Wo die Wirklichkeit stattfindet

Heute nur mit nachgereichter Quelle

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In einem Buch, das nur über eine – im Weltmaßstab gemessen – kleine Gruppe Menschen geschrieben wurde, fand ich den folgenden Text, dessen Aussage mir durchaus für die meisten Menschen der “westlichen Industriegesellschaft” zuzutreffen scheint.

 

 

«Alles fließt ineinander, alles ist von allem beeinflußt. Das Individuelle und das Kollektive, das persönlich Erlebte und das medial Vermittelte. Wie das Individuelle vom Kollektiven abgrenzen, oder im Gegenteil, Schnittmengen aufzeigen? Wo beginnt das Kollektive, wo hört das Individuelle auf? Genauso ist die Wirklichkeit nicht mehr vom Medialen zu trennen. Sie wird von den Medien nicht länger nur gespiegelt oder abgebildet. Die Wirklichkeit findet in den Medien selber statt. Es gibt keinen Raum mehr, der sich als unabhängig von medialen Bildern und Einflüssen denken ließe. Aus dem Beschreiben der Welt in den Medien ist längst ein Vorschreiben geworden. Überall auf der Welt.»

Die Quellenangabe reiche ich am 14.09.2014 nach!
Jana Hensel: Achtung Zone. Warum wir Ostdeutschen anders bleiben sollten; S. 44.
© 2009 Piper Verlag GmbH, München. ISBN 978-3-492-05365-5.

 

 

Ich lasse den Text bewußt einige Zeit ohne Quellenangabe hier stehen; denn ich vermute, daß deren Angabe die sich hoffentlich entfaltende Diskussion in eine Einseitgkeit beeinflussen könnte, die niemand haben möchte.

Jedenfalls enthält er, der Text, zwei Dinge, über die auch ich schon heftig nachsinnen mußte: Zum einen die Abgrenzung von Kollektivem und Individuellem voneinander (z. B. bei Gemeinschaftswerken/-ausstellungen von Künstlern) und zum anderen die Wirklichkeit, die von den Medien (ich denke, damit sind im Text Fernsehen, Radio, Zeitung, Fakebock – der ganze Mainstream eben – gemeint) vorgeschrieben wird.

Stimmt es also doch: Was deins ist, ist auch meins – und meins geht Dich nichts an! Sowie: Was nicht im Fernsehen zu sehen war, ist nie passiert!

 

Der Emil

Der Verfasser des Blogs schleicht davon und dankt für’s Lesen.

P.S.: Positiv am 11. September 2014 waren der Kurzbesuch, die geschaffte Frühschicht, die erledigte Näharbeit, “Die Spätzünder 2” mit Blacky Fuchsberger († R.I.P.) – leider nur den Anfang gesehen.
 
Tageskarte 2014-09-12: Der König der Stäbe.

Über Der Emil

Not normal. Interested in nearly everything. Wearing black. Listening. Looking. Reading. Writing. Clochard / life artist / Lebenskünstler.
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0 Kommentare zu Wo die Wirklichkeit stattfindet

  1. Sofasophia sagt:

    dicht, sehr dicht. das kau ich ein wenig … ich nehme das leben sehr ähnlich wahr, bin auf die quelle sehr gespannt.

  2. irgendlink sagt:

    Eine Art erweiterter Ichbegriff … Ich frage mich oft, wie es wohl wäre, wenn auf Namen/Marken verzichtet würde und finde noch immer solch undenkbare Gedanken faszinierend wie etwa die Einführung eines Grundeinkommens in Kombination mit der Abschaffung jeglicher Rechte an geistigem Eigentum. Alle Ideen wären gemeinfrei und die Hirne und Phantasien weltweit könnten schrankenlos zusammenarbeiten.

  3. Der Emil sagt:

    Da hatte ich den mir selbst gesetzten Termin doch glatt versiebt.

    Jana Hensel: Achtung Zone. Warum wir Ostdeutschen anders bleiben sollten; S. 44. © 2009 Piper Verlag GmbH, München. ISBN 978-3-492-05365-5.

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