Ornithologische Erkenntnis.
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Als ich in der vergangenen Woche am Nachmittag zu Fuß zu meinem Arzt unterwegs war, hörte ich einen Vogel. Hörte ihn rufen, und es klang in meinen Ohren sehnsüchtig. Natürlich wollte ich wissen, welches Tier da “klagte”. Und so suchte ich, ging ein paar Meter des Weges zurück, dahin, wo neben der Straße einige ziemlich alte Bäume stehen und auf der anderen Straßenseite ein kleines, wildes Wäldchen sich angesiedelt hat. Aber dort hörte ich den Vogel nicht, und sehen konnte ich auch keinen Vogel. Dem Rufen nach erwartete ich keinen kleinen, sondern eher einen Vogel, der etwa Nymphensittichgröße hat. Ein paar Minuten stand ich, lauschend, suchend, dann ging ich weiter. Kurz vor den ersten Häusern des alten Zscherben hörte ich den Vogel wieder. Einzelne zum Ende hin leiser werdende Töne, auch Kadenzen aus mehreren Tönen. Und ich sah ihn, hoch oben in einem ziemlich tot aussehenden Baum.

Picus viridis auf einem von unten links nach rechts oben strebenden Ast vor blauem Himmel: ein Grünspecht-Weibchen.
Es war, es ist ein Grünspecht. Davon hatte ich sogar schonmal einen in der Hand, der vor Jahren tot in einem Schulhof lag. Aber gehört, seinen Gesang gehört hatte ich noch nie. Auch das Bild ist nicht das beste, entweder hab ich die Kamera nicht fest genug gehalten oder aber Frau Specht hielt nicht lang genug still. Aber erkennbar ist: Es ist ein weibliches Tier, denn der für die männlichen Spechte charakteristische rote Wangenstreifen fehlt. Zu anderen Jahreszeiten wimmelt es auf dem Weg, den ich dort entlangging, übrigens von Ameisen.
Jetzt weiß ich also, wie ein Grünspecht ruft, singt. Wer es nicht weiß, kann sich das Stimmbeispiel bei Wikipedia anhören. Bildungsauftrag erfüllt?
Ich schleiche mich davon und sage Danke für’s Lesen.
P.S.: Am 17.02.2019 waren positiv schöne neue Bilder, der Traum beim Mittagsschlaf, vervollständigte Erinnerungen.
Die Tageskarte für morgen ist 0 – Der Narr.
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(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).


Jawoll, Bildungsautrag erfüllt. Bin ein bissel neidisch. Mir begegnen zur Zeit nur Unmengen von Spatzen. Wobei, näher hingeschaut sind es auch schöne Tiere, weit weg von nur „grau“, mehrfarbig und jedes Vöglein anders schön.
Danke!
Ich höre allerdings oft klagen, daß auch der Sperlinge immer weniger werden (und bin mir nicht sicher, ob das hier auch schon zutrifft).
Bei mir definitiv nicht.
Mir gefällt das Bild. Ein Specht vor strahlend blauen Himmel. Schön!
Es war am Donnerstag zwischen halb und um vier nachmittags. Hier in der Stadt fehlen noch immer Unmengen an Niederschlag (im Vergleich zu durchschnittlichen Jahren), und Regen oder Schnee sind wieder nicht in Sicht.
beim lesen sah ich dich vor mir, suchend und nach oben schauend herum laufen. so schön geschrieben und fotografiert…danke
Vielen Dank.