alter kam bei mir die Erkenntnis, dass ich ebenso wie Du abwäge, wo ich etwas riskiere, und wo nicht, aber ich bin noch manchmal bereit.
    Der Plan ist gut.

    • Der Emil sagt:

      Grenzen testen ist etwas anderes als einen Schritt zu weit gehen, oder?

      Das Abwägen ist jetzt die Regel, wo früher das unbedachte Tun herrschte.

      • Klar, mit dem zu weiten Schritt klappt es nicht mehr, die Verlustangst ist zu groß. Eigentlich müsste man immer prüfen, ob wirklich soviel passieren kann…

  3. piri ulbrich sagt:

    Warum klein beigeben? Natürlich muss man nicht immer das letzte Wort haben, aber deswegen für immer drauf verzichten?

    • Der Emil sagt:

      Nicht für immer, nur dann, wenn das letzte Wort das eine Wort zuviel wäre.

      Und für mich hat „nicht das letzte Wort“ zu haben nicht die Bedeutung von „klein beigeben“.

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