Nº 061 (2019): Erinnern

Nein. Nicht-Erinnern. Vergessen.

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Was stellt die Mützenfalterin da nur für Fragen: “Geben wirklich wir die Orte auf?” Und die andere Frage lest bitte bei ihr selbst …

Sonderbar, daß ich mir heute ähnliche Fragen stellte (obwohl: so ähnlich sind die Fragen dann doch nicht): Vergesse ich die Vergangenheit? Oder läßt mich das, was ich als Vergangenheit erlebte, einfach weiterziehen und bleibt – befreit, entlastet, aufatmend, zufrieden – zurück? Und ist das Vergessen etwas, das ich in jedem Fall positiv oder (XOR) negativ empfinden, bewerten, einordnen muß? Ist das Vergessen der Vergangenheit nicht sowieso in jedem Fall ambivalent, also sowohl als auch – oder irgendwas zwischendrin. Ja, es ist echt nicht einfach, Ereignisse auch nur tabellarisch aneinanderzureihen, sie in eine richtige und vor allem lückenlose Reihenfolge zu bringen. Mir kamen da in den letzten Tagen, an denen ich mich damit beschäftigte, immer wieder Dinge in den Sinn, die ich zwischen bereits Notiertem einordnen mußte. Und: Dabei mußte ich oft die Zeitpunkte des bereits Notierten ändern. Zum Beispiel fällt mir partout das Jahr nicht mehr ein, in welchem ich im Nachbardorf im Saal des größten Gasthauses auf der Bühne saß und Konzertzither spielte; ich weiß aber noch, wer da alles mitwirkte bei der Aufführung. Ich bin mir auch sicher, daß ich drei ganz bestimmte Stücke vortrug …

Und wann hatte ich in eben diesem Dorf dann die zwei oder drei Sommer über das eine Gartenheim betreut? Das muß gewesen sein bevor ich nach Halle (Saale) kam. Damals existierten beide Schnapsfabriken im Ort noch … Tun sie, soweit ich sehen konnte, auch heute noch!? Ui, die eine von beiden muß ich unbedingt besuchen! (Die andere ist zwar mit einem Museum verbunden/versehen, aber die interessiert mich nicht so sehr.)

 

Vergangenheit und Vergessen. Gehören untrennbar zusammen, nicht wahr? Gut, ich kann gegen das Vergessen anschreiben (oder auch dagegen ansprechen, “auf Band” sozusagen). Doch verhindern kann ich es in meinem Gehirn nicht. Wirklich nicht. Zum Glück. Denn: Wenn ich nichts vergessen könnte, würde meine Erinnerung mich an so vielen Unternehmungen hindern, mich vor dem erneuten Erleben so vieler intensiver Gefühle “schützen”, daß mein Leben kaum noch lebenswert wäre.

 

So feiere ich das Vergessen, mein Vergessen, weil es mir mein Leben möglich macht.

 

Tagesaktuelle Gedanken. Ich schleiche mich davon und sage Danke für’s Lesen.

Der Emil

P.S.: Am 02.03.2019 waren positiv der nicht (wie so manch anderer) vergessene Geburtstagsgruß, etwas Gekauftes in der Farbe Rot (neben viel Schwarz), nette Dinge für mein Gedächtnis (oder auch mein Vergessen).
 
Die Tageskarte für morgen ist die Sieben der Schwerter.

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Über Der Emil

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