Phantomdruck?
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Mitten in der Nacht, kurz vor Vier, nach etwa zweieinhalb Stunden Schlaf, werde ich wach. Bad. Durst stillen. Wieder hinlegen. Weiterschla… Halt. Schlafen ging nicht. Licht an. Ich muß schreiben. Schreibdruck. Fast so wie früher der Saufdruck. Da griff ich in der Not sogar zu Buchenteer und Rasierwasser. Aber jetzt, jetzt habe ich Schreibdruck. Ich. Muß. Schreiben. Egal was. Hauptsache ich schreibe. Schreibenwollen, weil der Kopf voll ist, ein Überdruck darinnen herrscht. Aber da im Kopf war nichts, das geschrieben werden will oder muß.
Das war so sonderbar. Da war ein Druck, ein Zwang zum Schreiben, aber nichts kam heraus. Kein Strich, kein Buchstabe, kein Wort, kein Satz. Nichts. Nur der Druck war da. Fünf Minuten lang, zehn Minuten. Eine halbe Stunde. Eine Stunde. Die Stifte waren bereit, das Papier blieb leer. Ich hätte mir die Haare raufen können. Das verdammte Ventil klemmte. Eine Stunde lang saß ich da und fühlte mich zum Schreiben bereiter als bereit, wollte diesen inneren Druck loswerden, herausfließen lassen aus mir als Tinte auf Papier. Nichts geschah. Kein Punkt. Kein Strich. Kein Buchstabe. Kein Wort. Kein Satz. Nichts schrieb ich.
Da löschte ich das Licht und legte mich hin. Ich bestellte mir meinen besonderen Traum aus der fünften Serie, denn ich dann auch hatte. Was für ein Druck das wirklich war, wieso ich diesen Drang zum Schreiben verspürte: Ich weiß es nicht.
Ich schleiche mich davon und sage Danke für’s Lesen.
P.S.: Positiv am 05.11.2018 waren selbstgekochter Eintopf, Arbeit im Sender, deutliche Besserung des Befindens.
Die Tageskarte für morgen ist .
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(Namensnennung, keine kommerzielle Verwertung, keine Veränderung).


Ich freue mich für dich, dass du wieder relativ fit bist. Was so ein WE an Ruhe bringen kann.