Nº 148 (2019): Normal, oder?

Was denn auch sonst außer normal.

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Warum sind die “Normalen” oft so unzufrieden und unglücklich? Ist es, weil sich die Mühen der Anpassung (an die Normalität) so wenig auszahlen, weil angepaßt Normale eben nicht mehr und nichts Besonderes für diese Anpassung bekommen, aber zumindest eine Belohnung irgendeiner Art im tiefsten Inneren dafür erwarten? Beziehungsweise ein Glück der Normalität empfinden wollen, das es aber nicht gibt? — Wißt ihr, da bin und bleibe ich lieber nicht normal. Und werde es hoffentlich auch nicht. Natürlich weiß ich nicht, ob ich so unnnormal bin und damit tatsächlich auch glücklicher bin als all die Normalen. Doch. Doch doch, ich bin im Rahmen meiner Möglichkeiten schon glücklich, immer genau da, wo ich nicht normal bin, anders reagiere als die Normalen reagieren.

Vielleicht ist “Glücklich” wirklich eine mögliche Alternative zu “Normal” …

 

 

Ich schleiche mich davon und sage Danke fürs Lesen.

Der Emil

P.S.: Am 28.05.2019 waren positiv das unbedingt Gewollte gekauft zu haben, Hering in Aspik, ein fast ausgelesenes Buch.
 
Die Tageskarte für morgen ist die Zehn der Kelche.

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Über Der Emil

Not normal. Interested in near everything. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
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17 Antworten zu Nº 148 (2019): Normal, oder?

  1. Sofasophia sagt:

    Hm, großes großes Hm … *nachdenklichab*

  2. Mir scheint, dass Normal zu sein auch entlastend ist, einfach im Strom mitzuschwimmen und ohne mal ins zweifeln zu geraten, ob das wirklich die eigene Bestimmung ist. So gesehen birgt, von der Norm abzuweichen, bewusst abzuweichen, den Keim des Zweifels, des Selbstzweifels und somit das Unglück. Man kann sich das schönreden wie du es tust, aber letztlich hat man gar nicht die Wahl. Es hat sich keiner selbst gemacht, und manche können bedenkenlos in der Herde mitlaufen, andere nicht.

    • Der Emil sagt:

      Ich kaue auf dem Schönreden herum.

      Und auch: Der Emil ist selbstgemacht, hat mit der Ausweisperson nicht viel zu tun.

      Aber die entlastende Wirkung des Normierten hatte ich aus dem Blick verloren, das stimmt.

      • Das glaube ich gern. Ich meinte, dass sich keiner seine Anlagen und die Bedingungen, die zu der Herausbildung einer Persönlichkeit führen, aussucht. Wer als Depp geboren wird, unter Deppen aufwächst und sein Glück als Autoposer findet oder bei illegalen Autorennen, kann ja letztlich auch nicht wählen, stattdessen ein Intellektueller wie du zu sein. Glück und Unglück lässt sich nach meiner Ansicht nicht von den Fragen normal oder unangepasst herleiten.

  3. Normal ist, wer die Krankheiten seiner Nachbarn hat – diese Definition fand ich prima! Ich will diese Krankheiten nicht, bleibe lieber ein Unikat. Manchmal mit Reibungsverlusten, manchmal mit Gewinn.

  4. eiderente sagt:

    Den Satz „Vielleicht ist glücklich ja wirklich eine mögliche Alternative zu normal“ hab ich mir erstmal abgeschrieben und sichtbar hingelegt – der will von mir gründlich durchdacht werden – Tendenz: Könnte stimmen.
    Danke für Deine Texte und Sätze wie diesen, ich bin regelmäßig berührt, begeistert, benommen, beglückt, beeindruckt!
    Grüße aus dem hohen Norden!

  5. Corinna sagt:

    Ich glaube, ich weiß gar nicht, was normal ist.

    • Der Emil sagt:

      Vielleicht ist Normal etwas so einfaches, daß Menschen vor lauter Anstrengung, es erreichen zu wollen, es niemals erreichen werden?

  6. frauholle52 sagt:

    Für meinen Bruder bin ich nicht normal, für meine Freunde schon! Im Freundeskreis sind wir uns allerdings einig darüber, dass es „normal“ gar nicht gibt!

    • Der Emil sagt:

      Ich glaube ja auch, daß es nicht einen einzigen Normalen Menschen gibt; alle die, die sich so nennen, versuchen, ein unerreichbares Ideal zu erreichen. Jeder Mensch ähnelt jedem und ist doch so ganz anders als alles anderen Menschen …

      • frauholle52 sagt:

        Ja, das ist normal!😂 Ich brauchte lange, bis ich das verstand. Manchmal vergesse ich es leider auch heute noch und dann denke ich: „Ich gehöre einfach nicht dazu!“ Schwachsinn, ich weiß, aber das Gefühl ist manchmal stärker. Wahrscheinlich ein Relikt aus meiner Kindheit! Für meine Eltern war es lebenswichtig, nach Außen hin als „normal“ wahrgenommen zu werden. Das ist gut mit ihrer Geschichte zu erklären, denn es gab ja in Deutschland Zeiten, wo es tatsächlich gefährlich war, nicht der Norm zu entsprechen. Kennst Du das in Deiner Geschichte auch?

        • Der Emil sagt:

          In der DDR mußte man nach außen auch normal sein. Allerdings hatten wir viele Nischen und Freiräume und ein ganz anderes Zusammenleben als heute.

          • frauholle52 sagt:

            Genau, davon erzählen meine Freunde, die dort aufgewachsen sind, auch gerne. Ich bin in Hamburg aufgewachsen und habe das Problem trotzdem gehabt. Wie oft musste ich mir von meinen Eltern sagen lassen: „Kind, du bist doch nicht normal!“ und politische Diskussionen endeten meist mit einem: „Dann geh doch rüber!“ 😂 Ich hasste das!

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