Grausliche Begegnung (Nº 202/2018)

Zum Glück blieb ich in der Mundart.

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Auf dem Heimweg war ich schnell noch ein paar restliche Dinge einkaufen. An der Bushaltestelle stellte ich meinen Einkaufsbeutel (eine Baumwolltasche) auf der Sitzbank ab, um mir ein Kippchen zu drehen. Wegen des wehenden Windes stand ich während­dessen mit dem Rücken zu meinem Einkauf. Eine ∗räusper∗ ältere Frau vom Kaliber Yokozuna setzte sich so auf die Bank, daß sie meinen Beutel umwarf. Ich hörte das und drehte mich stöhnend um. Sie mußte nochmal ruckeln, damit auch wirklich alles von der Bank auf den Betonboden stürzte. Ich konnte in dem Moment nicht an mich halten und äußerte, glücklicherweise im breitesten Ergebirgisch: “Nu wos bist dä Du for e daamische Kaffahd! Kaste dei Hinnortaal net e Handbraat wettr driehm hiehaah?” “Wie bitte? Sie müssen schon Deutsch mit mir reden!” Ich winkte ab und bücke mich, um meinen Krempel einzusammeln, von dem zum Glück nichts zerbrochen war. Von ihr kam nichts, kein Oh-Verzeihung oder so, nichts. Geschweigedenn ein Zur-Seite-Rücken oder Aufstehen, nein, ich mußte halb unter ihrem fetten Arsch herumkriechend versuchen, alles zu erreichen. Ihrem Gesichtsausdruck zufolge hätte sie sich wohl am liebsten noch beschwert darüber, daß ich ihr so auf die Pelle rückte – dann aber wäre ich wohl durch die Decke gegangen. Oh, und obendrein war ich kurz darauf auch noch früher an der Bustür als sie …

Grausliche Begegnung.

 

 

Ich war etwas ungehaltener am Nachmittag …

 

Ich schleiche mich davon und sage Danke für’s Lesen.

Der Emil

P.S.: Positiv am 21.07.2018 waren etwas gesunkene Temperaturen draußen (ca 20 °C), ausreichend Lidocain-Gel im Hause für den blöden Mückenstich auf dem Fuß, ein Silvaner vom Höhnstedter Kelterberg gerade jetzt.
 
Die Tageskarte für morgen ist die Acht der Kelche.

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Über Der Emil

Not normal. Interested in nearly everything. Wearing black. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
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0 Kommentare zu Grausliche Begegnung (Nº 202/2018)

  1. Gudrun sagt:

    Ach, Emil, du warst vielleicht recht ungehalten, aber ich musste jetzt schallend lachen. Du hast die Geschichte zu köstlich erzählt. Danke für den Lacher zur späten Stunde.

  2. Nati sagt:

    Manche Menschen meinen im Alter alle Rechte zu besitzen.

  3. wildgans sagt:

    Sehr schön, erzählgewaltig! Doch das gesprochene hätte ich mir mit viel mehr Verve gewünscht. Brüllend! Nicht deine Art?

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